Ksenija Bekeris

Stv. Fraktionsvorsitzende, Fachsprecherin für Soziales

Bezirk: Hamburg-Nord

Die U5 – ein Generationenprojekt

Der geplante Bau der neuen U-Bahnlinie 5 von Hamburg Bramfeld bis hin zum Osdorfer Born ist aktuell das größte Infrastrukturprojekt im ÖPNV in Hamburg. Erstmals sollen die Stadtteile Steilshoop, Lurup, Osdorf und Bramfeld an das Schnellbahnnetz angeschlossen werden. Das Großprojekt bedeutet nicht nur für die unmittelbar entlang des Streckenverlaufs lebenden und wohnenden Menschen Vorteile. Das Gesamtangebot des ÖPPNV wird sich dadurch auch darüber hinaus für alle Hamburger*innen  merklich verbessern. Durch die Anbindung der noch nicht angeschlossenen Stadtteile kann zudem eine echte Alternative zum eigenen Fahrzeug geschaffen werden, was die Verkehrsdichte auf den Straßen Hamburgs mindern kann.

Ein solch großes Projekt schafft viel Gesprächsbedarf. Viele Bürger*innen  werden von den Baumaßnahmen unmittelbar betroffen sein. Viele Sorgen und Befürchtungen müssen geklärt und berücksichtigt werden. Gesetzlich ist die Öffentlichkeitsbeteiligung bei Infrastrukturprojekten dieser Größenordnung erst im Planverfahren erforderlich. Vor dem Hintergrund der Intensität der durchzuführenden Maßnahmen wollten Politik und HOCHBAHN bei der U5 jedoch sehr viel früher ansetzten. Bereits die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie werden zusammen mit Fachleuten und Bürger*innen vor Ort erörtert und diskutiert werden.

Die Bürgerschaft hat deswegen beschlossen, nicht nur mit dem Bau der U5 neue Wege zu gehen, sondern auch bei der Beteiligung. Dennoch ist der Vorhabenträger – in diesem Falle die HOCHBAHN – dem Wunsch der Politik und der Bürger*innen gefolgt und hat eigens einen Planungsstab für die Einrichtung eines Verfahrens zur Beteiligung eingesetzt. Auf der Internetseite www.schneller-durch-hamburg.de der HOCHBAHN zur Beteiligung, können Sie aktuelle Informationen zum Sachstand und zu Beteiligungsveranstaltungen einsehen.

Im eigentlichen Planungsprozess hat die HOCHBAHN zunächst eine Machbarkeitsstudie des östlichen Verlaufs erstellen lassen. Darin sind mögliche Trassenverläufe, mögliche Haltestellen, und deren Erreichbarkeit sowie die potenzielle Kundendichte im Bereich der Haltestellen geprüft worden.

Nach vielen daran angeschlossenen Beteiligungsrunden ist nun klar, wie die Trasse der U5 im östlichen Teil bis zur City Nord führen wird. Beginnend in Bramfeld werden weitere vier Stationen gebaut werden: Steilshoop, Fuhlsbüttler Straße / Nordheimstraße, Sengelmannstraße und City Nord. An der Station Sengelmannstraße wird die Möglichkeit geschaffen in die U1 umzusteigen. Weitere Informationen zum Verlauf der U5-Ost finden Sie hier: Strecke und Haltestellen stehen fest – HOCHBAHN. https://www.schneller-durch-hamburg.de/dialog/informationen/strecke-und-haltestellen-der-u5-ost-stehen-fest

Die Untersuchung zur Streckenführung der U5-Ost hat ergeben, dass die ursprünglich geplante „Barmbeker Beule“ mit einer Haltestelle im Bereich Hartzloh nicht sinnvoll umsetzbar ist. Die U5 wird Barmbek nun an seinem nördlichsten Zipfel zu Ohlsdorf anbinden, indem eine neue Station an der Kreuzung Nordschleswiger Straße / Fuhlsbüttler Straße errichtet wird. Auf Wirken der SPD-Bezirksfraktion werden sich die Aus- und Eingänge zur Fuhlsbüttler Straße hin orientieren.

Eine U-Bahn bedeutet nicht nur zügigen Transport. Es gehen auch gewaltige Stadtentwicklungspotentiale von einer Schnellbahnanbindung aus. Um Barmbek auch weiterhin auf Höhe der Zeit zu halten und die vielgenutzten Buslinien auf der Fuhlsbüttler Straße zu entlasten, hat die SPD-Bezirksfraktion zudem beantragt, dass die U3 eine weitere Haltestelle erhalten soll. Erste Signale des Senats auf diesen Wunsch sind außerordentlich positiv und in die Haltestelle in die vertiefende Planungsphase überführt. Die Haltestelle soll zwischen Barmbek und der Habichtstraße an der Fuhlsbüttler Straße auf Höhe des Heidhörns errichtet werden.

Nach der Vorlage der Vorentwurfsplanung zur U5-Ost, setzt die HOCHBAHN nun die Streckenplanung Richtung Innenstadt weiter fort. Die Idee die Trasse über den Mühlenkamp entlang bis zur Mundsburger Brücke zu führen, ist bereits verworfen worden. Die notwendigen Baumaßnahmen für die Haltestellen hätten in Teilen unter bestehenden Häusern stattfinden müssen. Mittlerweile wird die Strecke entlang der Barmbeker Straße, Winterhuder Weg und dann in Richtung Innenstadt geführt. Wie viele Haltestellen zwischen Borgweg und dem Verlauf Richtung Rathaus hergestellt werden, ist noch nicht endgültig geklärt, aberauch hier, bei der Fortsetzung der U5, wird die Meinung der Bürger*innenberücksichtigt und erste Veranstaltungen auf Kampnagel haben bereits stattgefunden.

Mittlerweile gibt es auch ein Ergebnis der Machbarkeitsstudie für den Westen der Stadt: Lurup, Osdorfer Born und Science City werden mit der S32 angebunden, die Arenen durch die U5. Damit erhalten über 50.000 Menschen eine schnelle und komfortable Anbindung an den ÖPNV.
Die HOCHBAHN hat für jeden Bereich der Planungen Regionalbeauftragte eingesetzt, die sich den Fragen der Bürger*innen annehmen. Alternative Ideen zur Haltestellenlage, den Ausgängen und Verständnisfragen können im aktuell laufenden Verfahren eingebracht werden.



Stand: September 2019