Mit den HVV-Angebotsoffensiven zum Hamburg-Takt – Hamburg nimmt Kurs auf die Mobilitätswende

Mittwoch, 05.08.2020, Drucksache 22/

Antrag der Abgeordneten Ole Thorben Buschhüter, Martina Koeppen, Matthias Czech, Lars Pochnicht, Frank Schmitt, Ali Simsek, Julia Barth, Ralf Neubauer, Clarissa Herbst und Fraktion sowie der Abgeordneten Gerrit Fuß, Rosa Domm, Eva Botzenhart, René Gögge, Lisa Kern, Dominik Lorenzen, Christa Möller-Metzger, Ivy May Müller, Lisa Maria Otte, Dr. Miriam Putz, Dr. Gudrun Schittek, Ulrike Sparr (GRÜNE) und Fraktion

Mit den HVV-Angebotsoffensiven hat der rot-grüne Senat in der vergangenen Wahlperiode wiederholt Leistungserweiterungen im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) auf den Weg gebracht. Um die Attraktivität des HVV weiter zu steigern und so den Verzicht auf den privaten PKW zu erleichtern, wurden Takte verdichtet, längere Busse und Bahnen eingesetzt, neue Buslinien geschaffen und Express- und Quartiersbuslinien eingerichtet. Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Hamburg wird seither nicht mehr nur an die steigende Nachfrage angepasst, sondern gezielt angebotsorientiert ausgebaut.
SPD und GRÜNE wollen erreichen, dass bis zum Jahr 2030 80 Prozent der Wege in Hamburg im Umweltverbund, also zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem HVV zurückgelegt werden. Dies ist ein wesentlicher Faktor, um Hamburgs Verkehr klimagerecht zu gestalten und Lärm und Luftverschmutzung nachhaltig zu reduzieren. Mit attraktiven Mobilitätsangeboten werden zudem alle Hamburger*innen mobiler und es bieten sich neue staufreie Wege von A nach B. SPD und GRÜNE möchten bis 2030 den ÖPNV so weiterentwickeln, dass allein 30 Prozent der zurückgelegten Wege mit ihm gefahren werden. Das bedeutet einen Fahrgastzuwachs von 50 Prozent im Vergleich zu heute.
Der Hamburg-Takt bietet dafür die umfassende Entwicklungsstrategie. Das Angebot des HVV kommt in den kommenden zehn Jahren nicht nur näher an jeden einzelnen Wohnort, es wird auch verlässlicher, intuitiver und komfortabler. Dabei wird der HVV selbstverständlich mit allen anderen, neuen wie alten Mobilitätsangeboten verknüpft.
Nach einem Rückgang der Fahrgastzahlen durch die Covid-19-Pandemie haben sich die Fahrgastzahlen inzwischen wieder deutlich erholt. SPD und GRÜNE setzen die bisherige Strategie fort und wollen das Vertrauen in Hamburgs Busse und Bahnen wieder stärken und halten daher an den jährlichen HVV-Angebotsoffensiven fest. So konnten zum 6. August 2020 die angekündigten Angebotsverbesserungen trotz der Covid-19-Pandemie und der damit einhergegangenen verzögerten Ausbildung des Fahrpersonals pünktlich an den Start gehen.
Im Koalitionsvertrag haben SPD und GRÜNE die mittel- und langfristige Strategie für die Entwicklung von Hamburgs HVV beschrieben. Hamburg wird massiv in den Ausbau und die Modernisierung der Schieneninfrastruktur auf S- und U-Bahnen, neue klimaneutrale Fahrzeuge und On-Demand-Systeme investieren. Mit dem Bau der U4 auf die Horner Geest wird in Kürze begonnen, der Baustart für die S4 nach Bad Oldesloe steht ebenfalls bevor und mit dem Bau der neuen U5 von Bramfeld zu den Arenen soll im nächsten Jahr begonnen werden.
SPD und GRÜNE wollen den Hamburg-Takt verwirklichen. Er ist die Grundlage dafür, den HVV in Hamburg weiter zu stärken und den angestrebten Anteil von Bus und Bahn am Gesamtverkehrsaufkommen zu erreichen. Die jährlichen HVV-Angebotsoffensiven müssen daher kontinuierlich im gesamten Stadtgebiet fortgeführt werden.

Die Bürgerschaft möge beschließen:

Der Senat wird gebeten,
1. das Vertrauen in den ÖPNV angesichts der Covid-19-Pandemie weiter zu stärken und die im Dezember 2019 begonnene HVV-Angebotsoffensive II fortzusetzen und spätestens im Jahr 2021 abzuschließen,
2. für die Fahrplanwechsel im Dezember 2020 und 2021 die nächsten HVV-Angebotsoffensiven vorzubereiten, die den Hamburg-Takt als Leitlinie betrachten,
3. die zur Verwirklichung des Hamburg-Takts notwendige Weiterentwicklung der bestehenden Schieneninfrastruktur bei U- und S-Bahn voranzutreiben,
4. der Bürgerschaft im Jahre 2021 über die bisherigen HVV-Angebotsoffensiven zu berichten.
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