Ksenija Bekeris

Stv. Fraktionsvorsitzende, Fachsprecherin für Soziales

Bezirk: Hamburg-Nord

Winternotprogramm für Obdachlose umgehend um 200 Betten erweitern

Mittwoch, 01.12.2010

SPD-Sozialpolitikerin Bekeris fordert Senat zum sofortigen Handeln auf, um Kältetote zu verhindern

Mit den ersten kalten Tagen ist klar geworden: das Winternotprogramm für Obdachlose ist nicht ausreichend. Alle Wohncontainer sind seit Beginn des Programms restlos belegt, die Unterkunft in der Sportallee kann keine weiteren Obdachsuchenden aufnehmen. Behelfsbetten in der Notüber-nachtungsstätte Pik As sind die einzige Chance auf eine warme Nacht. Aber auch hier sind die Auf-nahmekapazitäten nicht unerschöpflich.

„Der Senat ist sehenden Auges mit einer zu geringen Zahl an Notübernachtungsplätzen in den Winter gegangen. Wenn jetzt nicht mehr Plätze zur Verfügung gestellt werden, ist es eine Frage der Zeit, wann der erste Kältetote zu betrauern ist. Mindestens 200 weitere Notbetten in max. 4-Bett-Zimmern sind nötig, um die Situation zu entschärfen. Herr Wersich, werden sie ihrer Verantwortung gerecht und reagieren sie endlich!“ ruft Ksenija Bekeris den Sozialsenator zum Handeln auf.

Die Aussage der Sprecherin der Sozialbehörde Julia Seifert im Hamburg Journal vom 30.11., Spitzen in der Belegung habe es in den letzten zehn Jahren immer wieder gegeben und diese bauten sich auch wieder ab, bewertet Ksenija Bekeris als problemfremd und zynisch.

„Wir haben spätestens seit dem Sommer eine deutliche Zuspitzung bei der Wohnraumversorgung für Wohnungslose in einem bisher unbekannten Ausmaß. Das bestätigen alle Expertinnen und Experten aus der Hamburger Wohnungslosenhilfe. Zentrale Gründe für die dramatische Situation sind der Wohnungsnotstand, der Vermittlungsstau aus der Unterbringung in Wohnraum und die Zunahme von Flüchtlingen“ erläutert Bekeris die Ursachen der Zuspitzung.

Zur Bekämpfung von Wohnungslosigkeit hat die SPD-Fraktion in der vergangenen Woche einen umfassenden Antrag in die Bürgerschaft eingebracht. Darin werden neue Wege zu mehr Zielgruppenorientierung aufgezeigt, die langfristig einen Abbau der öffentlich-rechtlichen Unterbringung ermöglichen sollen. „Aktuell sind wir von einem Abbau der Unterbringung weit entfernt. Der Senat muss nun trotz Koalitionsbruch erst einmal die akute Notlage der Obdachlosen durch eine Ausweitung der Unterbringung entschärfen“ so Ksenija Bekeris abschließend.