Sanierungsfonds Hamburg 2020: Sportpark Steinwiesenweg – Ein neuer und moderner Ort für Sport und Bewegung in Eidelstedt

Donnerstag, 29.08.2019, Drucksache 21/

Antrag der Abgeordneten Monika Schaal, Dirk Kienscherf, Jenspeter Rosenfeldt, Ole Thorben Buschhüter, Martina Koeppen, Sören Schumacher, Juliane Timmermann, Olaf Steinbiß, Annkathrin Kammeyer, Danial Ilkhanipour, Hendrikje Blandow-Schlegel, Uwe Giffei, Milan Pein, Marc Schemmel, Güngör Yilmaz, Martina Friederichs, Jasmin Janzen und Fraktion sowie Christiane Blömeke, Olaf Duge, Anna Gallina, Dominik Lorenzen, Farid Müller (GRÜNE) und Fraktion

Hamburg ist eine dynamische und attraktive Metropole. Damit Hamburg lebenswert bleibt, setzen sich SPD und GRÜNE neben dem Bau bezahlbarer Wohnungen und dem Ausbau moderner Mobilitätsangebote auch für die wohnortnahe Modernisierung und Erweiterung der sozialen Infrastruktur in den Quartieren ein. In diesem Zusammenhang sind gute Sportorte für Rot-Grün ein zentrales Anliegen für ein funktionierendes Gemeinwesen.
Dabei gilt es auch, eine multifunktionale Nutzung städtischer Räume durch eine qualitative Aufwertung wohnortnaher Freizeitflächen – unter Einbeziehung des freiwilligen Engagements engagierter Quartiersvereine – zu realisieren. Der neue Sportpark Steinwiesenweg wird ein sehr breites sport- und bewegungsbezogenes Spektrum abbilden und damit den Hamburgerinnen und Hamburgern im Nordwesten der Stadt ein vielfältiges Sport- und Bewegungsangebot erschließen. Sport im öffentlichen Raum wird durch den Sportpark sichtbar. Die bestehende Sportinfrastruktur wird nachhaltig verbessert.
Der SV Eidelstedt Hamburg von 1880 e. V. (SVE) bietet den Menschen ein attraktives und umfassendes Sport- und Bewegungsangebot. Der Verein ist ein relevanter gemeinnütziger Sportverein im Hamburger Westen. Der SVE ist mit seinen Mitgliedern an unterschiedlichen Standorten im gesamten Eidelstedter Kerngebiet, vielfach auch darüber hinaus, aktiv. Als Mehrspartenverein mit 7.700 Mitgliedern, davon 3.200 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, bietet er aktuell über 60 Sportarten an und ist weiterhin offen für neue Angebote, Trends und Herausforderungen. Insbesondere im Inklusionssport nimmt der SVE eine Vorreiterrolle ein.
Eidelstedt wächst. Erwartet wird ein Zuzug von rund 4.000 Menschen. Allein in 2018 und 2019 werden voraussichtlich über 1.700 Wohneinheiten fertiggestellt worden sein und bis 2023 gibt es ein weiteres Wohnungsbaupotenzial von ca. 1.000 Wohneinheiten in Eidelstedt. Auch in Stellingen, das durch den Autobahndeckel mit Eidelstedt weiter zusammenwächst, gibt es ein Wohnungsbaupotenzial in ähnlicher Größenordnung. Große Bereiche Eidelstedts sind als Fördergebiet im Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilent-wicklung (RISE) festgelegt worden, so auch der Bereich östlich Duvenacker / Rungwisch / Dörpsweg rund um die Bezirkssportanlage Steinwiesenweg.
Die Anlage wurde 1984 fertiggestellt und seitdem in ihrem wesentlichen baulichen Zustand belassen. Gemeinsam mit Akteuren der Integrierten Stadtteilentwicklung hat das Bezirksamt Eimsbüttel einen Masterplan für das Gebiet entwickelt. U. a. der Sportverein Eidelstedt (SVE), das Gymnasium Dörpsweg, Schulbau Hamburg (SBH) und die steg waren an den Entwicklungsplänen beteiligt. Ein Schlüsselprojekt der Gebietsentwicklung ist der „Sportpark Steinwiesenweg“.
Mit der Realisierung des neuen Autobahndeckels, der als Grünzug südöstlich bis fast an die Sportanlage heranreicht, rückt die bezirkliche Sportanlage Steinwiesenweg aus einer peripheren in eine zentrale Lage. Durch die Entwicklung der südlich angrenzenden Grünräume und Wegeanbindungen werden neue Anknüpfpunkte geschaffen, welche dem geplanten Sportpark als attraktivem Zielpunkt innerhalb eines neuen Erschließungsgebietes eine hohe Anziehungskraft verleihen werden. Der neue Sportpark wird durch den A7-Deckel in eine zentralere Lage auch in Richtung der Urbanisierungszone des Bezirks Eimsbüttel rücken.
Erste Elemente des Entwicklungskonzepts werden vom SVE mit eigenen Mitteln umgesetzt. So umfasst der geplante Sportpark das bereits realisierte „GesundAktiv-Zentrum“ des SVE, speziell für Mitglieder über 60 Jahre, sowie eine Bewegungskita für 90 Kinder in fortgeschrittener Planung. Der Neubau der Kita wird voraussichtlich im Jahr 2020 fertig gestellt und vollständig vom Verein finanziert werden. Für beide Maßnahmen bringt der SVE rund 2,6 Millionen Euro an Investitionskosten auf. Dadurch hat der Verein bereits einen erheblichen Eigenanteil in die städtebauliche Entwicklung des Standorts investiert.
Das Herzstück der Umgestaltung des Sportparks ist die geplante Neugestaltung einer 8.500 qm großen Hockeyfläche zu einer multifunktionalen Sport- und Freizeitfläche. Diese soll generationenübergreifend und ganzjährig nutzbar sein. Ein überdachtes Außenspielfeld (Offenhalle), Skatebahnen, ein Bouleplatz, eine Gymnastikwiese, ein Fitnessparcours sowie ein Balancier- und Niedrigkletterseilpfad werden entstehen. In der geplanten Offenhalle werden Basketball, Hallenfußball, Futsal, Gymnastik, Tanz und Fitnesstraining angeboten werden. Neben dem SVE kann das Gymnasium Dörpsweg Nutzer der Halle sein. In unmittelbarer Nähe zum Steinwiesenweg befindet sich auch die Grundschule Rungwisch. Die Bewirtschaftungskosten für den neuen Bewegungsbereich auf der ehemaligen Hockeyfläche werden vom SVE getragen werden. Die dauer-hafte Übernahme der Betriebskosten für die Anlage gilt es seitens des zuständigen Bezirksamtes im Zuge der vertraglichen Überlassung des Geländes abzusichern.
Das Besondere wird dabei sein, dass die Fläche mit den Bewegungsangeboten – mit Ausnahme der geplanten Offenhalle – frei öffentlich zugänglich und nutzbar sein wird. Die geplante Offenhalle kann ihrerseits hamburgweite Maßstäbe setzen und auch für andere Standorte als ein gutes Vorbild in Planung, Bau und Betrieb dienen. So ist eine schulische Nutzung der Offenhalle und auch der Freiflächen gut realisierbar.
Der Sportpark Steinwiesenweg wird in insgesamt drei Bauabschnitten umfassend umgestaltet und modernisiert. Im ersten Bauabschnitt wurden Minispielfelder für Fußball und Beachvolleyball sowie eine Fitnessinsel hergerichtet. Die Maßnahme ist mit 190.000 Euro aus RISE-Mitteln sowie 150.000 Euro aus dem Integrationsfonds und 40.000 Euro aus Mitteln des Quartiersfonds ausfinanziert und befindet sich in der Realisierung. Der zweite Bauabschnitt betrifft die Sanierung, Aufwertung und Öffnung des angrenzenden Schulgeländes des Gymnasiums Dörpsweg zum Sportpark. Diese Maßnahmen sind aus Mitteln von Schulbau Hamburg (SBH) und aus RISE-Mitteln ebenfalls ausfinanziert. Insgesamt stehen hierfür ca. 1.475.000 Euro zur Verfügung. Durch die RISE-Förderung ist es möglich, drei zusätzliche Gummi-Bolzplätze und neues Spielgerät aufzustellen, außerdem wird die gesamte Eingangssituation am Sportpark Steinwiesenweg überarbeitet.
Ergänzt wird dies durch derzeit laufende Bauarbeiten zur Erstellung einer neuen Stellplatzanlage, da noch in diesem Jahr auf einem Teil der bisherigen Stellplatzanlage der Bau einer neuen Bewegungskita des SVE beginnen soll.
Der geplante dritte Bauabschnitt beinhaltet die Neugestaltung der multifunktionalen Sport- und Bewegungsfläche mit Offenhalle, Skatebahnen, Fitnessparcours u. a. Die Bausumme beträgt rund vier Millionen Euro. Über Sondermittel der Bezirksversammlung sowie RISE-Fördermittel wurden vom Bezirksamt Eimsbüttel bereits 100.000 Euro Planungskosten finanziert. Die baufachliche Planung ist abgeschlossen, die zur Verfügung stehenden Mittel waren auskömmlich.
Für die Realisierung des dritten Bauabschnitts hat die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen bis zu 1,5 Millionen Euro aus RISE-Fördermitteln in Aussicht gestellt. Weitere 425.000 Euro werden aus Mitteln des Quartiersfonds bereitgestellt. Darüber hinaus prüft die Behörde für Schule und Berufsbildung, ob im Rahmen der Schulentwicklungsplanung Mittel für einen Ausbau des Sportangebots am Gymnasium Dörpsweg umgewidmet und zur Finanzierung des Projekts eingebracht werden können, um somit eine schulische Nutzung durch das Gymnasium in der Offenhalle abzusichern. Damit müssen aus dem Sanierungsfonds Hamburg 2020 bis zu 1,9 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden, um dieses wichtige Projekt realisieren zu können.

Die Bürgerschaft möge beschließen:
Der Senat wird ersucht,
1. unter Einbeziehung der zuständigen Behörden im Haushaltsjahr 2019 für die Herstellung des dritten Bauabschnitts des Sportparks Steinwiesenweg in Eidelstedt eine Ermächtigung, Kosten zu verursachen bzw. Auszahlungen für Investitionen zu leisten in Höhe von insgesamt bis zu 1.900.000 Euro

a. für konsumtive Maßnahmen aus dem „Sanierungsfonds Hamburg 2020“ des Einzelplans 9.2, Produktgruppe 283.02, Zentrale Ansätze II, Kontenbereich „Globale Mehrkosten“, auf den Einzelplan 1.4, 215.02 „Sozialraummanagement“ und

b. für investive Maßnahmen aus der „Zentralen Sanierungsreserve Hamburg 2020“ des Einzelplans 9.2, Aufgabenbereich 283 „Zentrale Finanzen“, auf den Einzelplan 1.4, Aufgabenbereich 215 Soziales, Jugend und Gesundheit zu übertragen, und zwar zweckgebunden anteilig für die Herstellung des 3. Bauabschnitts des Sportparks Steinwiesenweg in Eidelstedt, und

c. für die dazugehörigen Abschreibungen – in Abhängigkeit vom jeweiligen Aktivierungszeitpunkt der unter Ziffer 1.b. genannten investiven Maßnahmen – den entsprechenden Kontenbereichen „Kosten aus Abschreibungen“ im Einzelplan, 1.4 aus dem Einzelplan 9.2 (Produktgruppe 283.02 „Zentrale Ansätze II“, Kontenbereich „Kosten aus Abschreibungen“) die be-nötigten Ermächtigungen ab dem Haushaltsjahr 2019 zu übertragen.

2. der Bürgerschaft zeitgerecht über den Sach-, Planungs- und Umsetzungsstand zu berichten.

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