Ksenija Bekeris

Stv. Fraktionsvorsitzende, Fachsprecherin für Soziales

Bezirk: Hamburg-Nord

Obdachlosen schnell helfen

Donnerstag, 16.12.2010

Bekeris: Menschen ohne Wohnung leiden auch unter Versäumnissen der CDU in den vergangenen Jahren

Die SPD-Bürgerschaftsfraktion hat – mit Hinweis auf die aktuelle Wetterlage – mehr Einsatz der Stadt für die in Hamburg lebenden Obdachlosen gefordert. „Auch Obdachlose haben eine menschenwürdige Unterkunft verdient. Ich appelliere an den Senat: Reagieren Sie und schaffen Sie geeignete Notschlafplätze“, forderte die SPD-Sozialpolitikerin Ksenija Bekeris. Die SPD-Fraktion fordere vom amtierenden Senat nicht mehr und nicht weniger, als dass er "Dinge anpackt, die dringend sind und kurzfristig umgesetzt werden können“, sagte die Abgeordnete in der Debatte. Anderenfalls drohe die Gefahr, dass Hamburg schon bald den ersten Kältetoten dieses Winters registrieren müsse. Sie warf dem Senat vor, sehenden Auges in die derzeit problematische Lage gelaufen zu sein. Leidtragende der CDU-Versäumnisse seien Menschen, die ohne Hilfe kaum überleben können.

Derzeit gebe es – verursacht durch die Minustemperaturen - einen großen Andrang bei der Vermittlung aus Unterkünften in Wohnungen. Gleichzeitig werde bereits seit längerem eine gestiegene Zahl von Flüchtlingen registriert. Vor diesem Hintergrund sei kurzfristig eine deutliche Aufstockung der Unterbringung nötig, sagte Bekeris. Sie verwies auf einen Bürgerschaftsantrag der SPD-Fraktion. Die SPD habe mit dem Antrag ein Konzept vorgelegt, zu dem sich der Senat nicht in der Lage gezeigt habe.

Momentan gebe es eine akute Notsituation – nicht nur im Winternotprogramm. "Seit dem Sommer wissen wir bereits, dass die regulären Wohnunterkünfte für Wohnungslose überfüllt sind und schon viel länger wissen wir, dass die Zahl der Obdach Suchenden durch die Zuspitzung am Wohnungsmarkt stark zugenommen hat. Für die Aufnahme von Frauen gibt es überhaupt keine Kapazitäten mehr", sagte Bekeris.

Sie sprach sich weiter für die schnelle Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle für nicht-deutsche Wohnungslose aus. Seit 2009 sei ein starker Anstieg nicht-deutscher Obdachloser zu verzeichnen. „Der Senat hat hier auf eine erkennbare Entwicklung viel zu lange nicht reagiert. Leidtragende sind Menschen, die ohne fremde Hilfe kaum überleben können“, sagte Bekeris. Die Anlaufstelle soll die Verbindung zu Konsulaten herstellen, eine Rechtsberatung anbieten und ärztliche Akutversorgung vermitteln. Unter anderem solle geklärt werden, ob die Menschen Ansprüche gegenüber ihrem ursprünglichen Heimatland geltend machen können.

Langfristig müsse man sich verstärkt um die einzelnen Gruppen von Obdachlosen kümmern. Im Mittelpunkt eines neu geordneten Hilfesystems sollten so genannte Clearinghäuser stehen. Diese bieten eine wohnungsähnliche Unterbringung, Fachkräften für die jeweilige Zielgruppe stehen mit Rat und Tat zur Seite. So klären die Fachkräfte mit den Wohnungslosen zum Beispiel innerhalb eines halben Jahres deren Wohnperspektive und vermitteln in Privatwohnraum.