Pünktlichkeitsmonitoring für den Schienenverkehr in Hamburg

Donnerstag, 02.09.2021, Drucksache 22/

Antrag der Abgeordneten Ole Thorben Buschhüter, Martina Koeppen, Matthias Czech, Lars Pochnicht, Frank Schmitt, Ali Simsek, Julia Barth, Ralf Neubauer, Clarissa Herbst und Fraktion sowie Gerrit Fuß, Rosa Domm, Olaf Duge, René Gögge, Dominik Lorenzen, Zohra Mojadeddi, Johannes Müller, Andrea Nunne, Lisa Maria Otte, Dr. Miriam Putz, Dr. Gudrun Schittek, Ulrike Sparr

Im Koalitionsvertrag haben sich SPD und Grüne klare Ziele gesetzt: Der Anteil des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) am Modal Split soll bis 2030 30 Prozent betragen. Damit dies erreicht werden kann, ist ein attraktiver und zuverlässiger ÖPNV unerlässlich. So ist die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit des ÖPNV in Hamburg immer wieder Gegenstand des öffentlichen Interesses.
Im Bereich der Schnellbahnen ist Hamburg in Sachen Pünktlichkeit auf einem guten Weg. Die U-Bahn ist derzeit das pünktlichste Verkehrsmittel und erreichte im Jahr 2020 eine Pünktlichkeitsquote von 98,7 Prozent. Die S-Bahn weist mehr Verspätungen auf – ihre Pünktlichkeitsquote lag im Jahre 2020 nur bei 93,9 Prozent. Einzelne Linien wie etwa die S3 und die S31 begegnen dabei wegen ihrer Streckenlänge und einem besonders hohen Fahrgastaufkommen (siehe z. B. Drucksache 22/1972) mehr Herausforderungen als andere Linien und leiden häufiger unter Verspätungen oder Ausfällen.
Die Erhöhung der Pünktlichkeit und der Zuverlässigkeit ihrer Linien ist vorrangiges Ziel aller Verkehrsunternehmen, egal ob U-Bahn, S-Bahn oder die in Hamburg beginnenden und endenden Regionalbahnlinien (einschließlich der AKN). So unternimmt gerade die S-Bahn Hamburg aktuell vieles dafür: Die Einzäunung der Gleise an störanfälligen Streckenabschnitten, die technische Ertüchtigung der Strecken durch elektronische Stellwerke und neue Signaltechnik, zusätzliche Weichenverbindungen zur Verkürzung von gegebenenfalls notwendigen Schienenersatzverkehren sowie neue und längere S-Bahn-Züge sind die wichtigsten Komponenten in diesem Vorhaben (siehe auch Drucksache 22/1985). Es ist damit zu rechnen, dass die Pünktlichkeitswerte der S-Bahnen sich weiter verbessern werden, die S-Bahn als Verkehrsmittel noch attraktiver wird und sich damit die Bereitschaft der Hamburger:innen noch weiter erhöht, auf den ÖPNV umzusteigen.
Um die Entwicklung von Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit transparent und umfassend dokumentieren und kommunizieren zu können, ist eine monatliche Veröffentlichung der Pünktlichkeits- und Zuverlässigkeitswerte aller Hamburger Schnellbahn- und Regionalverkehrslinien angebracht. Dazu gehört auch die Nennung der Gründe für Abweichungen von den Zielzahlen. Schleswig-Holstein geht in dieser Hinsicht bereits mit gutem Beispiel voran und veröffentlicht auf www.nah.sh jeden Monat die Werte zu Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit jeder einzelnen Linie.
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Die Bürgerschaft möge beschließen:
Der Senat wird ersucht,
1. als Aufgabenträger des ÖPNV in Hamburg im Rahmen eines Pünktlichkeitsmonitorings die monatlichen Kennzahlen zu Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit jeder einzelnen Hamburger Schnellbahn- und Regionalverkehrslinie im Internet zu veröffentlichen und die Gründe für die Abweichungen von den Zielzahlen darzustellen;
2. über die detaillierte Auswertung des HVV-Qualitätsmonitorings jährlich der Bürgerschaft zu berichten.

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