Spielmobile für Flüchtlingskinder

Montag, 16.11.2015, Drucksache 21/

Antrag der Abgeordneten Carola Veit, Ksenija Bekeris, Matthias Czech, Hildegard Jürgens, Uwe Lohmann, Frank Schmitt, Hendrikje Blandow-Schlegel, Tim Stoberock, Michael Weinreich und Fraktion sowie Anna Gallina, Filiz Demirel, Mareike Engels, Antje Möller, Dr. Anjes Tjarks (GRÜNE) und Fraktion

Spielmobile sind eine einfache Möglichkeit, den Kindern der Flüchtlinge, die neu in Hamburg angekommen sind, Abwechslung, Freude und Fertigkeiten zu ermöglichen. Es handelt sich um Kraftfahrzeuge, die angefüllt mit Spielzeugen und begleitet von Spiel-Expertinnen und -Experten dorthin fahren, wo Kinder und Jugendliche spielen wollen. Sie bieten Drei- bis Vierzehnjährigen (aber nach Wunsch auch jüngeren Kindern oder älteren Jugendlichen) vielfältige Aktivitäten an der frischen Luft wie Rollenrutschen, Hüpfburgen oder Stelzen. Die jeweils zwei Fachkräfte (SozialpädagogInnen oder Sport- und Spielpädagoginnen und -pädagogen) veranstalten Großgruppenspiele oder auch Ausflüge, um verschiedene Altersgruppen und Nationalitäten einzubeziehen. Ohne vor Ort vorhandene Infrastruktur stellen sie handwerkliche oder künstlerische Projekte mit den Kindern auf die Beine. Gerade Flüchtlingskinder, denen es sowohl an eigenem Spielzeug als auch an sozialen Betätigungsmöglichkeiten mangelt, freuen sich jede Woche auf die Ankunft des Spielmobils. Die Spielmobilarbeit, die derzeit von den Trägern Falkenflitzer, Mobile Spielaktion und Spieltiger veranstaltet wird, geht weit über das reine Spiel hinaus. Oft gelingt es wichtige Beziehungsarbeit zu leisten, Konflikte unter den Kindern zu lösen und Vertrauen zu schaffen. Mit der steigenden Zahl von Flüchtlingen steigt auch der Bedarf nach solchen aufsuchenden Spielangeboten.
Derzeit fahren sieben Spielmobile gut 30 Einrichtungen bzw. Orte meist einmal in der Woche an. Dem standen schon Anfang des Jahres 2015 über 60 Unterkünfte gegenüber, in denen Kinder und Jugendliche leben. Deren Zahl ist massiv angestiegen. Die Spielmobil-Angebote wurden zuletzt vor einem Jahr ausgeweitet (vgl. Drs. 20/8495 und 20/12697), indem acht zusätzliche Einsätze pro Woche eingerichtet wurden.
Die Bürgerschaft möge beschließen:
1. Für die Anschaffung und Ausstattung von insgesamt drei neuen Spielmobilen werden die Investitionsmittel im Einzelplan 4.0, Aufgabenbereich 254 „Jugend und Familie“ für 2016 um 500.000 EUR aus dem Investitionsprogramm „Zentrale Verstärkung Zuwanderung“ (Aufgabenbereich 283 „Zentrale Finanzen“) aufgestockt. Bei einer Nutzungsdauer von zehn Jahren erhöhen sich die Abschreibungen in der Produktgruppe 254.02 „Kinder- und Jugendarbeit“ in 2016 jeweils um 50.000 EUR.
2. Für den Betrieb der zusätzlichen Spielmobile sowie weitere Angebote aufgrund der gestiegenen Zahl von Unterkünften mit Flüchtlingskindern und jugendlichen Flüchtlingen sind aus dem Produkt „Zentrale Verstärkung Zuwanderung“ (Produktgruppe 283.01 „Zentrale Ansätze“) die Kosten für Transferleistungen in der Produktgruppe 254.02 „Kinder- und Jugendarbeit“ im Einzelplan 4.0 um 660.000 EUR in 2016 zu erhöhen.
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