Monika Schaal

Fachsprecherin für Umwelt

Bezirk: Eimsbüttel

Neuer Anreiz für mehr Ausbildungsplätze im Pflegebereich

Dienstag, 05.06.2012

Nach jahrelanger Diskussion soll in Hamburg nun eine Ausbildungsumlage für die Altenpflegeausbildung eingeführt werden. Einen entsprechenden Antrag hat die SPD-Fraktion in die Bürgerschaft eingebracht. "Durch die Ausbildungsumlage beseitigen wir die derzeitige Benachteiligung von Ausbildungsbetrieben gegenüber Betrieben die nicht ausbilden. Gleichzeitig schaffen wir einen Anreiz für noch mehr Ausbildungsplätze im Pflegebereich", begründet der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Dirk Kienscherf, das Vorhaben.

"Im Pflegebereich konnten bisher die Ausbildungskosten nicht durch den Pflegesatz refinanziert werden. Ausbildungsbetriebe wurden dadurch wirtschaftlich benachteiligt. Damit soll jetzt Schluss sein. Wer ausbildet, trägt dazu bei, dem Fachkräftemangel entgegenzusteuern. Daher müssen wir alles tun, um Ausbildungsplätze für junge Menschen und die Betriebe gleichermaßen attraktiv zu machen", so Kienscherf.

Durch ein Umlageverfahren sollen zukünftig Pflegebetriebe im stationären und ambulanten Bereich entsprechend ihrer Umsatzgrößen anteilig eine Umlage bezahlen. Aus dieser erhalten dann die Betriebe mit Ausbildungsplätzen die Ausbildungsvergütungen erstattet. In Hamburg werden derzeit 776 Menschen zu Pflegeassistenten ausgebildet oder umgeschult, davon 400 in Altenpflege - 330 sind reine Auszubildende. "Diese Zahl wollen wir mit der Ausbildungsumlage um 20 Prozent erhöhen. Hamburg muss sich verstärkt auf die Folgen des demografischen Wandels einstellen", betont Kienscherf.

Das Altenpflegegesetz sieht die Möglichkeit vor, eine Ausbildungsumlage zur Finanzierung der Altenpflegeausbildung zu schaffen. Nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ist inzwischen auch Klarheit über die Voraussetzungen für eine rechtssichere Ausgestaltung einer solchen Umlagefinanzierung hergestellt.

"Mit dieser Initiative setzen wir unsere Politik für eine gute Pflege in Hamburg fort. Neben der kürzlich erfolgten Sicherstellung der 50-Prozent-Fachkräftequote – die der Vorgängersenat abschaffen wollte – ist dies ein weiterer wichtiger Schritt für eine gute Pflege in Hamburg", so Kienscherf abschließend.