Monika Schaal

Fachsprecherin für Umwelt

Bezirk: Eimsbüttel

Übergang von Schule in Ausbildung und Beruf: „Alle Hamburger Jugendlichen brauchen eine Perspektive“

Freitag, 12.11.2010

SPD unterstützt Ziele des Senats - Behörden müssen ihren Einsatz verstärken

Die SPD-Bürgerschaftsfraktion hat die hohe Zahl von Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz als „eines der wichtigsten Probleme Hamburgs“ bezeichnet. „Diese Menschen sind schon in jungen Jahren akut von Arbeitslosigkeit bedroht“, sagte die für berufliche Bildung verantwortliche SPD-Bürgerschafsabgeordnete Britta Ernst. Sie begrüßte, Hamburg habe sich auf den Weg gemacht, das Übergangssystem von der Schule in den Beruf umzustrukturieren. Die verantwortlichen Behörden müssten diesen Prozess aber energischer als bisher betreiben.

„Ziel muss sein, allen Jugendlichen eine Perspektive in Ausbildung zu vermitteln und die Maßnahmen so zu konzipieren, dass es statt Warteschleifen gezielte Qualifizierung und Berufsperspektive gibt“, sagte Ernst. Die vom Senat angestrebten Ziele seien richtig und würden auch von der SPD-Fraktion angestrebt. Ernst wies in diesem Zusammenhang aber auch auf Defizite hin. So würden für Maßnahmen im Übergangssystem über 60 Millionen Euro ausgegeben. „Die Verwendung dieser großen Summe wird auch heute noch unzureichend gesteuert. Es gibt zu viele Zuständigkeiten, zu viele Maßnahmen und zu viele Akteure. Mit diesem vielen Geld müsste mehr zu schaffen sein“, sagte Ernst.

Weiter fehlten in Hamburg Ausbildungsplätze. „Rund 14.000 Ausbildungsverträge sind im laufenden Jahr 2010 abgeschlossen worden. Das ist nicht wenig, und dahinter verbergen sich auch Anstrengungen der Hamburger Wirtschaft“, betonte die SPD-Abgeordnete. Dennoch gebe es eine große Ausbildungslücke. Viele Jugendliche suchten einen Ausbildungsplatz, befänden sich in Warteschleifen oder würden nach den Kriterien der Bundesagentur für Arbeit als „nicht ausbildungsreif“ nicht in den Statistiken geführt. Diese Tricks helfen nicht, die Zahl der Jugendlichen zu verringern, die einen Ausbildungsplatz suchen.

Hamburg habe - auch durch den demografischen Wandel – jetzt die Chance, ausbildungswilligen Jugendlichen in eine Ausbildung zu helfen. „Diese Chance muss Hamburg nutzen. Sonst wird ein Potenzial an Arbeitskräften vernachlässigt, das uns mittel- und langfristig fehlen wird“, warnte Ernst. Niemand dürfe sich aber der Illusion hingeben, der jetzt eingeleitete Prozess verlaufe automatisch und bringe zwangsläufig Erfolge. „Nein, hier müssen alle ihre Hausaufgaben machen. Und Aufgabe der Politik ist vor allem, die Schulen so zu verbessern, dass Jugendliche in der Lage sind, eine Ausbildung zu beginnen. Dafür brauchen sie mindestens den Hauptschulabschluss und der muss dann auch halten, was er verspricht.“