Monika Schaal

Fachsprecherin für Umwelt

Bezirk: Eimsbüttel

SPD-Fraktion: Kein Fracking in Hamburg!

Freitag, 30.08.2013

Die SPD-Bürgerschaftsfraktion macht deutlich, dass sie den Einsatz von Fracking zur Gewinnung von Erdgas auf Hamburger Stadtgebiet ablehnt. Die Fachsprecherin Umwelt der SPD-Fraktion Monika Schaal betont: "Wir wollen kein Fracking in Hamburg! In Wasserschutzgebieten und überall dort, wo Trinkwasser gewonnen wird, in Naturschutzgebieten oder im Siedlungsgebiet wäre die so genannte unkonventionelle Gewinnung von Erdgas unverantwortlich. Trinkwasserschutz muss Vorrang vor allen anderen wirtschaftlichen Interessen haben."

Schaal weiter: "An erster Stelle steht der Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier sowie der Umwelt. Die bislang eingesetzten Chemikalien sind nach gegenwärtigem Wissensstand gesundheits- beziehungsweise umweltgefährdend, daher wäre der Einsatz dieser Gewinnungsmethoden unverantwortlich. Es dürfen keine Methoden zur Gewinnung von Erdgas eingesetzt werden, die die Trink- und Grundwasserqualität beeinträchtigen. Ohne umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung kann nichts gehen. Wir wollen die Energiewende. Dazu hat der Ausbau der Erneuerbaren Energien Vorrang. Fracking ist für die Energiewende entbehrlich."

Mit Blick auf das derzeit laufende Fracking-Erkundungsverfahren im Hamburger Süden sagt der Bergedorfer SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Gert Kekstadt: "Wir nehmen die Sorgen der Menschen in den Vierlanden ernst. Es herrscht bis heute keine Klarheit darüber, welche Risiken mit dieser Fördermethode tatsächlich verbunden sind. Darum wollen wir nicht, dass in Bergedorf gefrackt wird."

Hintergrund:
Fracking ist eine Methode vor allem der Erdöl- und Erdgasförderung, bei der in technische Tiefbohrungen eine Flüssigkeit eingepresst wird, um Restmengen flüssiger und gasförmiger fossiler Rohstoffe zugänglich zu machen. Auf diese Weise soll Erdöl und Erdgas gelöst werden, die dann als wichtige Rohstoffe gefördert werden können.
Die Umweltsenatorin (SPD) und die Umweltbehörde haben sich ähnlich wie Sozialdemokraten in den Ländern Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gegen Fracking ausgesprochen. Auch der Bundesrat hat am 1. Februar 2013, mit den Stimmen Hamburgs, gegen Fracking votiert. Außerdem forderte die SPD-Bundestagsfraktion die Bundesregierung mit einem Antrag auf, das Einbringen von umweltoxischen oder gesundheitsgefährdenden Substanzen zur Erschließung von unkonventionellem Erdgas abzulehnen. Diesem Antrag ist die Regierungsmehrheit von CDU, CSU und FDP nicht gefolgt.
Die Umweltpolitikerinnen und -politiker aller Bürgerschaftsfraktionen haben sich nach der Sachverständigenanhörung und der Befassung im Umweltausschuss in diesem Monat darauf verständigt, Gespräche über eine gemeinsame Erklärung zum Fracking in Hamburg zu führen, um eine möglichst breite, interfraktionelle Zustimmung für eine gemeinsame Position zu erreichen.