Randbereiche des Hamburger Rathausmarktes attraktiver gestalten, Sanierung der grünen Glaspavillons vorantreiben, verkehrliche Situation verbessern

Montag, 26.11.2018, Drucksache 21/

Antrag der Abgeordneten Dirk Kienscherf, Jenspeter Rosenfeldt, Martina Koeppen, Anne Krischok, Christel Oldenburg, Annkathrin Kammeyer, Uwe Lohmann, Lars Pochnicht, Hansjörg Schmidt, Henriette von Enckevort, Michael Weinreich und Fraktion sowie Olaf Duge, Martin Bill, René Gögge, Farid Müller, Ulrike Sparr (GRÜNE) und Fraktion

Der Hamburger Rathausmarkt ist der zentrale Platz in unserer Stadt und erfreut sich immer größerer Beliebtheit bei den Hamburgerinnen und Hamburger sowie ihren Gästen.
Der Hamburger Architekt Alexis de Chateauneuf legte kurz nach dem Großen Brand 1842 einen Plan zur Neugestaltung des zukünftigen Rathausmarktes vor. Fritz Schumacher, der den Nachlass Chateauneufs studieren konnte, bezeichnete dessen Werk als die „größte künstlerische Leistung Hamburgs im 19. Jahrhundert“. Zu dem „Kunstwerk Hamburg“, wie es Hamburgs Oberbaudirektor Fritz Schumacher in seinem Buch dargestellt hat, gehört auch der Rathausmarkt mit seinen Denkmälern, der Kleinen Alster und den Alsterarkaden. Von hier aus öffnet sich Hamburg dem Wasser. Der Rathausmarkt und die Kleine Alster sind aneinander zugeordnet und ein idealer Angelpunkt für die maritim geprägte Struktur der Stadt.
Im April 1975 beschloss der Hamburger Senat einen städtebaulichen Ideenwettbewerb zur Neugestaltung des Rathausmarktes. Ziele des Wettbewerbs waren insbesondere die Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs sowie die Stärkung des Platzes als innerstädtischer Freizeit- und Erholungsraum.
Der umgestaltete Rathausmarkt wurde 1982 durch Bürgermeister Klaus von Donhanyi eingeweiht. Die mittlere Platzfläche wurde leicht abgesenkt. Der Platz erhielt einrahmende Stufen. An der Nordseite ergänzen seit 1982 zwei Arkadengänge – die sogenannten Grünen Pavillons – den Rathausmarkt.Sie setzen ihn, zusammen mit geschnittenen Platanen, optisch von der Straße und den Bushaltestellen ab. Zur Kleinen Alster wurde eine neue Freitreppe am Reesendamm in Verbindung mit der von Johann Hermann Maack 1846 geschaffenen Vierteltreppe angelegt. Die Freitreppe sollte den Rathausmarkt hin zur Alster besser öffnen.
Heute wird die neue Freitreppe zusammen mit der Vierteltreppe von Maack sehr gern von Hamburgerinnen und Hamburger sowie Ihren Gäste zum Verweilen genutzt. Auch gehen von diesem Ort faszinierende Bilder friedlichen Sporttreibens um die Welt, wenn zum Beispiel tausende Triathleten hier alljährlich aus der Alster steigen.
Mit dem Reesendamm und den östlich an den Rathausmarkt angrenzenden Verkehrsflächen verfügt der Platz grundsätzlich über äußerst attraktive Randbereiche, die zurzeit vom Busverkehr (Linien 4, 5, 109 sowie Schnellbusse) als Fahrbahn oder Bushaltestelle genutzt werden. Diese könnten im Fall einer möglichen Verlagerung des Busverkehrs in die zukünftig für den motorisierten Durchgangsverkehr geschlossene Bergstraße für Fußgängerinnen und Fußgänger, für Gastronomie und anderes besser bzw. erstmals genutzt werden und so die Attraktivität des gesamten Platzes und des Reesendamms deutlich steigern. Die Platzfläche würde praktisch damit deutlich ausgeweitet werden können.
Verbesserungsnotwendigkeiten und -möglichkeiten gibt es auch im Bereich der stark sanierungsbedürftigen grünen Pavillons. Die gemeinsamen Planungen der Sprinkenhof GmbH mit dem Denkmalschutzamt zur Sanierung der „Grünen Pavillons“ sind zügig voranzutreiben. Ebenso sind hier zukünftige Angebotsvarianten und die bestehende Betriebe in die Überlegungen einzubeziehen.
An den Rathausmarkt werden vielfältige Nutzeransprüche herangetragen, die es zu berücksichtigen gilt. Er ist ein mittlerweile stark frequentiertes touristisches Ziel, Sta-tion einiger Buslinien und Knotenpunkt von zwölf Velorouten. Vor dem Hintergrund einer etwaigen Sperrung der Bergstraße für den motorisierten Individualverkehr erscheint die Prüfung der Anpassung der Buslinienführung über die Bergstraße sinnvoll. Dabei ist klar, dass dieses im Rahmen der Herstellung barrierefreier Bushalte-stellen auch zu baulichen Anpassungen der Fußwege führen müsste. Gleichwohl sollte vor dem Hintergrund der beabsichtigten Sperrung der Bergstraße für den Durchgangsverkehr eine solche perspektivische Prüfung gestartet werden um ggf. langfristige Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen zu können.
Ziel ist es, den bei Hamburgerinnen und Hamburgern und Ihren Gästen beliebten Rathausmarkt in seiner Nutzungs- und Aufenthaltsqualität sorgfältig und ausgewogen noch attraktiver zu gestalten. Dafür kann es auch nötig sein, bestehende Angebotsvarianten anzupassen und zu ergänzen.
Vor dem Hintergrund der historischen Bedeutung des Rathausmarktes, der zukünftigen Potenziale für eine weitere Belebung und der aktuellen Sanierungserfordernisse müssen nun weitere Weichenstellungen zur positiven mittel- und langfristigen Entwicklung des Platzes und seiner Umgebung vorgenommen werden.

Die Bürgerschaft möge beschließen:
Der Senat wird ersucht,
1. die Planungen zur Sanierung der Arkadengänge – die sogenannten Grünen Pavillons – auf dem Rathausmarkt weiter voranzutreiben;
2. gemeinsam mit der Sprinkenhof GmbH ein neues Nutzungskonzept für die Arkadengänge auf dem Rathausmarkt zu erarbeiten;
3. zu prüfen, welche langfristigen Alternativen es zur aktuellen Buslinienführung rund um den Rathausmarkt gibt und dabei die Abwicklung der Linienführung über die Bergstraße in Betracht zu ziehen;
4. im Rahmen der Prüfung unter 3. auch die Radverkehrsführung der umliegenden Straßen und der 12 Velorouten zu betrachten,
5. im Falle positiver Ergebnisse unter Petitumspunkt 3. einen Zeitplan zur Erstellung eines möglichen Nutzungskonzept für den Bereich der Straße Rathausmarkt mit den Einmündungen der Straßen Plan und Hermannstraße sowie den Reesendamm vorzulegen;
6. sicherzustellen, dass Impulse aus den Bereichen Einzelhandel und Tourismus in die Planungen einbezogen werden;
7. dem Stadtentwicklungsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft bis zum 30.04.2019 über die Fortschritte zu berichten.
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