Sanierungsfonds Hamburg 2020: Barrierefreie Kultur in Hamburg stärken: Das Puppentheater am Flachsland in Barmbek barrierefrei ausbauen und modernisieren

Mittwoch, 29.01.2020, Drucksache 21/

Antrag der Abgeordneten Jan Quast, Dirk Kienscherf, Gerhard Lein, Jenspeter Rosenfeldt, Ksenija Bekeris, Ole Thorben Buschhüter, Gabriele Dobusch, Christel Oldenburg, Wolfgang Rose, Peri Arndt, Birte Gutzki-Heitmann, Dorothee Martin, Hansjörg Schmidt, Urs Tabbert, Sven Tode, Isabella Vértes-Schütter, Sylvia Wowretzko, Annegret Kerp-Esche, Gulfam Malik, Martina Friederichs und Fraktion sowie der Abgeordneten René Gögge, Martin Bill, Mareike Engels, Anna Gallina, Farid Müller (GRÜNE) und Fraktion

Das Hamburger Puppentheater wird von einer gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft für das Puppenspiel e. V. betrieben. Seit ca. 30 Jahren ist das Hamburger Puppenspiel im Haus Flachsland untergebracht und bietet eine hamburgweit einzigartige Möglichkeit für Kinder und Erwachsene, das Puppenspiel zu erleben.
In den 1960er Jahren erbaut, diente das Gebäude am Flachsland zunächst als Haus der Jugend in Barmbek-Süd. Nach nunmehr knapp 60 Jahren ist eine zeitgemäße Nutzung des Hauses für die Theaterdarbietungen nicht mehr möglich: Sowohl die baulichen als auch die technischen Voraussetzungen können den professionellen Betrieb des Theaters nicht mehr reibungslos gewährleisten. Dank kleinerer Zuwendungen aus der Bezirksversammlung Hamburg-Nord konnten inzwischen Verbesserungen im Theatersaal erreicht werden, notwendige größere Investitionen konnten aber nicht getätigt werden.
Das Haus Flachsland ist zudem nicht barrierefrei zugänglich. Kinder oder Erwachsene mit Rollstühlen oder E-Rollstühlen können den Theatersaal nur mit großer Mühe und Hilfe Dritter über eine enge Treppe erreichen.
Um den professionellen Betrieb des Hauses auch zukünftig zu gewährleisten und auch für Menschen mit Behinderungen zugänglich zu machen, ist eine bauliche und technische Modernisierung des Hauses und der Anbau eines Fahrstuhls zum Theatersaal erforderlich. Hinzu kommen Anforderungen an sichere Rettungswege und die Anpassung des Brandschutzes an heutige Sicherheitsstandards.
Das Hamburger Puppentheater bietet jährlich rund 150 Vorstellungen für ca. 14.000 Besucherinnen und Besucher an. Die Auslastung des Theaters liegt bei 75-80 Prozent. Neben dem laufenden Spielbetrieb bietet das Puppentheater Flachsland auch mit Unterstützung der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration Kurse und Workshops zum Themenbereich Herstellung von Theaterpuppen und Puppenspiel für Kindertagesstätten, Schulen und in Flüchtlingsunterkünften an. An den rund 1.100 Kursen und Workshops seit 2015 haben insgesamt rund 17.500 Kinder teilgenommen.
Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord hatte im Jahr 2018 für die Erstellung einer Entwurfsplanung und konkrete Kostenschätzung für die barrierefreie Modernisierung des Hamburger Puppentheaters knapp 28.000 Euro bereitgestellt. Das Ergebnis dieser Planung liegt nun vor.
Für die danach vorgesehenen Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen werden einschließlich der damit verbundenen Leistungen für Projektsteuerung und Planung insgesamt rund 2,1 Millionen Euro benötigt. In einem ersten Schritt sollen die barrierefreie Erschließung des Gebäudes durch einen Fahrstuhl sowie die bauliche Erweiterung des Seminar- und Workshop-Bereichs vorgesehen werden. Für diese Maßnahmen entstehen Kosten in Höhe von rund 755.000 Euro. Die Mittel sollen anteilig aus Mitteln des Einzelplans 1.4 Bezirksamt Hamburg-Nord (251.000 Euro) sowie dem Sanierungsfonds (504.000 Euro) finanziert werden.
Da das Gebäude zum 01. Januar 2020 in das Mieter-Vermieter-Modell überführt wurde, soll die Bereitstellung der Mittel als Investitionskostenzuschuss an den Realisierungsträger erfolgen.

Die Bürgerschaft möge beschließen:
Der Senat wird ersucht,

1. für die vorgesehenen Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen im Haushaltsjahr 2020 Ermächtigungen bis zu einer Höhe von 504.000 Euro für investive Maßnahmen aus dem Einzelplan 9.2, Aufgabenbereich 283, Zentrale Finanzen, zentrale Investitionsreserve in den Einzelplan 3.3, Aufgabenbereich 251 „Kultur und Staatsarchiv“ zu übertragen und
2. für die dazugehörigen Abschreibungen im Haushaltsjahr 2020 – in Abhängigkeit vom Aktivierungszeitpunkt die benötigten Ermächtigungen aus dem Einzelplan 9.2, Produktgruppe 283.02 „Zentrale Ansätze II“ in den entsprechenden Kontenbereich „Kosten aus Abschreibungen“ des Einzelplans 3.3, Produktgruppe 251.01 „Theater, Museen, Bibliotheken“ zu übertragen, sowie
3. der Bürgerschaft über den Sach- und Planungsstand der Umsetzung der Maßnahme bis Ende 2020 zu berichten.
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