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Ausbau der Kapazitäten für das Azubi-Wohnen

Donnerstag, 07.08.2025

Wohnen ist ein Grundrecht und bezahlbares Wohnen hat in Hamburg Verfassungsrang. Hamburg setzt sich seit 2011 gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft im Bündnis für das Wohnen für die Schaffung und den Erhalt von bezahlbarem Wohnraum ein. Mit dem Beschluss zum Haushalt 2025/2026 haben SPD und Grüne in der Bürgerschaft den Weg für 906 Millionen Euro (2025) und 868 Millionen Euro (2026) Förderbarwert über die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB) freigemacht. Damit ist die Wohnraumförderung in Hamburg weiterhin auf Rekordniveau.

Seit 2011 wurden über 108.000 Wohnungen errichtet – darunter 30.493 geförderte Sozialwohnungen. Im vergangenen Jahr konnten 8.319 Wohnungen fertigstellt werden, davon mehr als 2.000 im geförderten Bereich. Das zeigt: Hamburg setzt sich mit aller Kraft für bezahlbaren und verfügbaren Wohnraum ein. Der Sozialwohnungsbestand ist stabil. Die Hamburger Wohnraumförderung ist passgenau und wird kontinuierlich bedarfsgerecht weiterentwickelt.

Die rot-grüne Koalition setzt sich zudem dafür ein, die Rahmenbedingungen für junge Menschen, die sich für eine Ausbildung in Hamburg entscheiden, zu verbessern. Von hoher Bedeutung ist dabei attraktiver und bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende. In Hamburg gibt es derzeit 32.943 betriebliche Auszubildende.

Im Rahmen der Hamburger Wohnraumförderung werden seit mehr als einem Jahrzehnt der Neubau und die Modernisierung von Wohnraum für Studierende und Auszubildende mit eigenen Förderprogrammen über die IFB mit zinsverbilligten Darlehen sowie einmaligen und laufenden Zuschüssen unterstützt. Der Wohnraum steht dabei sowohl Studierenden als auch Auszubildenden gleichermaßen zur Verfügung und ist mit langfristigen Mietpreis- und Belegungsbindungen verbunden. Mit dem Teilprogramm des sozialen Wohnungsbaus „Junges Wohnen“ fördert der Bund studentisches Wohnen sowie Wohnen für Auszubildende mit zusätzlichen 500 Millionen Euro. Auf Hamburg entfallen davon 13.017.150 Euro.

Der Senat hat mit der Drs. 21/18515 den Ausbau der Wohnheimkapazitäten beim Studierendenwerk Hamburg um circa 2.000 neue Wohnheimplätze, davon circa 1.400 studentische und circa 600 Wohnheimplätze für Auszubildende, beschlossen. Unter Nutzung der Möglichkeiten des Bundesprogramms „Junges Wohnen“ soll der Masterplan 2030 und die Schaffung von 3.000 neuen Wohnheimplätzen bis zum Jahr 2030 realisiert werden. Zusätzlich sollen bis 2030 3.000 Wohnheimplätze für Auszubildende auf den Weg gebracht werden. Dies hat die rot-grüne Koalition noch einmal in ihrem Koalitionsvertrag bekräftig. Auch der Landesausschuss für berufliche Bildung hat sich in seiner Sitzung im November 2024 für die Einsetzung einer behördenübergreifenden Expertengruppe ausgesprochen, welche die Schaffung von Wohnraum für Auszubildende vorantreiben soll. Mit dem „BildungshausPlus“ hat Hamburg zudem einen neuen Gebäudetyp entwickelt. Das „BildungshausPlus“ vereint Wohnen und Bildungsnutzung und ist zum Beispiel auch auf Schulgrundstücken möglich.

Derzeit gibt es in Hamburg 5.465 Wohnheimplätze und weitere 743 sind in Bau. Im Rahmen des Projekts Azubiwohnheim der Stadtwirtschaft soll in der Großen Freiheit in den nächsten Jahren ein Azubi-Wohnheim mit 128 Plätzen für die Nachwuchskräfte von Hamburger öffentlichen Unternehmen entstehen. Im Rahmen des Baus des Bildungscampus Ausschläger Weg ist im zweiten Bauabschnitt ein Wohnheim für Auszubildende geplant und im Bezirk Wandsbek, am Friedrich-Ebert-Damm/Berner Heerweg, wird erstmals ein Grundstück für den Bau und Betrieb eines auf Auszubildende ausgerichteten sogenannten Onboarding-Hauses zur Vergabe im Erbbaurecht angeboten.

Diese guten Beispiele belegen, dass Rot-Grün beim Wohnen für Auszubildende mit Kraft und Entschlossenheit vorangeht. Um diese positive Entwicklung zu unterstützen und neuen Wohnraum in Auszubildendenwohnheimen zu schaffen, gilt es, die Kräfte weiterhin behördenübergreifend zu bündeln und gemeinsam mit den öffentlichen Unternehmen, den Kammern, der Wohnungswirtschaft und den Hamburger Ausbildungsbetrieben Potentiale zu heben. Eine Idee ist zum Beispiel, dass mehrere Unternehmen ähnlich wie eine Baugemeinschaft zusammenarbeiten und gemeinsam Projekte umsetzen. Zudem können unter anderem gezielte Beratungsangebote und Hilfe bei der Flächenentwicklung Möglichkeiten sein, um die Wohnsituation von Auszubildenden weiter zu verbessern.

 

Die Bürgerschaft möge beschließen:

Der Senat wird ersucht,

1. gemeinsam mit der Handwerks- und Handelskammer, der Wohnungswirtschaft sowie weiteren Dachverbänden im Rahmen des Fachkräftenetzwerks eine Potentialanalyse (zum Beispiel von Flächen und Kooperationsmöglichkeiten) für Auszubildendenwohnheime durchzuführen und einen gemeinsamen Handlungsrahmen abzustecken. Dabei sollen auch private Flächen in den Fokus genommen werden;

2. im Rahmen des Projekts Azubiwohnheim der Stadtwirtschaft für weitere im weiteren Sinne städtische Bedarfe Standorte aus dem städtischen Flächenportfolio zu prüfen;

3. im städtischen Flächenportfolio (z. B. in großen Stadtentwicklungsgebieten und im Bereich des Sondervermögens Schulimmobilien) entsprechende Flächenkontingente für das Wohnen von Auszubildenden anzustreben und dabei auch Möglichkeiten des Systembaus (z. B. BildungshausPlus) oder des kostensparenden Umbaus von Bestandsimmobilien zu prüfen;

4. zu prüfen, inwieweit städtische Unternehmen sich bei dem Ausbau der Wohnheimplatzkapazitäten als Bauherr, Entwickler oder Investor beteiligen können;

5. auf Grundlage der Ergebnisse zu 1. und der Förderung durch die Hamburgische Investitions- und Förderbank geeignete Angebots- und Beratungsstrukturen zu entwickeln, um Unternehmen dabei zu unterstützen, sich bei der Schaffung von Wohn-raum für Auszubildende zu engagieren;

6. Lösungen zu erarbeiten, um kleinteilige Wohnkonzepte ausschreibungsreif zu machen;

7. die potentiellen Möglichkeiten aus der Baugesetzbuch-Novelle für Studierenden- und Auszubildendenwohnheime aktiv zu nutzen;

8. der Bürgerschaft bis zum 30. Juni 2026 zu berichten.

 

sowie
  • Leon Alam
  • Miriam Block
  • Eva Botzenhart
  • Rosa Domm
  • Simone Dornia
  • Dominik Lorenzen
  • Melanie Nerlich
  • Lisa Maria Otte (GRÜNE) und Fraktion