Ksenija Bekeris

Stv. Fraktionsvorsitzende, Fachsprecherin für Soziales

Bezirk: Hamburg-Nord

Wohnungseinbrüche in Barmbek, Uhlenhorst, Dulsberg und Hohenfelde: Aufklärung runter, Fallzahlen rauf

Mittwoch, 27.10.2010

SPD-Abgeordnete Bekeris und Buss fordern neue Konzepte in der Einbruchsprävention und -bekämpfung

Die Wohnungseinbrüche haben in Hamburg im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent zugenommen – und im Wahlkreis Barmbek-Uhlenhorst-Dulsberg-Hohenfelde sogar um 31 Prozent! Daher fordern Ksenija Bekeris und Wilfried Buss, die beiden SPD-Bürgerschaftsabgeordneten des Wahlkreises, den Senat auf, in der Einbruchsprävention und -bekämpfung neue Wege zu gehen.

„Kaum eine Straftat betrifft das Sicherheitsempfinden der Menschen so sehr wie der Wohnungseinbruchsdiebstahl. Es ist angesichts der traurigen Zahlen deshalb mehr als überfällig, dass Hamburg neue Wege bei der Prävention geht. Wir wollen das Bremer Konzept der sog. künstlichen DNA auch in Hamburg in den besonders einbruchsbelasteten Stadtteilen starten. Leider mauert Schwarz-Grün noch“, so der SPD-Wahlkreisabgeordnete Wilfried Buss unter Hinweis auf eine entsprechende Senatsanfrage. Diese hatte u.a. ergeben, dass in 14 Hamburger Stadtteilen in diesem Jahr noch kein Einbruch aufgeklärt worden ist. Parallel sind die Fallzahlen deutlich gestiegen - im ersten Dreivierteljahr in ganz Hamburg um über 20 Prozent - im Wahlkreis Barmbek-Uhlenhorst-Dulsberg-Hohenfelde sogar um 31 Prozent.

Darum geht es bei der künstlichen DNA: Bremen hat im letzten Herbst ein bundesweit einmaliges Projekt zur Verhütung von Einbruch und Diebstahl gestartet: Mit dem Einsatz sogenannter künstli-cher DNA soll dort eine nachhaltige Präventionswirkung und eine deutliche Reduzierung der Woh-nungseinbrüche erreicht werden. Wertvolle Gegenstände, die vor Diebstahl geschützt werden sollen, können von den Bewohnerinnen und Bewohnern mit der künstlichen DNA markiert werden. Zugleich werden Schilder und Warnzeichen angebracht, die darauf hinweisen, dass die Häuser und Wohnungen DNA-gesichert sind. Bei der künstlichen DNA handelt es sich um eine durchsichtige Markierungsflüssigkeit, die ähnlich einem Lack auf Gegenstände aufgebracht wird. Jede Markierungsflüssigkeit ist mit einem individuellen DNA-Code und zusätzlich mit kleinen codierten Kunststoffplättchen, den sogenannten Microdots, ausgestattet. Über die Microdots kann schnell und ohne aufwendige Analyseverfahren der rechtmäßige Erwerber des Markierungssets ermittelt werden. Die Microdots sind mit Individualcodierungen versehen, die nur einmal pro Markierungsset vergeben werden. Die eingelaserte Individualnummer kann mittels eines Mikroskops am Computer sichtbar gemacht werden. Die Individualnummern lassen sich über die Kundendatenbank des Herstellers den Personalien der rechtmäßigen Erwerberin oder Erwerbers zuordnen. Nach Medienberichten ist die Zahl der Einbrüche in Bremen – im Gegensatz zum Hamburg – seit dem Start des Projekts gesunken. Der Senat sollte deshalb kurzfristig das in Bremen erfolgreich angelaufene Projekt der künstlichen DNA auch in Hamburg – gemeinsam mit privatwirtschaftlichen Partnern – auf den Weg bringen – so die Forderung der beiden SPD-Bürgerschaftsabgeordneten.

Weiter fordern die beiden SPD-Bürgerschaftsabgeordneten eine stärkere Bekämpfung der Absatzkanäle beim Einbruch: „Die dramatische Einbruchsentwicklung ist jedenfalls zum Teil auch hausgemacht: Präsenzverluste bei der Polizei und falsche Sparentscheidungen spiegeln sich in den Zahlen wieder. Die Hehlereibekämpfung bei unserer Polizei findet kaum noch statt; nun soll auch noch die Sachfahndung beim LKA zerschlagen werden. Dabei ist es doch von zentraler Bedeutung, die Absatzkanäle genauso im Blick zu behalten. Da wird mal wieder am falschen Ende gespart“, so Ksenija Bekeris abschließend.