Monika Schaal

Fachsprecherin für Umwelt

Bezirk: Eimsbüttel

Gutachten über Betrieb von Babyklappen: Was will Wersich?

Donnerstag, 14.01.2010

Studie liegt dem Sozialsenator seit zwei Monaten vor - SPD spricht sich grundsätzlich für Babyklappen aus

„Senator Wersich sagt nicht, wie es mit Babyklappen und „Erste-Baby-Hilfen“ in Hamburg weitergehen soll – über ein halbes Jahr, nachdem er medienwirksam nach angeblich verschwunden Babys fahnden ließ und über zwei Monate nach Vorlage des erst heute vorgestellten Gutachtens“, kritisiert die Kinder- und Jugendexpertin der SPD-Fraktion, Carola Veit, den zuständigen Senator. Statt in Hamburg für Klarheit zu sorgen, versuche Wersich, sich in bundespolitische Formulierungen zu flüchten: „Vermutlich wollte Senator Wersich mit einer Pressekonferenz in Berlin kritische Fragen zu seiner fragwürdigen Rolle in der Hamburger Diskussion um Babyklappen und „Erste-Baby-Hilfen umgehen“. Veit kündigte an, die Auswirkungen des Gutachtens für die Hamburger Einrichtungen im Familien-, Kinder- und Jugendausschuss zu thematisieren.

Zum Hintergrund: Senator Wersich hat heute auf einer Pressekonferenz in Berlin gemeinsam mit dem „Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht“ (DIJuF) dessen Gutachten zu Babyklappen vorgestellt. Das Gutachten liegt dem Sozialsenator nach Auskunft von Senatsvertretern spätestens seit der ersten Novemberhälfte 2009 vor. Bisher hatte Senator Wersich sich geweigert, das Gutachten dem Familien-, Kinder- und Jugendausschuss der Bürgerschaft vorzulegen.

Veit betonte, die Hamburger SPD spreche sich grundsätzlich für Babyklappen aus. „Hamburg braucht Babyklappen. Wir haben vor zehn Jahren hier in Hamburg die ersten eingerichtet – und das war gut und richtig so. Im Vordergrund steht neben dem Schutz der Kinder das Ziel, die Mütter behutsam wieder mit ihrem Kind zusammenzuführen. Die Ergebnisse zeigen, dass dies auch gelingt.“ Die Grundlage der Arbeit müsse transparent und klar sein.

Es komme darauf an, gute, tragfähige Lösungen zu finden, die Frauen in Notsituationen und ihren Kindern helfen. „Wenn man es will, dann geht das auch. Letztlich geht es nicht darum, Eltern aus der Verantwortung zu entlassen, sondern darum, Kindern zu helfen“, sagte Veit abschließend.

Veit betonte, dass die Sozialbehörde in ihrer jüngsten Pressemitteilung vom 8. Januar 2010 über ein Ende Dezember am Kinderkrankenhaus in Altona abgelegtes Mädchen erstmals den Aspekt herausstellte, Mutter und Kind wieder zusammenführen zu wollen. „Dieses wichtige Ziel wurde bisher vom Sozialsenator leider nicht betont – und er hat hier auch keine Erfolge vorzuweisen“. Insgesamt habe die Diskussion in Hamburg seit dem Sommer 2009 Senator Wersich zu einer Versachlichung im Umgang mit diesem Thema gezwungen.