Monika Schaal

Fachsprecherin für Umwelt

Bezirk: Eimsbüttel

SPD stellt Konzept für die Entwicklung der Universität in Eimsbüttel vor

Montag, 03.05.2010

Kein Umzug sondern Ausbau und Renovierung am jetzigen Standort - Um- und Neubauten in Höhe von 581 Millionen Euro - Maßnahmen an Hauptstandorten der Universität stehen im Vordergrund

Die SPD-Bürgerschaftsfraktion hat ein umfassendes Konzept für die Entwicklung der Hamburger Universität am Standort Eimsbüttel vorgelegt. Dieses Konzept umfasst eine umfangreiche Sanierung bestehender Gebäude sowie Aus- und Neubau von Universitätsgebäuden in einem Gesamtvolumen von rund 581 Millionen Euro. Der im Senat noch immer diskutierte Umzug der Universität in den Hafen würde demgegenüber geschätzt vier Milliarden Euro, ein Teilumzug zwei Milliarden Euro kosten. Die SPD-Hochschulexpertin Dorothee Stapelfeldt forderte den CDU-GAL-Senat auf, Planspiele für einen Teil- oder Gesamtumzug der Universität endlich zu beenden. Kernpunkte der Vorschläge sind vor allem die Erweiterung und Modernisierung der Universitätsräume an ihren Hauptstandorten an der Bundesstraße / Martin-Luther-King-Platz und am Von-Melle-Park.

So soll unter anderem am Campus Bundesstraße / Martin-Luther-King-Platz unter anderem durch die Randbebauung Sedanstraße / Bundesstraße und Bundesstraße-Ost bei Investitionen von 68 Millionen Euro ein Flächenzugewinn von insgesamt 17.800 Quadratmetern erreicht werden. Das Geomatikum könnte umbaut und energetisch saniert werden - mit einer maximal fünfeinhalb-geschossigen Bebauung würde ein Flächenzugewinn von 14.000 Quadratmetern erzielt. Die Kosten hierfür betragen rund 50 Millionen Euro. Die Kosten für den Neubau und die Verlagerung der Zoologie nach Klein Flottbek sind mit 30 Millionen Euro zu veranschlagen und werden zum Teil aus dem Konjunkturprogramm des Bundes finanziert.

Im Komplex Campus Von-Melle-Park könnte nach Erwerb und Herrichtung der Alten Post / Fernmeldeamt an der Schlüterstraße ein Flächenzugewinn von 22.000 Quadratmetern mit Kosten von 85 Millionen Euro erzielt werden. Abriss und Neubau des Wirtschaftswissenschaftlichen Gebäudes würde rund 80 Millionen Euro kosten.

Auch der Standort Uni-Sportpark könnte durch einen Neubau mit 3000 Quadratmetern Flächenzugewinn und Kosten von 10 Millionen Euro neue Perspektiven bekommen.

Im Bereich Edmund-Siemers-Allee / Moorweide könnte beim Kulturwissenschaftlichen Zentrum am Hauptgebäude mit einer Teilunterbauung des Vorplatzes und einer Sanierung ein Flächenzugewinn von 3000 Quadratmetern erzielen. Kosten: 14 Millionen Euro.


Appell für Erhalt und Ausbau der Universität am Standort Rotherbaum

Stapelfeldt forderte vom Senat eine klare und unmissverständliche Positionierung für Erhalt und Ausbau der Universität am Standort Rotherbaum. Diese klare Aussage sei auch mit Blick auf die nötige Stärkung des wissenschaftlichen Profils und die Beteiligung der Universität an der Exzellenzinitiative wichtig. „Der Senat muss den schon viel zu lange andauernden Stillstand beenden. Die Universität kann sich in Zeiten immer größer werdender Konkurrenz einen weiteren Zeitverzug nicht leisten. Sie braucht eine klare, verantwortbare und realisierbare Entscheidung über ihre Entwicklungsperspektiven“, sagte Stapelfeldt. Sie sprach sich dem SPD-Konzept entsprechend für den Ausbau der Universität mit Neubauten und Sanierungen am Standort Rotherbaum aus. Diese Entscheidung sei ohne eine große finanzielle Kraftanstrengung der Stadt nicht umsetzbar. Deshalb müsse der Senat sich zu einer klaren Prioritätensetzung entscheiden.

Die von Wissenschaftssenatorin und damaliger Universitätspräsidentin vor rund zwei Jahren entwickelte Idee eines Umzugs der Universität in den Hafen habe viel zu lange das Handeln von Wissenschaftsbehörde und - bis Ende 2009 – Universitätsleitung bestimmt. Gleichzeitig sei es zu einem fast vollständigen Stillstand drängender Planungsmaßnahmen an der Universität gekommen. „Der Sanierungsstau an den vorhandenen Universitätsgebäuden hat sich in den vergangenen Jahren erheblich verschärft“, sagte Stapelfeldt. Allein die Kosten für die dringendsten Instandsetzungs- und Sanierungsarbeiten lägen mittlerweile oberhalb der Grenze von 40 Millionen Euro, sagte Stapelfeldt. Sie berief sich dabei auf aktuelle Angaben des Senats. Wenn dieser jetzt eine 25-Millionen-Spritze ankündige, müsse er auch klar sagen, dass er damit nicht einmal die von ihm selbst definierten dringendsten Arbeiten bezahlen kann.


SPD-Eckpunkte für einen Masterplan und ein Sofortprogramm zur Entwicklung der Universität Hamburg

Den Verlagerungsplänen von CDU und GAL stellt die SPD-Bürgerschaftsfraktion ein eigenes Konzept entgegen. Es basiert auf dem Bürgerschaftsantrag 19/4016 „Der Universität Hamburg eine Perspektive geben und sie am Standort weiterentwickeln“ und und konkretisiert die dort skizzierten Vorstellungen.

Ziel ist es, Entwicklungsmöglichkeiten für die Universität in Eimsbüttel zu skizzieren, was ihre Bauten und ihr Raumangebot betrifft. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind planungsrechtlich abgesichert und können zügig in Angriff genommen werden. „Wichtig ist darüber hinaus, dass die Maßnahmen zusätzliche Flächen für die Universität schaffen würden. Mit dieser Lösung können wir einer weiteren Zersplitterung der Universität Hamburg Einhalt gebieten. Und sie erlaubt eine bauliche Entwicklung, die sich an den wissenschaftlichen Bedarfen und den Leitlinien von heute und morgen orientiert“, sagte die SPD-Hochschulexpertin.