Monika Schaal

Fachsprecherin für Umwelt

Bezirk: Eimsbüttel

Senat will Altonaer Museum schließen: „eine Entscheidung nach Gutsherrenart“

Donnerstag, 14.10.2010

Senat räumt ein, dass die von ihm betriebene Schließung nur nach Beschluss des Stiftungsrats der Historischen Museen möglich ist - Dobusch kritisiert Umgang mit dem Haus

Die vom Senat beabsichtigte Schließung des Altonaer Museums ist nur nach Beschluss des Stiftungsrates der Historischen Museen Hamburgs möglich. Das hat der Senat auf eine Anfrage der Altonaer SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Gabi Dobusch hin mitgeteilt. Sie erneuerte ihre Kritik an den Plänen des Senats und sprach sich für den Erhalt des Hauses aus.

Dobusch hatte in ihrer Kleinen Anfrage unter anderem gefragt, inwiefern vor einer Entscheidung zur Schließung des Altonaer Museums eine Befassung und Entscheidung des Vorstandes und des Stiftungsrates der Historischen Museen Hamburgs erforderlich sei. In der Antwort des Senats heißt es dazu: „Für die geplante Aufgabe des Standortes Altonaer Museum ist ein Beschluss des Stiftungsrats erforderlich“. Dieser werde sich aber erst „in seiner kommenden Sitzung“ damit befassen.

Aus Sicht der SPD-Abgeordneten Dobusch bestätigt der Senat damit, dass er auf eine Mehrheit im Stiftungsrat angewiesen ist, um seine eigenmächtig gefasste Entscheidung durchsetzen zu können. Dobusch: „Die Antworten bestärken mich in dem Verdacht, dass es sich um eine spontane unbedachte Entscheidung nach Gutsherrenart handelte und nicht um das Ergebnis einer ernsthaften Prüfung. Hier zeigt sich ein Umgang mit dem fast 150 Jahre alten Haus, der in jeder Hinsicht inakzeptabel ist.“ Gespräche mit dem Stiftungsrat hätten im Vorwege nicht stattgefunden, wie in der Antwort auf die Schriftliche Kleine Anfrage einräumt.

„Der Senat demonstriert einen unseriösen Umgang mit der Rechtsform der Stiftung. Und er missachtet das Parlament, indem er versucht, Fakten zu schaffen, bevor der Haushalt überhaupt beschlossen wird. Wer Entscheidungen dieser Tragweite am Parlament vorbei treffen, beweist in erster Linie mangelndes Fingerspitzengefühl - von mangelndem Gefühl für Kultur und Geschichte ganz zu schweigen.“