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Auf dem Weg zum Hamburg-Takt: NachtBus-Netz konzeptionell weiterentwickeln

Mittwoch, 10.09.2025

Das Hamburger NachtBus-Netz ist seit über fünf Jahrzehnten ein fester Bestandteil der städtischen Mobilitätsinfrastruktur und leistet einen wichtigen Beitrag zur Erreichbarkeit der Stadtteile in den Nachtstunden. Während in Wochenendnächten U- und S-Bahnen und viele Buslinien mittlerweile die ganze Nacht hindurch fahren, gibt es an den übrigen Tagen in der etwa vierstündigen Betriebspause von 1 bis 5 Uhr weiterhin das eigenständige NachtBus-Netz, dessen Linien 600er Nummern tragen. Diese Betriebspause der Schnellbahnen ist zentral, damit S- und U-Bahnen notwendige Reinigungs- und Instandhaltungsmaßnahmen ihrer Fahrzeuge durchführen können. Daher fahren in diesen Pausenzeiten stattdessen die NachtBusse von der zentralen Umsteigehaltestelle Rathausmarkt aus in alle Richtungen und bringen die Fahrgäste an ihr Ziel. Einige Linien haben unterwegs Anschluss an Ergänzungslinien.

Seit der Einführung des NachtBus-Netzes im Jahre 1970 hat sich das Mobilitätsverhalten der Hamburger:innen grundlegend gewandelt. Neue Stadtteile und Wohnquartiere sind entstanden, die Arbeitswelt ist flexibler geworden und auch das Freizeitverhalten hat sich verändert. Gleichzeitig sind neue Linien hinzugekommen, während sich Streckenführungen und Taktungen im Laufe der Zeit immer wieder angepasst haben. In Harburg, den Vier- und Marschlanden und anderen Stadtteilen wurde in den letzten Jahren der Betrieb der „normalen“ StadtBus-Linien auf einen 24/7-Betrieb umgestellt. Dort fahren seitdem in allen Nächten der Woche dieselben Buslinien wie am Tag.

Im öffentlichen Diskurs wird zunehmend darauf hingewiesen, dass das bestehende NachtBus-Netz den heutigen Anforderungen nicht mehr in vollem Umfang gerecht wird. Insbesondere wird kritisiert, dass die bestehenden Anschlüsse nicht gehalten werden können, sofern es auf dem Linienweg zu Verzögerungen kommt. Viele Fahrgäste verpassen in den Nachtstunden daher ihren Anschluss und müssen dann oftmals lange auf den nächsten Bus warten. Dies schränkt die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs in den Nachtstunden erheblich ein. Gerade für Menschen, die nachts arbeiten, spät unterwegs sind oder aus dem Umland zurückkehren, ist ein verlässliches und flexibles Angebot hier von großer Bedeutung.

Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, das NachtBus-Netz einer grundlegenden Überprüfung zu unterziehen. Dabei sollte insbesondere geprüft werden, wie tangentiale und innerbezirkliche Verbindungen verbessert werden können, um vor allem die Anschlusssicherheit zu gewährleisten. Ziel muss es sein, das NachtBus-Netz so weiterzuentwickeln, dass es den aktuellen Mobilitätsbedürfnissen der Hamburger:innen gerecht wird und die Stadt auch nachts zuverlässig und komfortabel erreichbar bleibt.

 

 

Die Bürgerschaft möge beschließen:

Der Senat wird ersucht,

1. das Hamburger NachtBus-Netz einer umfassenden Überprüfung zu unterziehen und dabei insbesondere die aktuellen und zukünftigen Mobilitätsbedarfe der Bevölkerung zu berücksichtigen;

2. zu prüfen, wie attraktive Umsteigezeiten erreicht und die Anschlusssicherheit zwischen den einzelnen NachtBus-Linien verbessert werden können;

3. die Ergebnisse der Überprüfung sowie gegebenenfalls Vorschläge für eine Neustrukturierung des NachtBus-Netzes der Bürgerschaft zeitnah vorzulegen.

 

sowie
  • Rosa Domm
  • Leon Alam
  • Miriam Block
  • Eva Botzenhart
  • Simone Dornia
  • Dominik Lorenzen
  • Melanie Nerlich
  • Lisa Maria Otte
  • Dr. Gudrun Schittek (GRÜNE) und Fraktion