Monika Schaal

Fachsprecherin für Umwelt

Bezirk: Eimsbüttel

Gleichberechtigung in der Wirtschaft? Eine Farce unter der Regie von Angela Merkel – und ein schwarzer Tag für die Frauen

Donnerstag, 18.04.2013

Mit den Stimmen der CDU- und FDP-Frauen wurde heute ein weiterer Vorstoß für eine angemessene Beteiligung von Frauen an den Führungspositionen der deutschen Wirtschaft in letzter Minute ausgebremst. "Nach dem faulen Kompromiss zum Betreuungsgeld ist dies ein weiterer Schlag ins Gesicht von Frauen, die mit ihrer Forderung nach gleichberechtigter Teilhabe auf einen St. Nimmerleinstag vertröstet werden", so Gabi Dobusch, Fachsprecherin Gleichstellung der SPD-Bürgerschaftsfraktion. "Ob Herdprämie oder jetzt der Widerstand gegen die Quote – Ole von Beust hatte Recht, als er in einem Interview im Herbst letzten Jahres sagte, ‚die konkrete Wahrheit in der Großstadt ist oft anders als die Antworten der CDU‘."

Der heute im Bundestag vorgelegte Gesetzesentwurf, der die schrittweise Einführung einer 40-Prozent-Geschlechterquote in Aufsichtsräten vorsieht, basiert auf einem Hamburger Vorstoß. Er war im Bundesrat noch auf Zustimmung gestoßen und wurde von den Fraktionen der SPD und der Grünen im Bundestag eingebracht.

Dobusch weiter: "Auf dem Tisch lag keine Maximalforderung, sondern ein abgewogener Vorschlag, der der Wirtschaft ausreichend Zeit gegeben hätte, geeignete Frauen in ihre Aufsichtsräte zu holen. Umso unverständlicher ist die jetzt erfolgte Ablehnung. Der Vorschlag der CDU, eine Frauenquote ab dem Jahr 2020 im Wahlprogramm vorzusehen, ist insofern hochgradig scheinheilig und eine Farce. Frauen sind in den Vorständen, Aufsichtsräten und Führungspositionen in großen Unternehmen weiterhin stark unterrepräsentiert. Freiwillige Vereinbarungen der Wirtschaft und Selbstverpflichtungen wurden bereits vor Jahren getroffen – mit dem bekannten Ergebnis: es hat nicht funktioniert."

Gut ausgebildeten Frauen werde damit die Möglichkeit genommen, ihre Fähigkeiten einzusetzen und verantwortungsvolle Positionen in den Führungsetagen zu übernehmen, macht Dobusch deutlich. "Dies darf nicht an festgefahrenen Strukturen scheitern. Es muss daher eine verbindliche gesetzliche Regelung geben, die endlich zu einer geschlechtergerechten Beteiligung führt. Andere Länder haben es vorgemacht und gezeigt: eine Quote ist ein geeignetes Mittel, um Chancengleichheit herzustellen und die Wirtschaft eines Landes voranzubringen. Wir werden nicht locker lassen und weiter für echte Chancengleichheit kämpfen. Eine 40-Prozent-Quote sollte eine Selbstverständlichkeit sein, denn damit setzen wir um, was das Grundgesetz vorsieht: Gleichberechtigung."