Ksenija Bekeris

Stv. Fraktionsvorsitzende, Fachsprecherin für Soziales

Bezirk: Hamburg-Nord

Not-Programm für Obdachlose

Mittwoch, 15.12.2010

SPD-Antrag in der Bürgerschaft: Unterbringungsplätze kurzfristig aufstocken – Anlaufstelle für nicht-deutsche Obdachlose einrichten

Mit Hinweis auf die derzeitige Wetterlage hat die SPD-Bürgerschaftsfraktion den Senat aufgefordert, kurzfristig die Zahl der Unterbringungsplätze für Wohnungslose zu erhöhen. „Wir fordern vom amtierenden Senat, dass er Dinge anpackt, die dringend sind und kurzfristig umgesetzt werden können“, sagte die SPD-Sozialpolitikerin Ksenija Bekeris.

Derzeit gebe es – verursacht durch die Minustemperaturen - einen großen Andrang bei der Vermittlung aus Unterkünften in Wohnungen. Gleichzeitig werde bereits seit längerem eine gestiegene Zahl von Flüchtlingen registriert. Vor diesem Hintergrund sei kurzfristig eine deutliche Aufstockung der Unterbringung nötig, sagte Bekeris. Sie verwies auf einen Bürgerschaftsantrag der SPD-Fraktion, der im Landesparlament debattiert wird.

Bekeris sprach sich für die schnelle Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle für nicht-deutsche Wohnungslose aus. Die SPD zieht damit Konsequenzen aus der Hamburger Obdachlosenstudie 2009, die bereits damals einen starken Anstieg nicht-deutscher Obdachloser verzeichnete. „Der Senat hat hier auf eine erkennbare Entwicklung nicht reagiert. Leidtragende sind Menschen, die ohne fremde Hilfe kaum überleben können“, sagte Bekeris. Die Anlaufstelle soll die Verbindung zu Konsulaten herstellen, eine Rechtsberatung anbieten und ärztliche Akutversorgung vermitteln. Unter anderem solle geklärt werden, ob die Menschen Ansprüche gegenüber ihrem ursprünglichen Heimatland geltend machen können.

Langfristig müsse auf die unterschiedlichen Gruppen von Wohnungslosen eingegangen werden. Im Mittelpunkt eines neu geordneten Hilfesystems sollten so genannte Clearinghäuser stehen. Diese bieten eine wohnungsähnliche Unterbringung, Fachkräften für die jeweilige Zielgruppe stehen mit Rat und Tat zur Seite. So klären die Fachkräfte mit den Wohnungslosen zum Beispiel innerhalb eines halben Jahres deren Wohnperspektive und vermitteln in Privatwohnraum.

Bekeris wies in diesem Zusammenhang auf das Jungerwachsenenprojekt in Hamburg hin. Mit ihm gebe es bereits ein erfolgreiches Konzept für eine intensive zielgruppenorientierte Vermittlung. „Über 50 Prozent der teilnehmenden Jugendlichen konnten bisher in Privatwohnraum vermittelt werden. Das Jungerwachsenenprojekt ist ein guter Ansatz zur Zielgruppenorientierung. Hier müssen wir anknüpfen und aus den gemachten Erfahrungen für die Einrichtung von Clearinghäusern lernen. “ sagte Bekeris.