Kazim Abaci

Fachsprecher für Integration

Bezirk: Altona

Ausweitung des PriMa-Konzeptes

Dienstag, 11.12.2018, Drucksache 21/

Antrag der Abgeordneten Barbara Duden, Kazim Abaci, Matthias Czech, Hildegard Jürgens, Jens-Peter Schwieger, Danial Ilkhanipour, Uwe Giffei, Astrid Hennies und Fraktion sowie der Abgeordneten Olaf Duge, Filiz Demirel, Anna Gallina, René Gögge, Dr. Anjes Tjarks (GRÜNE) und Fraktion

Haushaltsplan-Entwurf 2019/2020
Einzelplan 3.1

Das Unterrichtsfach Mathematik stellt in ganz Deutschland eine große Herausforderung dar. Gute Kompetenzen in den Kernfächern und gerade auch in Mathematik sind zentral für die zukünftige Lebensperspektive von Schülerinnen und Schülern. Zur Verbesserung der Leistungen und Weiterentwicklung des Unterrichtsfachs hat der Senat bereits im Jahr 2015 eine Mathematik-Offensive gestartet und damit die Grundlagen geschaffen, den Mathematikunterricht in Hamburg weiterzuentwickeln. Ergänzend wurde – von der Hamburgischen Bürgerschaft auf Antrag der Fraktionen von SPD und GRÜNEN initiiert – eine Expertenkommission zur wissenschaftlichen Begleitung des Mathematikunterrichts in Hamburg eingerichtet, um Hinweise zur qualitativen Verbesserung der Gestaltung des Mathematikunterrichts zu gewinnen.
Daneben gilt es aber auch, mathematisch besonders interessierten und begabten Schülerinnen und Schülern auch außerhalb des Unterrichts ein Angebot zu bieten und sie zu fördern. In diesem Kontext steht das Projekt PriMa, eine Maßnahme der Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) in Kooperation mit der Universität Hamburg und der William-Stern-Gesellschaft Hamburg. Das Projekt besteht aus verschiedenen Teilmaßnahmen: zum einen eine Begabtenförderung für mathematisch besonders begabte Kinder der Klassenstufen 3 und 4, zum anderen ein sogenannter Mathe-Zirkel an rund 70 Hamburger Grundschulen, an dem besonders interessierte Kinder der Klassenstufen 3 und 4 teilnehmen. Eine weitere Maßnahme besteht in der Ausbildung von Lehrkräften mit Mathematik-Fakultas zu sogenannten Mathe-Moderatoren, als Expertinnen und Experten für mathematische Lernprozesse.
Das Projekt arbeitet sehr erfolgreich. Rund 1.250 besonders interessierte bis begabte Schülerinnen und Schüler wurden bisher an der Universität seit Beginn des Projekts im Jahr 1999 gefördert, etwa 21.000 Schülerinnen und Schüler haben an einem „Mathe-Zirkel“ teilgenommen, etwa 450 Lehrkräfte haben die zweijährige Weiterbildung zur Mathematik-Moderatorin bzw. zum Mathematik-Moderator abgeschlossen und bieten im Anschluss regional-geöffnete Fach-Fortbildung und Beratung an, leiten Mathe-Zirkel und werden für die Diagnostik und Förderung schwacher Schülerinnen und Schüler eingesetzt. Seit 2015/16 leisten ausgewählte PriMa-Moderatorinnen und -Moderatoren den gesamten Qualifizierungsumfang für fachfremde Lehrkräfte im Rahmen der Mathematik-Offensive seit 2015.
In Fortsetzung der PriMa-Maßnahme in den Klassenstufen 3 und 4 hat die Universität Hamburg im Schuljahr 2017/18 je einen universitären Mathezirkel für die Klassenstufen 5., 6. und 7. angeboten, der sich an die Kinder wendete, die bisher schon in den Klassen 3 und 4 gefördert wurden. Zum Teil werden die Maßnahmen von der Behörde für Schule und Berufsbildung gefördert, zum Teil aus Elternspenden. Die 7. Klasse wurde ausschließlich über Elternspenden finanziert. Die Universität strebt nun eine Weiterführung des PriMa-Konzeptes im Bereich der universitären Begabtenförderung bis Klasse 10 an.
Mit Blick auf den wichtigen Beitrag des PriMa-Konzeptes – sowohl in Hinblick auf die Förderung der begabten Schülerinnen und Schüler als auch auf die Fortbildung von Lehrkräften und damit auf die Steigerung der Effizienz des Mathematikunterrichts in der Grundschule – erscheint eine Ausweitung des Konzeptes für die Folgejahrgänge in der Sekundarstufe 1 sinnvoll und angemessen. Hierzu bedarf es eines Finanzierungskonzeptes gemeinsam mit der Universität Hamburg.

Die Bürgerschaft möge beschließen:
Der Senat wird ersucht,
1. eine Ausweitung des PriMa-Konzeptes in der Sekundarstufe 1 zu unterstützen und dafür, gemeinsam mit der Universität Hamburg, ein Finanzierungskonzept zu erarbeiten;
2. der Bürgerschaft über die Umsetzung bis 31.07.2019 zu berichten.