Dekade des Schnellbahnausbaus gestalten – dritte Harburger S-Bahn-Linie (S32) vorbereiten und zusätzliche Fahrzeuge jetzt bestellen

Donnerstag, 03.05.2018, Drucksache 21/

Antrag der Abgeordneten Ole Thorben Buschhüter, Martina Koeppen, Sören Schumacher, Matthias Czech, Birte Gutzki-Heitmann, Gert Kekstadt, Dorothee Martin, Doris Müller, Lars Pochnicht, Frank Schmitt, Henriette von Enckevort, Michael Weinreich, Jasmin Hilbring und Fraktion sowie der Abgeordneten Martin Bill, Dr. Stefanie von Berg, Olaf Duge, Anna Gallina, Dr. Anjes Tjarks (GRÜNE) und Fraktion

Die Verbindung zwischen der Hamburger Innenstadt und Harburg ist die am stärksten genutzte S-Bahn-Strecke Hamburgs. Seit dem Ausbau der S3 bis Stade steigen die Fahrgastzahlen kontinuierlich. In keiner anderen Bahn in Hamburg müssen so viele Fahrgäste stehen. Es besteht also Handlungsbedarf, um die Fahrgastkapazitäten auf der Strecke zwischen dem Bezirk Harburg und Hamburg Hauptbahnhof spürbar zu erhöhen.
Eine angedachte Maßnahme ist die Einführung einer dritten S-Bahn-Linie nach Harburg, der Verstärkerlinie S32. Diese soll im Südast zwischen Altona und Harburg Rathaus in der Hauptverkehrszeit (Montag – Freitag ca. 6 bis 9 Uhr sowie ca. 15 – 19 Uhr) im 10-Minuten-Takt verkehren und so eine dritte Zugfahrt innerhalb eines 10-Minuten-Intervalls ermöglichen.
Voraussetzung für die dritte Zugfahrt innerhalb eines Zehn-Minuten-Intervalls ist allerdings ein Ausbau der Streckeninfrastruktur: Zusätzliche Signale zwischen Harburg Rathaus und Veddel ermöglichen erst eine verdichtete Zugfolge und zusätzliche Weichentrapeze stabilisieren den Fahrbetrieb auf diesem Streckenast im Störungsfall erheblich. Diese Maßnahmen sind daher Bestandteil des Sechs-Punkte-Plans, mit dem die Zuverlässigkeit des S-Bahn-Betriebs erhöht und die Störanfälligkeit des S-Bahn-Systems reduziert werden soll (vgl. Drs. 21/10918). Die Infrastrukturmaßnahmen auf dem Harburger Streckenast werden prioritär vorangetrieben und sollen bis 2021 umgesetzt sein.
Um schon vorher die Fahrgastkapazitäten auf dem Harburger Streckenast spürbar zu erhöhen, wurde bereits verbindlich veranlasst, dass es ab Dezember 2018, wenn der neue S-Bahn-Verkehrsvertrag einsetzt, zu einer schrittweisen Ausweitung des Langzugeinsatzes auf der Linie S3 und damit zu einer Verbesserung der Anbindung Harburgs kommen wird. Ein Zug hat dann 9 statt 6 Wagen. Bis Dezember 2019 wird der Langzugeinsatz in der Hauptverkehrszeit von 7 auf 14 Umläufe verdoppelt. Damit wird die Beförderungskapazität des Linienbündels S3/S31 um bis zu 25 Prozent erhöht.
Die für die S32 nach Harburg benötigten zwölf Fahrzeuge stehen zur Verfügung, wenn dann der Langzugeinsatz auf der Linie S3 wieder reduziert wird. Der Nordast zwischen Holstenstraße und Elbgaustraße ist dagegen zwingender Bestandteil des Ausbaus der AKN-Strecke Eidelstedt – Kaltenkirchen zur S21. Dieser Abschnitt der S32 wird mit der Realisierung der S21 in Betrieb genommen werden. Die Führung der S32 bis zur Haltestelle Elbgaustraße erfordert vier weitere Fahrzeuge, die mit Ausübung der Option „Kaltenkirchen“ bestellt werden sollen.
Die schon heute hohe Frequentierung der S-Bahn-Linien zwischen Harburg und Hauptbahnhof, zahlreiche Bauprojekte („Sprung über die Elbe“) wie in Neugraben-Fischbek sowie die wachsende Technische Universität Hamburg lassen es jedoch zweifelhaft erscheinen, ob mit Einführung der S32 nach Harburg der Langzugeinsatz auf der Linie S3 wieder reduziert werden kann, ohne dass dies zu Angebotsengpässen insbesondere im Abschnitt zwischen Neugraben und Harburg Rathaus, wo die S32 nach derzeitigem Stand der Planungen nicht fahren wird, kommen wird. Aktuell wird daher davon ausgegangen, dass mindestens 4 bis 6 Langzugverstärker weiterhin fahren müssen.
Bis zum 30. September 2018 können aus dem Kontingent, das im S-Bahnvertrag geregelt ist, noch zehn weitere Züge bestellt werden. Von dieser Option sollte Gebrauch gemacht werden, um auch nach Einführung der S32 nach Harburg ausreichend Fahrzeuge beispielsweise für ein nachfragegerechtes Verkehrsangebot von/nach Neugraben verfügbar zu haben.

Die Bürgerschaft möge beschließen,
Der Senat wird ersucht,
1. die S32 als dritte S-Bahn-Linie nach Harburg vorzubereiten, hierfür die notwendigen Entscheidungen zu treffen und die S32 umzusetzen, sobald die infrastrukturellen Voraussetzungen dafür gegeben sind und
2. zu prüfen, die Option aus dem S-Bahn-Vertrag zu ziehen und auch bis zu zehn der verbleibenden Fahrzeuge zu bestellen, um bei steigenden Fahrgastzahlen in den 2020er Jahren ausreichend Fahrzeuge für ein noch näher zu planendes, nachfragegerechtes Verkehrsangebot verfügbar zu haben
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