Alarmierende Entwicklung beim Wohnungseinbruchsdiebstahl – Bremer Konzept auch in Hamburg anwenden

Mittwoch, 15.09.2010, Drucksache 19/

Antrag der Abgeordneten Andreas Dressel, Ingo Egloff, Martin Schäfer, Arno Münster, Jana Schiedek, Karl Schwinke, Juliane Timmermann und Fraktion

Kaum eine Straftat betrifft das Sicherheitsempfinden der Menschen so sehr wie der Wohnungseinbruchsdiebstahl. Vor diesem Hintergrund ist die Fallentwicklung der letzten Jahre in Hamburg mehr als besorgniserregend. Und es ist, trotz einer Vielzahl von organisatorischen Maßnahmen in der Polizei zur Diebstahlsbekämpfung, keine Trendwende in Sicht. Im Gegenteil: Im ersten Halbjahr 2010 hat es, so das Ergebnis einer SPD-Anfrage, eine über 30-prozentige Zunahme beim Wohnungseinbruch gegeben. Es ist deshalb mehr als an der Zeit, dass Hamburg, neben der Verstärkung der polizeilichen Anstrengungen, auch neue Wege bei der Prävention geht.
Unser Nachbarstadtstaat Bremen hat vor ähnlichem Hintergrund im letzten Herbst ein bundesweit einmaliges Projekt zur Verhütung von Einbruch und Diebstahl gestartet: Mit dem Einsatz sogenannter künstlicher DNA soll dort eine nachhaltige Präventionswirkung und eine deutliche Reduzierung der Wohnungseinbrüche erreicht werden. Wertvolle Gegenstände, die vor Diebstahl geschützt werden sollen, können von den Bewohnerinnen und Bewohnern mit der künstlichen DNA markiert werden. Zugleich werden Schilder und Warnzeichen angebracht, die darauf hinweisen, dass die Häuser und Wohnungen DNA-gesichert sind.
Bei der künstlichen DNA handelt es sich um eine durchsichtige Markierungsflüssigkeit, die ähnlich einem Lack auf Gegenstände aufgebracht wird. Jede Markierungsflüssigkeit ist mit einem individuellen DNA-Code und zusätzlich mit kleinen codierten Kunststoffplättchen, den sogenannten Microdots, ausgestattet. Über die Microdots kann schnell und ohne aufwendige Analyseverfahren der rechtmäßige Erwerber des Markierungssets ermittelt werden. Die Microdots sind mit Individualcodierungen versehen, die nur einmal pro Markierungsset vergeben werden. Die eingelaserte Individualnummer kann mittels eines Mikroskops am Computer sichtbar gemacht werden. Die Individualnummern lassen sich über die Kundendatenbank des Herstellers den Personalien der rechtmäßigen Erwerberin oder Erwerbers zuordnen. Nach Medienberichten ist die Zahl der Einbrüche in Bremen – im Gegensatz zum Hamburg – seit dem Start des Projekts gesunken.
Der Senat sollte deshalb kurzfristig das in Bremen erfolgreich angelaufene Projekt der künstlichen DNA auch in Hamburg – gemeinsam mit privatwirtschaftlichen Partnern – auf den Weg bringen. Ziel sollte es sein, im Herbst, und damit zu Beginn der dunklen Jahreszeit mit erfahrungsgemäß steigenden Einbruchszahlen, auch in besonders von Einbrüchen betroffenen Hamburger Stadtteilen mit dem Projekt pilotweise zu beginnen.

Die Bürgerschaft möge deshalb beschließen:
Der Senat wird aufgefordert,
1. noch im Herbst dieses Jahres und damit zu Beginn der dunklen Jahreszeit das in Bremen erfolgreich angelaufene Projekt der sogenannten künstlichen DNA auch in Hamburg zu starten.
2. der Bürgerschaft zum 1. März 2011 über das Ergebnis der Bemühungen zu berichten.

Ansprechpartner

Andreas Dressel

Ingo Egloff

Arno Münster

Martin Schäfer

  • Gesundheit und Verbraucherschutz

Jana Schiedek

  • Recht

Karl Schwinke

  • Kooperationsprojekte Hamburg/Schleswig-Holstein

Juliane Timmermann

  • Sport

Themen

    Dokumente

    © SPD-Bürgerschaftsfraktion 2016, Inc. Alle Rechte vorbehalten.