Ausbau der Zusammenarbeit der Länder Schleswig-Holstein und Hamburg im Bereich der Forschung

Freitag, 15.12.2017, Drucksache 21/

Antrag der Abgeordneten Monika Schaal, Andreas Dressel, Carola Veit, Jan Quast, Ole Thorben Buschhüter, Karl Schwinke, Dorothee Martin, Sven Tode, Joachim Seeler, Martina Friederichs und Fraktion sowie André Trepoll, Dennis Thering, Dennis Gladiator, Carsten Ovens, Stephan Gamm (CDU) und Fraktion Dr. Anjes Tjarks, René Gögge, Farid Müller, Ulrike Sparr, Dr. Carola Timm (GRÜNE) und Fraktion Daniel Oetzel, Carl E. Jarchow, Anna von Treuenfels-Frowein, Michael Kruse, Jennyfer Dutschke (FDP) und Fraktion

Intensiv vernetzte Forschungsinfrastrukturen sind neben den Forschenden und den Institutionen eine wesentliche Grundvoraussetzung für ein leistungsfähiges Wissenschaftssystem. Damit wissenschaftlich anspruchsvolle Fragestellungen und international anschlussfähige Spitzenforschung betrieben werden kann, ist die Wissenschaft auf den Einsatz von umfangreichen Forschungsstrukturen angewiesen.
Mit einer modernen Forschungs- und Hochschulinfrastruktur kann eine Wissensregion zu einer Modellregion werden. Die bisherige Zusammenarbeit der Länder Schleswig-Holstein und Hamburg und die Erfahrungen aus der Vernetzung der Zusammenarbeit in der Metropolregion sind dabei eine gelungene Voraussetzung.
Die Zusammenarbeit der staatlichen Hochschulen in Schleswig-Holstein und Hamburg hat sich in den letzten Jahren in vielen Studienangeboten intensiviert. Dadurch konnten viele Angebote und Studienschwerpunkte gesichert werden.
Jeder eigene Hochschulstandort erlangt durch institutionelle Forschungsschwerpunkte und Potentialbereiche ein eigenes Forschungsprofil, die je nach Standort zusätzlich durch Exzellenzcluster unterlegt sind. Um sich gegenseitig zu stärken, ist es sinnvoll, wenn große Forschungsvorhaben zwischen den einzelnen Hochschulstandorten und Forschungseinrichtungen abgestimmt werden.
Der Landtag in Schleswig-Holstein und die Hamburgische Bürgerschaft sehen die Notwendigkeit, dass die Strukturen der wissenschaftlichen Forschung in beiden Ländern enger kooperieren und dass auf dieser Grundlage eine gemeinsame Forschungsregion Schleswig-Holstein–Hamburg entsteht.
Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit beider Länder ist bei DESY das Centre for Structural Systems Biology (CSSB) auf dem Campus des DESY in Hamburg, an dem die Infektionsforschung gebündelt wird. Zudem beteiligen sich beide Länder bereits seit längerem gemeinsam an der Förderung des Leibniz-Informationszentrums Wirtschaft (ZBW) und des Helmholtz Zentrums Geesthacht, Zentrum für Material- und Küstenforschung.
Ein wichtiger Teil der gemeinsamen Forschungslandschaft ist auf Seiten Schleswig-Holsteins der Röntgenlaser XFEL in Schenefeld. In Hamburg wird mit DESY seit vielen Jahren erfolgreich Spitzenforschung in einem zu den weltweit führenden Beschleunigungszentren durchgeführt.
DESY und XFEL werden ein Magnet für Gastforscherinnen und Gastforscher aus vielen Nationen. Eine engere Kooperation dieser beiden Forschungseinrichtungen im Hinblick auf Wissenstransfer, Nutzung der Forschungsinfrastruktur und Angeboten für junge Forscherinnen und Forscher aus Schule und Studium bietet beiden Seiten sinnvolle Perspektiven.
Am Forschungszentrum Bahrenfeld (DESY) wurden bereits über einen längeren Zeitraum hinweg positive Erfahrungen mit einem Besucherkonzept gesammelt. Die Freie und Hansestadt Hamburg strebt dort die Errichtung eines Besucherzentrums an (siehe Drs. 21/10919 der Hamburgischen Bürgerschaft). Auch der neu eröffnete Forschungscampus XFEL in Schenefeld verspricht wie DESY ein herausragender Anziehungspunkt für Forscherinnen und Forscher zu werden. Daher sieht es die schleswig-holsteinische Landesregierung als dringend erforderlich an, den XFEL-Forschungscampus regelmäßig für Besucherinnen und Besucher zu öffnen.
Nach Beratung im Ausschuss für die Zusammenarbeit der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein am 24.11.2017 möge die Bürgerschaft beschließen:
Der Senat wird gebeten, den Vorschlag von DESY und European XFEL GmbH für ein aufeinander abgestimmtes Besucherangebot an beiden Standorten zu unterstützen. Der Senat wird darüber hinaus gebeten, über die gemeinsame Kommission zu XFEL eine laufende Abstimmung zu diesem Thema mit der schleswig-holsteinischen Landesregierung, dem Bund und DESY sicherzustellen.



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