HSH Nordbank 1. Engagement in US -Gewerbeimmobilien 2. Manhattan House 3. New York Times Building
« Kleine Anfragen
Dienstag, 02.02.2010, Drucksache 19/5251
Antwort des Senats: Parlamentsdatenbank
Kleine Anfrage des Abgeordneten Thomas Völsch
US-Gewerbeimmobilien
Nach der Subprime-Krise im Markt für Kredite für US-Wohnimmobilien und deren Verbriefung werden derzeit Warnungen vor einer Krise durch das Platzen der US-Gewerbeimmobilienblase laut. Insgesamt soll die HSH Nordbank ein Kreditvolumen von etwa 30 Milliarden in Gewerbeimmobilien investiert haben.
Ich frage den Senat:
1. Ist die Freie und Hansestadt Hamburg als Anteilseigner der HSH Nordbank von dieser über das Ausmaß des Risikos in folge einer tiefgreifenden Krise des US-Gewerbeimmobilienmarktes informiert? Wenn ja, seit wann und in welcher Weise?
2. In welchem Umfang sind Kredite der HSH Nordbank für US-Gewerbeimmobilien im Referenzportfolio der Garantie enthalten?
3. In welchem Umfang sind Beteiligungen der HSH Nordbank an US-Gewerbeimmobilien im Referenzportfolio der Garantie enthalten?
4. In welchem Umfang sind Wertpapiere mit zugrunde liegenden Krediten oder Investments in US-Gewerbeimmobilien im Referenzportfolio der Garantie enthalten?
Manhattan House
Ende 2007 hat die HSH Nordbank den Umbau eines Apartmentkomplexes an der Upper East Side in Manhattan mit etwa 750 Mio. US-Dollar finanziert. Eine Syndizierung des Kreditvolumens durch die Weiterleitung an andere Banken im Rahmen eines Konsortiums soll gescheitert sein, auch weil Bewohner des Gebäudekomplexes sich per Klage gegen Mieterhöhungen und Umwandlung wehrten.
In der Sitzung des Finanzsausschusses des Schleswig-Holsteinischen Landtags am 12. März 2009 erklärte der damalige stellvertretende Vorstandsvorsitzende der HSH Nordbank Rieck:
„Das Manhattan House ist von uns finanziert worden. Es ist ein Wohnblock in Downtown Manhattan. Wenn der „Spiegel“ ein bisschen besser recherchiert hätte, hätte er herausgefunden, dass durchschnittliche Verkaufspreise von 2,5 Millionen in New York nicht zum Luxussegment gehören, sondern eher ein mittleres Preissegment darstellen. Diese Wohnungen wurden über Jahrzehnte vermietet. Jetzt werden sie sukzessive in Eigentum umgewandelt und verkauft, insbesondere an Nutzer. Es liegen sehr viele Kliniken und medizinische Einrichtungen in diesem Viertel. Der Verkauf der Wohnungen ging auch sehr gut vonstatten; 110 Einheiten waren verkauft. Davon sind aber nur Teile geclosed worden, weil es auch dort Rücktritte gab.“
Ich frage den Senat:
5. Sind Finanzierungen der HSH Nordbank zugunsten des Projektes Manhattan House im Referenzportfolio der Garantie enthalten? Wenn ja, in welchem Umfang?
6. Wie viele der insgesamt 600 Wohneinheiten des Gebäudekomplexes sind inzwischen verkauft?
Hauptsitz der New York Times
In einer Pressemitteilung vom 18. Oktober 2007 verkündet die Forest City Enterprises, dass ihre Tochtergesellschaft Forest City Ratner Companies einen 640 Millionen Dollar-Kredit mit der HSH Nordbank AG zur Refinanzierung des einen Monat später öffnenden New York Times Building abgeschlossen hat.
Ich frage den Senat:
7. Trifft es zu, dass die HSH Nordbank Ende 2007 mittelbar oder unmittelbar die Finanzierung des New York Times Building im Umfang von 640 Millionen US-Dollar finanziert bzw. abgesichert hat?
8. Sind Finanzierungen der HSH Nordbank zugunsten des New York Times Building im Referenzportfolio der Garantie enthalten? Wenn ja, in welchem Umfang?
|

Thomas Völsch
|