Kazim Abaci

Fachsprecher für Integration

Bezirk: Altona

„Sanierungsfonds Hamburg 2020“: Ersatzbau des Haus der Jugend Osdorfer Born gemeinsam mit der Geschwister-Scholl-Stadtteilschule in Osdorf

Mittwoch, 07.05.2014, Drucksache 20/

Antrag der Abgeordneten Carola Veit, Gerhard Lein, Barbara Duden, Mathias Petersen, Gabriele Dobusch, Gunnar Eisold, Anne Krischok, Arno Münster, Andrea Rugbarth, Carola Thimm, Kazim Abaci, Peri Arndt, Matthias Czech, Jan-Hinrich Fock, Ulrike Hanneken-Deckert, Lars Holster, Hildegard Jürgens, Melanie Leonhard, Frank Schmitt, Barbara Nitruch und Fraktion

Im Rahmen der Schulbauoffensive investiert der Senat in den Jahren 2013 bis 2019 rund 2 Mrd. Euro in den Schulbau und in die Sanierung von Zu-, Ersatz- und Neubauten der allgemeinen Schulen. Auch Osdorf soll eine neue Stadtteilschule bekommen. Dazu wird das stark sanierungsbedürftige Gebäude der Geschwister-Scholl-Stadtteilschule in Osdorf komplett abgerissen. Da eine Sanierung des mittlerweile sehr stark sanierungsbedürftigen Gebäudes aus den 1970er Jahren teurer wäre als ein Neubau, wurde von einer Sanierung zugunsten eines Neubaus abgesehen. Für rund 37 Mio. Euro Baukosten soll an gleicher Stelle eine moderne neue Stadtteilschule für knapp 900 Schülerinnen und Schüler entstehen.
In einem großzügigen Beteiligungsprozess, ermöglicht durch den Gewinn eines Preises für innovative Schulbauplanung in Höhe von 100.000 Euro, wurde deutlich, dass die enge räumliche Bindung zum Haus der Jugend für die Schule, das Haus der Jugend aber auch den Stadtteil insgesamt eine hohe Bedeutung hat. In die Planungsgespräche wurden nicht nur Schülerinnen und Schüler sowie das Kollegium der Schule eingebunden, sondern auch Vertreter der Anwohnerschaft, der Kultur- und Sozialeinrichtungen im Quartier sowie des Bezirksamtes. Dieser partizipative Prozess war für alle Beteiligten besonders wertvoll und wesentlich, da die Schule mit dem Haus der Jugend zukünftig auch als Quartierszentrum genutzt werden soll.
Das Haus der Jugend Osdorfer Born ist eine Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit im Stadtteil, welche bisher im Gebäudekomplex der Geschwister-Scholl-Stadtteilschule untergebracht ist und eng mit der Schule kooperiert. Das Haus der Jugend bietet ein vielfältiges Angebot für Kinder und Jugendliche, die überwiegend aus dem Osdorfer Born stammen und meistens die Geschwister-Scholl-Schule besuchen. Um die bisher erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Offener Kinder- und Jugendarbeit und Stadtteilschule auch in Zukunft fortführen und weiterentwickeln zu können, soll das Haus der Jugend auch zukünftig eng an die Stadtteilschule angebunden sein. Dabei sollen zum einen die Bedarfe der außerschulischen offenen Kinder- und Jugendarbeit angemessen Berücksichtigung finden, andererseits sollen möglichst viele Flächen und Räume gemeinschaftlich mit der Schule genutzt werden können.
Die integrierte Nutzung von Räumlichkeiten und die Verschränkung von Elementen der Jugendhilfe und der Schule tragen dazu bei, dass Kinder und Jugendliche den schulischen Ganztag als ein vielfältiges Bildungsangebot annehmen können. Die Abwechslung formaler und non-formaler Lernphasen sind bereits in der Zusammenarbeit zwischen der Geschwister-Scholl-Stadtteilschule und dem Haus der Jugend Osdorfer Born erprobt. Diese Zusammenarbeit soll ausgebaut und durch eine Einbeziehung weiterer Nutzergruppen aus dem Stadtteil bereichert werden. Sie trägt damit den aktuellen Entwicklungen in der Bildungsdiskussion Rechnung und sichert die Zukunftsfähigkeit des Bildungsstandorts Osdorfer Born.
Im Ersatzbau sollen bisherige Angebote des Haus der Jugend mit dem Neubau der Schule so zusammengefasst werden, so dass ein Betrieb der ergänzenden, dem gesamten Stadtteil offenen Einrichtung auch außerhalb der Schulöffnungszeiten möglich ist. Bestimmte Funktionsräume des Ersatzbaus können zu jeweils der Hälfte der Schule und einem Ergänzungsbau zugeordnet werden, der das Haus der Jugend ersetzen soll. Mit diesem Ergänzungsbau kann die Weiterentwicklung der Geschwister-Scholl-Schule zu einem Zentrum des sozialen und kulturellen Lebens im Stadtteil erfolgen.
Die bauliche Ergänzung für das Haus der Jugend soll 413 qm Hauptnutzfläche umfassen. Der Kostenkennwert wird auf 3.000 Euro/qm (für das Baujahr 2015) geschätzt. Grunderwerbskosten entstehen nicht. Die Ausstattungskosten werden mit ca. 300.000 Euro angesetzt. Unter Einbeziehung eines Beitrags von ca. 100.000 Euro für Erschließung und robuste Außenanlagen werden die Gesamtkosten für den Bau des Hauses der Jugend Osdorfer Born im Rahmen des Neubaus der Geschwister-Scholl-Schule ca. 1.640.000 Euro betragen. Diese Kosten sind nicht durch die für den Schulbau zur Verfügung stehenden Mittel abgedeckt. Der Bezirk Altona beteiligt sich an der Finanzierung; eine alleinige Finanzierung aus bezirklichen Mitteln ist trotz aller Anstrengungen nicht möglich.

Die Bürgerschaft möge daher beschließen,
1. Im Haushaltsjahr 2014 werden aus dem „Sanierungsfonds Hamburg 2020“ (Haushaltstitel 9890.791.07) zweckgebunden für die Planung und Realisierung des in die Geschwister-Scholl-Stadtteilschule integrierten Ersatzbaus des Haus der Jugend Osdorfer Born 1.300.000 Euro zur Verfügung gestellt und auf den Titel 1331.893.51 „Investitionszuschüsse für die Kinder- und Jugendarbeit“ übertragen.
2. Der Senat wird ersucht, der Bürgerschaft zeitnah über die Kosten und Finanzierung des Ersatzbaus zu berichten (vgl. Drs. 20/6208 – Kostenstabiles Bauen - Fortentwicklung des öffentlichen Bauwesens).