Kazim Abaci

Fachsprecher für Integration

Bezirk: Altona

Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse – Hamburg geht mit Landesgesetz voran!

Donnerstag, 14.06.2012

Deutschland droht ein gravierender Fachkräftemangel. Am 1. April 2012 ist deshalb ein Bundesgesetz in Kraft getreten, das vor allem Menschen, die nicht aus Europa stammen, die Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Berufs- und Studienabschlüsse erleichtert. Diese Menschen haben seitdem einen Rechtsanspruch auf die Bewertung ihrer beruflichen Qualifikationen innerhalb von drei Monaten nach Antragstellung. Der Senat hat ein Landesanerkennungsgesetz erarbeitet, das Regelungen auch für die rund 260 Berufe enthält, die in die Zuständigkeit der Freien und Hansestadt Hamburg fallen, etwa für Lehrer, Erzieher und Ingenieure. Dieses Landesanerkennungsgesetz wird die Bürgerschaft heute in ihrer Sitzung beschließen. Hamburg wird damit als erstes Bundesland auch die landesrechtlichen Voraussetzungen zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse schaffen.

Dazu Kazim Abaci, Fachsprecher Integration der SPD-Fraktion: "Diese Möglichkeit zur Anerkennung ihrer Berufsausbildung oder ihres Studienabschlusses wird etwa 6.000 Hamburgerinnen und Hamburgern mit Migrationshintergrund die Ausübung ihrer erlernten Berufe ermöglichen. Ich freue mich darüber, dass unser Hamburger Landesgesetz im Gegensatz zum Bundesgesetz einen Beratungsanspruch der Anerkennung suchenden Hamburgerinnen und Hamburger enthält. Eine unabhängige Beratungsstelle bietet ihnen während des gesamten Verfahrens Hilfe an. Hamburg wird voraussichtlich das einzige Bundesland sein, dass einen solchen Beratungsanspruch gesetzlich festschreibt. Hamburg geht damit voran und setzt ein Zeichen."

"Das Anerkennungsverfahren hätte viel früher kommen müssen", so Abaci weiter. "Leider wird die Bundesregierung immer erst tätig, wenn die Klagen aus der Wirtschaft laut werden. Ich bin zuversichtlich, dass wir in Zukunft nicht mehr erleben müssen, dass qualifiziert ausgebildete Migrantinnen und Migranten als Taxifahrer oder Putzkräfte arbeiten müssen. Das neue Anerkennungsverfahren zeigt ihnen, dass sie erwünscht sind und dass wir alle wollen, dass sie sich bestmöglich in die deutsche Gesellschaft integrieren. Gut ausgebildete Menschen sollen auch entsprechende Arbeitsstellen finden – und ein anerkannter Berufs- oder Studienabschluss ist dafür die Voraussetzung."