Dekadenstrategie Mobilität: Infrastruktur der S-Bahn-Strecke nach Bergedorf fit machen für den Einsatz von Langzügen

Mittwoch, 09.10.2019, Drucksache 21/

Antrag der Abgeordneten Dirk Kienscherf, Ole Thorben Buschhüter, Martina Koeppen, Matthias Czech, Gert Kekstadt, Dorothee Martin, Lars Pochnicht, Frank Schmitt und Fraktion sowie der Abgeordneten Martin Bill, Christiane Blömeke, Ulrike Sparr, Dr. Carola Timm, Dr. Anjes Tjarks (GRÜNE) und Fraktion

Mit den HVV-Angebotsoffensiven I und II hat der rot-grüne Senat dafür gesorgt, dass auf der S-Bahnstrecke der Linien S21 und der Verstärkerlinie S2 der Einsatz von Vollzügen mit 6 Wagen und Platz für bis zu 1.000 Fahrgäste enorm ausgeweitet wurde. So fahren auf der Verstärkerlinie S2 nach Bergedorf inzwischen ausschließlich Vollzüge. Außerdem wurde der Einsatz von Vollzügen auf der Linie S21 bis Aumühle bis gegen 23 Uhr verlängert. Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 ist mit der S-Bahn Hamburg GmbH vereinbart, dass die Linie S21 darüber hinaus auch am Wochenende durchgängig mit Vollzügen betrieben wird.
Parallel zu den erfolgten Maßnahmen gilt es nun, die langfristige Entwicklung in der Region in den Blick zu nehmen. Nördlich der S-Bahnstation Allermöhe wird ab Mitte der 2020er-Jahre auf 124 Hektar Fläche der neue Stadtteil Oberbillwerder mit 7.000 Wohnungen in unterschiedlichen Typologien für bis zu 15.000 Menschen und bis zu 5.000 Arbeitsplätzen entstehen. Ein bedeutendes Ziel bei der Entwicklung des neuen Stadtteils ist die deutliche Reduzierung des Autoverkehrs. Um das zu erreichen, ist ein attraktives ÖPNV-Angebot unabdingbar. Der Masterplan Oberbillwerder (Drs. 21/16361) sieht deshalb vor, dass die Linie S2 künftig mit Langzügen befahren wird, mithin mit 9 Wagen und Platz für 1.500 Fahrgäste.
Derzeit können Langzüge auf der Strecke allerdings nicht eingesetzt werden. Zwar bieten jedenfalls die Bahnsteige bis Bergedorf mit einer Länge von mindestens 200 Metern ausreichend Platz für Langzüge, die Stromversorgung an den Gleisanlagen ist jedoch nicht für Langzüge ausgelegt und muss entsprechend angepasst werden.

Die Bürgerschaft möge beschließen:
Der Senat wird ersucht,
1. darauf hinzuwirken, dass die Eisenbahninfrastrukturunternehmen die Voraussetzungen dafür schaffen, auf der S-Bahn-Strecke bis Bergedorf einen nachfragegerechten Langzugeinsatz umsetzen zu können,
2. der Bürgerschaft im 4. Quartal 2020 über den Stand der Planungen und ergriffenen Maßnahmen zu berichten.
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