Kazim Abaci

Fachsprecher für Integration

Bezirk: Altona

Ganztagsangebote in Hamburg

Freitag, 03.06.2016, Drucksache 21/

Antrag der Abgeordneten Barbara Duden, Kazim Abaci, Matthias Czech, Hildegard Jürgens, Jens-Peter Schwieger, Danial Ilkhanipour, Uwe Giffei, Astrid Hennies und Fraktion sowie der Abgeordneten Dr. Stefanie von Berg, Christiane Blömeke, Filiz Demirel, Mareike Engels, Dr. Anjes Tjarks (GRÜNE) und Fraktion

Bildung ist entscheidend – Teilhabe an Bildung und Zeit für individuelle Förderung im Ganztag sind zentrale Ziele unserer Politik. Hamburg hat in den letzten Jahren große Anstrengungen unternommen, um den schulischen Ganztag auszubauen. Heute gibt es in allen allgemeinbildenden Schulen ein gut organisiertes Ganztagsangebot mit Mittagessen, Hausaufgabenhilfe sowie Bildungs- und Freizeitaktivitäten. Mehr als 78 Prozent aller Grundschulkinder nehmen am Ganztag teil.
Um die Entwicklung zu bilanzieren und den weiteren Ausbau der Ganztagsschulen voranzubringen, haben Expertinnen und Experten jede einzelne Ganztagsgrundschule besucht, die Ganztagsangebote eingehend betrachtet und sich v.a. mit Eltern, Schulleitung, Lehrerinnen und Lehrern sowie Trägervertretungen und Erzieherinnen und Erziehern ausgetauscht. Aus diesen Besuchen haben die Beteiligten umfangreiche Erkenntnisse über Qualität und Quantität der Hamburger Ganztagsangebote gewonnen und eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen entwickelt.
Darüber hinaus ist es richtig und wichtig, dass sich alle Bundesländer mit dem zukunftsweisenden Thema Ganztag befassen. Deshalb ist es auch gut, wenn sich neben der Praxis auch die Wissenschaft diesem wichtigen Thema annimmt.
Im Zuge der kürzlich erschienenen Studie der Bertelsmann-Stiftung über die Ausstattung gebundener Ganztagsschulen ist eine bundesweite Diskussion über die Entwicklung der Ganztagsschulen entstanden. Auch für Hamburg hat die Studie Fragen hervorgerufen, wie sich der Ganztag in Hamburg im Vergleich zu anderen Ländern darstellt und welches Steigerungspotential es aus Sicht der Bertelsmann-Stiftung noch gibt.
Allerdings wurde öffentlich auch diskutiert, ob und inwiefern die Daten der einzelnen Länder wirklich vergleichbar sind. So hat die Schulbehörde dargelegt, dass die realen Aufwendungen in Hamburg tatsächlich zum Teil deutlich höher sind als in den veröffentlichten Tabellen. Die Studie soll auch Thema auf der Kultusministerkonferenz werden.

Vor diesem Hintergrund möge die Bürgerschaft beschließen:
Der Senat wird ersucht,
1. der Bürgerschaft über die Ergebnisse der Begehungen aller Ganztagsgrundschulen zu berichten und dabei insbesondere die Themen Gruppengröße, Qualität der Angebote, pädagogische Betreuung sowie das Schulessen genauer darzustellen.
2. der Bürgerschaft über sämtliche in Hamburg mit dem Ganztag verbundenen Aufwendungen bis zum 30.09. zu berichten und in diesem Zusammenhang auch auf entsprechende Abweichung zur der aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung hinzuweisen.
3. der Bürgerschaft über die im Hinblick auf die aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung in der KMK geführten Beratungen und dabei gegebenenfalls gewonnenen Erkenntnisse zu berichten.