Nachhaltige Radfahrstreifen – Pilotprojekt für rote Einfärbung von Radfahrstreifen mit einem ökologischeren Material auf den Weg bringen

Dienstag, 29.12.2020, Drucksache 22/

Antrag der Abgeordneten Ole Thorben Buschhüter, Martina Koeppen, Matthias Czech, Lars Pochnicht, Frank Schmitt, Ali Simsek, Julia Barth, Ralf Neubauer, Clarissa Herbst und Fraktion sowie der Abgeordneten Rosa Domm, Gerrit Fuß, Olaf Duge, Dominik Lorenzen, Zohra Mojadeddi, Johannes Müller, Andrea Nunne, Miriam Putz, Ulrike Sparr (GRÜNE) und Fraktion

Radfurten und Radfahrstreifen werden in Hamburg zunehmend rot eingefärbt, um zu einer besseren Sichtbarkeit und somit zu einer Erhöhung der Sicherheit im Radverkehr beizutragen. Insbesondere in Kreuzungssituationen wird mit einer roten Einfärbung der Radfurten und Radfahrstreifen gearbeitet, um für mehr Übersicht im Spurenverlauf zu sorgen.
Aktuell wird die rote Einfärbung von Radfurten und Radfahrstreifen in Hamburg vorwiegend durch den Einsatz von Heißplastik als Beschichtung umgesetzt. Dieses Material bringt sowohl eine Belastung für die Umwelt als auch einen hohen Aufwand beim Auftragen mit sich. Durch Abrieb können kleine Plastikpartikel aus dem Fahrbahnbelag bei Niederschlag in die Kanalisation und in Ökosysteme gelangen. Die zunehmende Belastung der Umwelt durch Mikroplastik stellt nicht nur eine Gefahr für Tiere dar, sondern kann auch ein Risiko für die Gesundheit der Menschen bedeuten. Daher gilt es, Alternativen für derartige Fahrbahnbeläge zu prüfen.
Die Freie Hansestadt Bremen hat kürzlich einen Radweg mit einem nachhaltigeren roten Fahrbahnbelag hergestellt. Hier wurde eine dünne Asphaltdeckschicht in Kaltbauweise (DSK) aufgebracht, der eine rote Gesteinskörnung beigemischt ist. Dieser Fahrbahnbelag weist umweltverträglichere Ausgangsmaterialien auf und könnte zudem helfen, den zeitlichen Aufwand beim Bau zu verringern, da die aktuell in Hamburg verwendete Beschichtung auch noch aufwändig zu verarbeiten ist.
Der Einsatz dieses alternativen Fahrbahnbelags sollte in Hamburg für rot einzufärbende Radfurten und Radfahrstreifen geprüft werden, um das Wasser und die Böden Hamburgs zu schützen. Hierzu soll in einem ersten Schritt ein Pilotprojekt durchgeführt werden, bei dem eine dünne rote Asphaltdeckschicht in Kaltbauweise erstmals für Radfurten und Radfahrstreifen verwendet wird.

Die Bürgerschaft möge beschließen:

Der Senat wird ersucht,
1. für die rote Einfärbung von Radfurten und Radfahrstreifen die Anwendung einer dünnen Asphaltdeckschicht in Kaltbauweise als nachhaltigere Materialalternative in einem Pilotprojekt zu testen, und

2. der Bürgerschaft Bericht zu erstatten.
© SPD-Bürgerschaftsfraktion 2016, Inc. Alle Rechte vorbehalten.