Kazim Abaci

Fachsprecher für Integration

Bezirk: Altona

Stadtteilschulen stärken statt schlechtreden – Hamburg packt die Probleme an

Mittwoch, 27.04.2016

In der heutigen Aktuellen Stunde der Bürgerschaft hat der stellvertretende bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion Kazim Abaci davor gewarnt, angesichts der Zahl an angemeldeten Schülerinnen und Schülern für den gymnasialen Zweig an den Stadtteilschulen in Schwarzmalerei zu verfallen: "Die aktuellen Anmeldezahlen führen wie in jedem Jahr zu bildungspolitischen Diskussionen. Wir sind aber alle gut beraten, uns damit sachlich und ohne ideologische Brille auseinanderzusetzen. Klar ist: Eine neue Schulform wie die erst seit 2010 bestehende Stadtteilschule zu etablieren und weiterzuentwickeln braucht Zeit. Und natürlich darf man in dieser Zeit den Blick vor aktuellen Entwicklungen nicht verschließen – hier aber von einem 'Scheitern' zu sprechen oder sogar den Schulfrieden in Frage zu stellen, ist ebenso abwegig wie fatal. Die Stadtteilschulen haben heute im Schnitt fast 40 Prozent mehr Personal als Gymnasien. Die Zahl der Ganztagsstadtteilschulen wurde in den letzten Jahren mehr als verdoppelt, ebenso die Zahl der Oberstufen. Im Rahmen des umfangreichen Schulbauprogramms wird die Hälfte aller Stadtteilschulen komplett neu gebaut oder umfangreich saniert. All das zeigt: Wir haben in den vergangenen Jahren für die Stadtteilschulen schon eine Menge getan. Es gilt, die Stadtteilschulen weiter zu stärken und nicht schlecht zu reden."

Abaci weiter: "Die Stadtteilschulen leisteten eben nicht nur gute Arbeit in den Bereichen Integration und Inklusion und sorgen für mehr Bildungsgerechtigkeit. Sie bieten gerade auch für leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler gute Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, die steigenden Abiturientenzahlen machen das deutlich." Diese Möglichkeiten gelte es deutlicher darzustellen und weiterzuentwickeln. Hierzu gehöre auch eine klare Formulierung des Leistungsanspruches, so Abaci: "Die Schulwahl der Eltern wird getragen durch den Wunsch, den eigenen Kindern den bestmöglichen Bildungsweg zu bieten, ohne sie dabei zu überfordern. Hier gilt es anzusetzen, etwaige Vorbehalte zu entkräften und die Stärken der Stadtteilschulen deutlicher zu vermitteln."