Kampagne gegen den alltäglichen Sexismus

Mittwoch, 18.08.2021, Drucksache 22/

Antrag der Abgeordneten Gabriele Dobusch, Ekkehard Wysocki, Regina Jäck, Danial Ilkhanipour, Baris Önes, Iftikhar Malik, Julia Barth, Britta Schlage, Simon Kuchinke und Fraktion sowie der Abgeordneten Mareike Engels, Maryam Blumenthal, Filiz Demirel, Michael Gwosdz, Britta Herrmann, Sina Imhof, Linus Jünemann, Christa Möller-Metzger, Dr. Gudrun Schittek, Yusuf Uzundag, Peter Zamory (GRÜNE) und Fraktion

Sexismus ist ein alltägliches Phänomen und beinhaltet vielfältige Formen von Abwertung und Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Sexismus reproduziert und stärkt abwertende Vorurteile und Verhaltensweisen und festigt so ideologisch starre Geschlechterrollen und Körperbilder, die Menschen in ihren vielfältigen Möglichkeiten und Potentialen einschränken. In seiner gesellschaftlichen Dimension trägt Sexismus dazu bei, die Abwertung von Frauen in der Arbeitswelt durch geringere Löhne und die weitgehend einseitige Zuweisung der Care-Arbeit zu festigen. In der Corona-Krise erfahren wir, dass die sexistische Herabsetzung von Frauen sich auch in zunehmender körperlicher Gewalt gegen Frauen niederschlägt.
Alltäglicher Sexismus ist nicht harmlos. Er begegnet uns im öffentlichen Raum, im Arbeitsleben und in den Medien zum Beispiel in Form sexistischer und diskriminierender Werbung, TV-Formaten, aber auch in der immer weiter forcierten Tradierung von Geschlechterklischees in rosa und blauen Produktwelten. Diese kulturelle Verankerung von Sexismus in unserem Alltagsleben bedeutet auch, dass sexistische Praxen nicht einfach verschwinden, sondern gesellschaftlich hinterfragt und bekämpft werden müssen, damit sich etwas ändert.
Hamburg engagiert sich schon lange aktiv gegen Sexismus und hat z. B. im Bereich der sexistischen Werbung starke Akzente gesetzt. Auf diese Erfahrungen soll aufgebaut werden, um in einer öffentlichkeitswirksamen Kampagne gegen alltäglichen Sexismus aufzuklären und zu sensibilisieren.
Die Kampagne soll in einem ersten Schritt ein vertieftes Bewusstsein schaffen für die vielfältige Beeinträchtigung des Zusammenlebens der Geschlechter durch alltäglichen Sexismus und Aufmerksamkeit generieren für das Aufbrechen überholter Geschlechterrollen. Um strukturell verankertem Alltagssexismus in sämtlichen Lebens- und Gesellschaftsbereichen entgegenzuwirken und um eine nachhaltige gesellschaftliche Trendwende zu vollziehen, bietet es sich an, im Rahmen der nun anstehenden Fortschreibung des Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramms, geeignete Maßnahmen zu entwickeln, die sich in einem ersten Schritt beispielsweise auf die Bereiche der Bildung, des öffentlichen Nahverkehrs und der Werbung im öffentlichen Raum fokussieren könnten. In diesen Bereichen wurden zum Teil bereits in den letzten Jahren wesentliche Vorarbeiten seitens des Senats unternommen bzw. sind Projekte vorhanden, an die angeknüpft werden kann.

Die Bürgerschaft möge beschließen:

Der Senat wird ersucht,
1. in Zusammenarbeit mit externen Kooperationspartner*innen eine Sensibilisierungskampagne zum alltäglichen Sexismus in Hamburg zu initiieren und umzusetzen und
2. zusätzlich in der Fortschreibung des Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramms beispielsweise für die besonders geeigneten Bereiche der Bildung und der Werbung im öffentlichen Raum weitergehende Maßnahmen vorzusehen, die alltäglichem Sexismus entgegenwirken und für das Thema sensibilisieren,
3. der Bürgerschaft zu 1. bis zum 31.12.2022 zu berichten.
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