Sanierungsfonds Hamburg 2020: Denkmalgerechte Instandsetzung des Klütjenfelder Liegers und Einrichtung eines schwimmenden Kulturhauses unterstützen

Mittwoch, 29.01.2020, Drucksache 21/

Antrag der Abgeordneten Monika Schaal, Carola Veit, Dirk Kienscherf, Gerhard Lein, Ksenija Bekeris, Ole Thorben Buschhüter, Gabriele Dobusch, Christel Oldenburg, Wolfgang Rose, Peri Arndt, Birte Gutzki-Heitmann, Hildegard Jürgens, Annkathrin Kammeyer, Hansjörg Schmidt, Isabella Vértes-Schütter, Markus Schreiber, Henriette von Enckevort, Michael Weinreich, Martina Friederichs und Fraktion sowie der Abgeordneten René Gögge, Anna Gallina, Dominik Lorenzen, Farid Müller, Ulrike Sparr (GRÜNE) und Fraktion

Der Klütjenfelder Lieger wurde 1912 als Pontonanlage mit zwei Decks ohne Aufbau gebaut und diente zunächst als Anleger an den Altonaer Landungsbrücken bei der Fischauktionshalle. Um 1927 wurde eine fünf Meter hohe und 150 Quadratmeter große freitragende Werkhalle aus genieteten Stahlträgern auf das Oberdeck gesetzt sowie?Fassade und Dach mit Holz verschalt und ein Dielen-Zwischenboden mit Galerie und Hebevorrichtungen eingebaut. Der Ponton-Rumpf umfasst 240 qm Grundfläche und weist noch historische Werkstatt- und Lagervorrichtungen auf. Das tiefer gelegene Unterdeck wurde mit Ladebaum und klappbarem Ladetür-Balkon als Schuten- und Barkassenanleger zum Be- und Entladen sowie für Reparaturen der Fahrzeuge genutzt. Der Klütjenfelder Lieger ist mit seinen Maßen (25 x 9,50 x 6,50 Metern) der größte original erhaltene Hamburger Hafen-Lieger und wurde 2019 unter Denkmalschutz gestellt.
Der Lieger bildet vor Ort am Spreehafenknie zusammen mit dem schwimmenden Garten-Kunstwerk „Ponton Park“, weiteren Liegern und der ältesten Hamburger Hafenbarkasse „Elsa“ von 1908 das „Ensemble SeHHafen“, das zur Attraktivierung des Quartiers beiträgt und zum Sprung über die Elbe lockt. Die Stiftung SeHHafen plant auf dem denkmalgeschützten Lieger die Einrichtung eines schwimmenden Kulturhauses mit einem Ausstellungsbereich, der die Welt des Hafens um 1900 näherbringen soll. Holzfassaden, Dach sowie Fenster und Türen müssen saniert werden, damit das derzeit leerstehende schwimmende Gebäude wieder genutzt werden kann. Für die umfassende Sanierung des Liegers und die entsprechende Umgestaltung zu einem Kulturhaus mit Ausstellungsbereich auf dem Wasser fallen Kosten in Höhe von 490.000 Euro an. Davon tragen 195.000 Euro das Kulturstaatsministerium, 55.000 Euro die Deutsche Stiftung Denkmalschutz Bonn und 30.000 Euro die Stiftung SeHHafen. Rund 50.000 Euro werden durch Spenden beglichen. Die restlichen Mittel in Höhe von 160.000 Euro sollen aus dem Sanierungsfonds Hamburg 2020 zur Verfügung gestellt werden.

Die Bürgerschaft möge daher beschließen:
Der Senat wird ersucht:
1. für die erforderliche Sanierung und Herrichtung des Klütjenfelder Liegers die jeweilige Höhe des konsumtiven beziehungsweise investiven Anteils der Maßnahme zu ermitteln,
2. im Haushaltsjahr 2020 – abhängig von dem Ergebnis dieser Ermittlung – eine Ermächtigung, Kosten zu verursachen bzw. Auszahlungen zu leisten, in Höhe von insgesamt bis zu 160.000 Euro
a. für konsumtive Maßnahmen im Einzelplan 3.3, Produktgruppe 251.03 „Denkmalschutzamt“, Kontenbereich „Kosten aus Transferleistungen“ aus dem „Sanierungsfonds Hamburg 2020“ (Einzelplan 9.2, Produktgruppe 283.02 „Zentrale Ansätze II“, Kontenbereich „Globale Mehrkosten“) und
b. für investive Maßnahmen im Aufgabenbereich 251 „Kultur und Staatsarchiv“, (Einzelplan 3.3) aus der „Zentralen Sanierungsreserve Hamburg 2020“ (Einzelplan 9.2, Aufgabenbereich 283, „Zentrale Finanzen“) bereitzustellen,
3. für die im Haushaltsjahr 2020 dazugehörigen Abschreibungen – in Abhängigkeit vom jeweiligen Aktivierungszeitpunkt der unter Ziffer 2.b genannten investiven Maßnahmen – die benötigten Ermächtigungen aus dem Einzelplan 9.2, Produktgruppe 283.02 „Zentrale Ansätze II“, „Sanierungsfonds Hamburg 2020“, in den Kontenbereich „Kosten aus Abschreibungen“ im Einzelplan 3.3, Produktgruppe 251.03 „Denkmalschutzamt“ zu übertragen,
4. der Bürgerschaft über die Umsetzung der Maßnahme bis Ende 2020 zu berichten.

Ansprechpartner

Dirk Kienscherf

Isabella Vértes-Schütter

  • Kultur

Peri Arndt

Ksenija Bekeris

Ole Thorben Buschhüter

Gabriele Dobusch

Henriette von Enckevort

Martina Friederichs

Birte Gutzki-Heitmann

Hildegard Jürgens

Annkathrin Kammeyer

Gerhard Lein

Christel Oldenburg

Wolfgang Rose

Monika Schaal

Hansjörg Schmidt

Markus Schreiber

Carola Veit

Michael Weinreich

Referent/in

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