Ksenija Bekeris

Stv. Fraktionsvorsitzende, Fachsprecherin für Soziales

Bezirk: Hamburg-Nord

Im Jahr 2017 wurden bundesweit fast 140.000 Menschen Opfer von häuslicher Gewalt. 82 Prozent der Geschädigten sind Frauen. In Zahlen bedeutet dies: 11480 Frauen sind in Deutschland Opfer häuslicher Gewalt – die Dunkelzahl der Übergriffe wird deutlich höher liegen.

  • Opferschutz in Hamburg: Auf der Internetseite finden Sie umfangreiche Informationen zum Opferschutz in Hamburg.


Hamburg ergreift vielfältige Maßnahmen, um vor häuslicher Gewalt zu schützen. Die Opfer häuslicher Gewalt brauchen eine professionelle Betreuung und Beratung und Möglichkeiten der gesicherten Unterbringung. Auch die Präventions- und Täterarbeit ist ein wichtiger Bestandteil des Opferschutzes.

Schließlich gilt es, die Straftaten schnell und effektiv zu verfolgen und die einzuleitenden Schutzmaßnahmen rechtsstaatskonform abzusichern. Für die Verbesserung des Opferschutzes stellt die Koalition von SPD und GRÜNEN insgesamt 2,3 Mio. Euro im laufenden Haushalt zur Verfügung.

Der schon 2014 beschlossene umfangreich Landesaktionsplan zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen wird fortgeschrieben und ausgebaut.

Frauenhäuser

Für viele der Betroffenen ist der erste Schritt in ein gewaltfreies Leben Schutz zu suchen. Insbesondere für Frauen stehen dafür in Hamburg fünf Frauenhäuser zur Verfügung. Bereits in den Jahren 2012 und 2015 hatte die SPD-Fraktion rund 6,7 Mio. Euro für die Sanierung und Modernisierung der Frauenhäuser bereitgestellt. Aufgrund der steigenden Fallzahlen wird in Hamburg ein weiteres, sechstes Frauenhaus mit bis zu 35 Plätzen eröffnet. Daneben investiert die Stadt weiter in die Sanierung der existierenden Schutzhäuser und stellt dafür 820.000 Euro bereit.

Beratung & Wohnungssuche

Die Beratungsangebote für Opfer häuslicher Gewalt sind vielschichtig. Sie richten sich an Frauen, Männer, LGBTI*-Menschen, Kinder und Jugendliche und werden auch in der jeweiligen Muttersprache angeboten. Neben der psychologischen Beratung und Unterstützung in den Frauenhäusern geht es auch um die Vermittlung von neuem Wohnraum oder Hilfe bei finanziellen Problemen und der Suche nach Arbeit. Die Beratung endet dabei nicht mit der Wohnungsvermittlung, sondern kann bis zu drei Jahre in Anspruch genommen werden. Damit der Übergang in ein neues, selbstbestimmtes Leben zukünftig schneller gelingt, wird außerdem angestrebt, die Unterstützung bei der Wohnungssuche früher zu beginnen.

Neben den existierenden Beratungsangeboten soll auch die proaktive und aufsuchende Beratung in Hamburg ausgebaut werden. Aufgrund der insgesamt steigenden Fallmeldungen werden daher die zur Beratung bereitgestellten Ressourcen im Haushaltsjahr 2019/20 um 250.000 Euro erhöht.

Beratungsstellen für Erwachsene, die in der Kindheit Opfer von sexualisierter Gewalt wurden – dies betrifft auch Männer –, werden aufgrund des steigenden Bedarfs ebenfalls angepasst.

Prävention

Neben der Beratung der Opfer und ihrer Angehörigen, setzt die Rot-Grüne Koalition auf die weitere Stärkung der Prävention. Hamburgerinnen und Hamburger sollen ermutigt werden, nicht wegzuschauen, wenn in der Nachbarschaft Fälle von häuslicher Gewalt auftreten. Dabei setzen die Präventionsangebote schon bei der Wertevermittlung an. Das Projekt „comMIT!ment“, beispielsweise, vermittelt Jungen und jungen Männern im Alter zwischen 16 und 27 Jahren die Werte des gleichberechtigen Zusammenlebens aller Menschen in Hamburg. Das Projekt „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ wird fortgesetzt.

•    Weiter Informationen und konkrete Angebote können auf dieser Internetseite abgerufen werden.

Strafverfolgung

Ferner muss die zügige Strafverfolgung der Täterinnen und Täter sichergestellt werden. Die Staatsanwaltschaft Hamburg meldete in den zurückliegenden Jahren einen stetigen Anstieg der im Bereich Beziehungsgewalt eingegangenen Anzeigen. Um den steigenden Fallzahlen zu begegnen, wurden die dafür vorgehaltenen Arbeitszeiten erhöht. Darüber hinaus erfordert die immer komplexer werdende Arbeit der Staatsanwaltschaft insgesamt einen Anstieg der Ressourcen, dem SPD und GRÜNE im aktuellen Haushaltsplan mit einer Aufstockung der Gelder um 55.000 Euro gerecht wurden.

Stand: August 2019