Ksenija Bekeris

Stv. Fraktionsvorsitzende, Fachsprecherin für Soziales

Bezirk: Hamburg-Nord

Lärmschutz für Barmbek erst in drei Jahren? Das ist inakzeptabel!

Mittwoch, 30.06.2010

Bekeris und Buss fordern unverzüglichen Bau der Lärmschutzwände an der Güterumgehungsbahn

Auf Anfrage der SPD-Abgeordneten Ksenija Bekeris und Wilfried Buss hat der Senat bestätigt, dass die Lärmschutzwände an der Güterumgehungsbahn in Barmbek erst frühestens 2013 gebaut werden, und nicht wie vereinbart bereits in diesem Jahr. Der Grund ist, dass die Bahn Mehrkorsten befürchtet, wenn sie die Schutzwände parallel zum Umbau des Barmbeker Bahnhofes errichten lässt. Doch diese Begründung ist für die SPD-Abgeordneten inakzeptabel: „Die Menschen, die an der Strecke wohnen, leiden täglich an dem starken Lärm durch die Güterzüge. Das ist eine enorme Beeinträchtigung ihrer Gesundheit und Lebensqualität. Zumal an der Strecke auch mehrere Kindertagesstätten liegen, die von dem Lärm direkt betroffen sind. Da kann es nicht angehen, sie noch drei Jahre länger warten zu lassen, nur weil es für die Bahn eventuell etwas teurer wird“, sagt Ksenija Bekeris.

Die Bahn AG führt als Grund für die Verzögerung an, dass die Lärmschutzwände direkt am Bahnhof Barmbek nicht gebaut werden können, solange der Bahnhof selbst umgebaut wird. Der Bahnhofs-umbau wird aber frühestens 2013 abgeschlossen sein. Deshalb müssen die Lärmschutzwände angeblich so lange warten. Doch die Anwohnerinitiativen, die in einem jahrelangen zähen Kampf mit Unterstützung der SPD-Abgeordneten die Schutzwände überhaupt erst durchgesetzt hatten, argumentieren, dass es technisch kein Problem wäre, die Wände rechts und links des Bahnhofs jetzt sofort zu bauen und nur das kleine Teilstück, dass direkt vom Bahnhofsumbau betroffen ist, später nachzuholen. Und die Bahn AG gesteht auch ein, dass es nicht um ein technisches Problem geht, sondern schlicht um Geld: Sie befürchtet, dass eine Teilrealisierung mehrere Ausschreibungen nötig machen und dadurch die Kosten erhöhen könnte.

Doch diese Begründung lassen Bekeris und Buss nicht gelten: „Die Bahn muss endlich begreifen, dass sie die Gesundheit der Menschen nicht als kühlen Kostenfaktor betrachten darf. Wenn man schwere, laute Güterzüge mitten durch die Stadt fahren lassen will, dann muss man auch das Geld für den erforderlichen Lärmschutz aufbringen, und zwar sofort und nicht erst am St. Nimmerleinstag. Außerdem haben die Anwohner ihren Anteil an den Kosten längst eingesammelt und gezahlt. Deshalb haben sie ein Recht darauf, dass sie nun endlich die Gegenleistung erhalten und vor dem Lärm geschützt werden“, beharrt Wilfried Buss.