Ksenija Bekeris

Stv. Fraktionsvorsitzende, Fachsprecherin für Soziales

Bezirk: Hamburg-Nord

Emissionen von Alsterdampfern

Donnerstag, 31.07.2008, Drucksache 19/839

Antwort des Senats: Parlamentsdatenbank

Kleine Anfrage der Abgeordneten Ksenija Bekeris, Monika Schaal

Bereits seit 1857 verkehren Alsterdampfer auf der Binnen- und Außenalster sowie den angrenzenden Kanälen. 1911 verzeichnete man fast 11 Millionen Fahrgäste im Jahr.
1919 übernahm die Hamburger Hochbahn AG (HHA) den Betrieb. Mit der Gründung der ATG Alster- Touristik GmbH am 27. April 1977 wurde das Programm auf touristisch interessante Fahrten ausgerichtet. Die Linienschifffahrt wurde 1984 eingestellt.
Dampfschiffe – bis auf das Museumsschiff St. Georg - werden schon seit langer Zeit nicht mehr eingesetzt, sondern Schiffe mit Dieselmotoren. Mit der „Alstersonne“ fährt auch ein Solarschiff mit Elektrobetrieb auf Hamburgs Gewässern. Die „Alsterwasser“ soll ab Sommer 2008 durch Brennstoffzellen betrieben werden.
Eine starke Belastung der Umwelt und Anlass für Beschwerden sind nach wie vor der von den Dieselmotoren der Alsterschiffe ausgehende Qualm und Gestank.

Daher fragen wir den Senat:

1. Wie viele und welche gewerblichen Alsterschiffe sind derzeit im Betrieb?

a. In welchem Jahr wurden die Schiffe jeweils erbaut?
b. Wer betreibt die Schiffe?
c. Welche Kilometerzahl an Fahrstrecke legen die jeweiligen Schiffe im Jahr zurück und wie haben sich die Zahlen in den letzten drei Jahren entwickelt?
d. Wie stellen sich die aktuellen Fahrgastzahlen dar und welche Fahrgastzahlen wurden jeweils in den Jahren 2003, 2004, 2005, 2006 und 2007 erreicht?

2. Wie werden die jeweiligen Schiffe angetrieben?

a. Mit welchem Kraftstoff werden die jeweiligen Schiffe betankt?
b. Welche Schadstoffe emittieren die jeweiligen Schiffe in welcher Konzentration?
c. Haben sich die Emissionswerte in den letzten Jahren verändert? Wenn ja – in welcher Weise und warum?

3. PKW müssen mit Dieselrussfiltern ausgerüstet sein, um die im Abgas enthaltenen krebserregenden Russpartikel zurückzuhalten.

a. Welche Vorschriften für eine Emissionsminderung gelten für innerstädtisch verkehrende Alsterschiffe?
b. Welche Regelungen sind darin getroffen?
4. Besteht grundsätzlich eine Nachrüstungsmöglichkeit der Schiffe mit Filtertechnik?

a. Wenn ja – wurden Nachrüstungsmöglichkeiten geprüft?
b. Mit welchen Ergebnissen?
c. Wenn nein – wie will die Betreiberin das Abgasproblem ggf. anderweitig lösen?

5. Über die im April 2007 in Kraft getretene „Richtlinie über Zuwendungen für die Beschaffung von emissionsärmeren Dieselmotoren für den Antrieb von Binnenschiffen“ fördert die Bundesregierung die Mehrkosten für die Anschaffung emissionsärmerer Dieselmotoren oder den Austausch eines herkömmlichen Dieselmotors und die Mehrkosten für den Einbau von Partikel- und/oder Stickstoffminderungsanlagen, wenn die Minderung der Partikelmasse um mindestens 90% bzw. bei Stickstoffoxidemissionen um mindestens 70% durch Herstellererklärung oder durch messtechnische Nachweise belegt wird.

a. Inwieweit werden bzw. wurden Zuwendungen auf Grundlage dieser Richtlinie für die Alterschiffe beantragt?
b. Wenn ja - für welche Maßnahmen und in welcher Größenordnung?
c. Wenn nein - warum nicht?
d. Welche weiteren Förderprogramme gibt es und wurden/ werden sie in Anspruch genommen?

6. Wurden wegen der Geruchsbelästigung durch die Alsterschiffe Beschwerden laut und wenn ja, in welchem Umfang?

7. Nach der Drucksache 18/4722 war als nächstes Fahrgastschiff auf der Alster ein mit Brennstoffzellenantrieb versehenes Schiff vorgesehen. Das Schiff sollte ab dem Sommer 2008 verkehren. Wie ist diesbezüglich der Sachstand?