Monika Schaal

Fachsprecherin für Umwelt

Bezirk: Eimsbüttel

Kess 8: Jungen geraten ins Hintertreffen

Donnerstag, 15.04.2010

Rabe: Defizite bei Jungen und Fehler bei Schulempfehlungen; SPD sieht sich in zentralen Punkten der Studie bestätigt

Die SPD-Bürgerschaftsfraktion sieht sich durch zentrale Aussagen der so genannten Kess 8 Studie bestätigt. SPD-Schulexperte Ties Rabe begrüßte gleichzeitig die Entscheidung der Schulbehörde, am Bewertungssystem für Leistungen in der Schule bis auf weiteres keine Veränderungen vorzunehmen.

Mit Blick auf die Ergebnisse der Kess-Studie sagte Rabe: "Wir haben die in der Studie kritisierten Empfehlungen der Grundschulen für weiterführende Schulen immer skeptisch gesehen. Viele Empfehlungen treffen nicht zu. Das war der Grund dafür, dass wir uns in den parteiübergreifenden Gesprächen zur Schulpolitik so vehement und am Ende erfolgreich für den Erhalt des Elternwahlrechts ausgesprochen haben“, sagte Rabe.

Auch die Kernaussage der Studie – Jungen sind die großen Verlierer des Schulsystems – dürfe eigentlich niemanden überraschen, sagte Rabe. „Denn diese Entwicklung zeichnet sich seit längerem ab: Mehr Mädchen als Jungen machen das Abitur, mehr Jungen als Mädchen haben massive Schulprobleme“, sagte Rabe. Die Politik brauche jetzt den Mut zu sagen, dass für Jungen in der Schule mehr getan werden muss.

Rabe nannte vier mögliche Ursachen: "Jungen lesen zu wenig, spielen dafür zu oft am Computer, sind beim Lernen weniger diszipliniert und suchen oft eigene Lernwege, für die in vielen Unterrichtsmodellen der Spielraum fehlt. Auf diese Entwicklung ist bislang nicht reagiert worden. Nötig sind Maßnahmen, um die Lern-Disziplin und Lese-Kompetenz zu vergrößern, das Freizeitverhalten von Jungen zu verändern. Möglicher Weise muss auch der Unterricht mehr Spielräume bieten, um eigene Lösungswege auszuprobieren. Es gibt keine Pauschalrezepte - aber es ist im Sinne der Kinder und Jugendlichen, künftig mehr Freizeit mit einem Buch in der Hand zu verbringen, als vor dem Game-Boy", sagte Rabe.

Rabe begrüßte die Entscheidung der Schulbehörde, von einer Veränderung des Zensurensystems bis auf weiteres abzusehen. „Noten müssen für alle verständlich sein – für Schüler, Eltern und potenzielle Arbeitgeber. Und sie müssen für Lehrerinnen und Lehrer handhabbar sein“, sagte Rabe.