Monika Schaal

Fachsprecherin für Umwelt

Bezirk: Eimsbüttel

Hamburgs Kulturpolitik braucht Verlässlichkeit statt Gigantomanie

Freitag, 16.03.2012

Die SPD-Fraktion hält die CDU-Vorschläge zur Entwicklung eines Hafenmuseums zum jetzigen Zeitpunkt für verfrüht. "Ein Großprojekt Hafenmuseum würde nicht unerhebliche finanzielle Risiken für die Stadt mit sich bringen und ließe sich bei der derzeitigen Haushaltslage nur durch drastische Kürzungen und Schließungen im übrigen Museumsbereich realisieren. Diese Umsteuerung ist unter diesen Umständen aktuell nicht zu verantworten", so Gabi Dobusch, Fachsprecherin Kultur der SPD-Fraktion.

"Zunächst einmal werden wir die bestehende Museumslandschaft in Ordnung bringen und vor allen Dingen die historischen Museen neu aufstellen.
Der Umstrukturierungsprozess ist bereits im vollen Gange. Wir wollen mehr Bürgernähe, nicht weniger, und setzen deshalb auf Partizipation und lokale Bezüge anstatt auf Zentralisierung. Gigantomanie auf Kosten von Vielfalt lehnen wir ab. Eine Weiterführung der gescheiterten schwarz-grünen Leuchtturmpolitik, die schließlich in absurde Kürzungs- und Schließungsvorschläge mündete, wird es mit uns nicht geben."

Darüber hinaus werde die SPD-Fraktion aber "alles tun, um einen Ausbau des Hafenmuseums zu einem späteren Zeitpunkt möglich zu machen", betont Dobusch. "Die Option muss erhalten bleiben, aber wir müssen sorgfältig abwägen, inwieweit es sich bei den in Aussicht gestellten Bundesmitteln nicht um ein Danaergeschenk handelt. Angesichts der Schuldenbremse ist es nämlich wichtiger denn je, gut hauszuhalten und solide zu planen. Eine zweite Elbphilharmonie können wir uns nicht leisten."

Dobusch abschließend: "Dass der von uns aufgelegte ,Sanierungsfonds Hamburg 2020' auch bei der CDU-Fraktion auf Akzeptanz stößt, ist zu begrüßen. Die dazu eingebrachten Vorschläge werden wir jetzt sorgfältig prüfen."