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Baden in der Stadt am Wasser – Chancen für zusätzliche Bademöglichkeiten prüfen

Dienstag, 16.12.2025

Hamburg ist eine Stadt am Wasser – geprägt von Elbe, Alster, Bille, Fleeten und Teichen. Die Gewässer sind nicht nur zentrale Elemente des Stadtbilds, sondern auch wichtige Lebensräume für Flora und Fauna sowie Orte der Erholung, der Begegnung, der Bewegung und des Wassersports. Sie tragen wesentlich zur Lebensqualität, zum Stadtklima und zur Identität Hamburgs als „Wasserstadt“ bei.

Gerade in warmen Sommermonaten sind die Wasserlagen für viele Hamburger:innen ein attraktiver Ort zur Abkühlung und für gemeinsame Freizeitaktivitäten. Hamburg verfügt bereits über 16 Badestellen an 14 Badegewässern, deren Wasserqualität regelmäßig durch die Bezirksämter überwacht wird. Dennoch zeigt die große Nachfrage, dass zusätzliche, gut erreichbare Bademöglichkeiten einen Mehrwert für Naherholung und Lebensqualität schaffen könnten. Beispiele aus anderen europäischen Städten – etwa Kopenhagen – verdeutlichen, wie vielfältig und attraktiv das Baden im urbanen Raum gestaltet werden kann, wenn Sicherheit, Umwelt- und Naturschutz sowie bestehende Nutzungen gut zusammengedacht werden.

Aus der Stadtgesellschaft und der Fachöffentlichkeit gibt es seit Jahren immer wieder Impulse, neue Badestellen oder innovative Formen des Schwimmens in der Stadt zu ermöglichen. Auch der Bereich Schwanenwik wurde in diesem Zusammenhang mehrfach diskutiert und historisch wie städtebaulich als möglicher Standort genannt. Solche Vorschläge sollen in eine Prüfung einfließen.

Gleichzeitig haben frühere Projekte – etwa Überlegungen zu einem Badeschiff oder innerstädtischen Flussbädern – gezeigt, dass neue Badestellen im urbanen Raum hohe Anforderungen mit sich bringen. Dazu gehören neben Wasserqualität und hygienischen Standards auch Fragen der Sicherheit bei Strömungen und Schiffsverkehr, der Sturmflutsicherheit, ökologische Aspekte, planungsrechtliche Rahmenbedingungen, logistische Anforderungen sowie die Abstimmung mit Wassersport, Naturschutz und hafenbezogenen Nutzungen. Eine systematische Machbarkeitsstudie schafft die Grundlage, Chancen wie Herausforderungen umfassend zu prüfen und realistische Optionen herauszuarbeiten.

Neben der Prüfung neuer Standorte besteht auch bei einigen bestehenden Badestellen Verbesserungsbedarf, etwa bei der Sichtbarkeit, Ausschilderung oder der Abgrenzung von Schwimmbereichen. Auch niedrigschwellige Maßnahmen wie Stege oder eindeutige Zugänge können an geeigneten Orten zu einer besseren Nutzbarkeit beitragen. Mit einer breiten, fachlich fundierten Prüfung wird es möglich, die Potenziale der Hamburger Wasserlagen weiterzuentwickeln und gleichzeitig Sicherheit, Natur- und Gewässerschutz sowie bestehende Nutzungen zu gewährleisten. So kann Hamburg seine wertvolle Ressource Wasser künftig noch besser und für alle gut erfahrbar nutzen.

Die Bürgerschaft möge beschließen: Der Senat wird ersucht,

1.

auf Basis einer senatsseitigen vorangehenden Analyse geeigneter Gewässer einen Workshop mit den relevanten Akteur:innen (unter anderem der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, der Behörde für Inneres und Sport, der Bäderland Hamburg GmbH, den Bezirksämtern, der Hamburg Port Authority, dem Hamburger Sportbund) zu organisieren, um Standorte für zusätzliche Bademöglichkeiten in Hamburg zu identifizieren und fachlich einzuordnen,

2.

dabei sollen neben Standortvorschlägen aus der öffentlichen Debatte auf der Alster zur besseren Verteilung von öffentlichen Badestellen im Stadtgebiet zwingend auch Standorte außerhalb der Alster geprüft werden, etwa an der Bille, Elbe, Dove-Elbe, Norderelbe und den Hamburger Kanälen,

3.

die identifizierten Standorte hinsichtlich ihrer Eignung, Sicherheit (Strömungen, Schiffsverkehr, Sturmfluten, Hygiene), Wasserqualität, planungsrechtlichen und hafenbetrieblichen Vorgaben, ökologischen Auswirkungen, logistischen Anforderungen, Mobilität und Erreichbarkeit sowie Kosten- und Betreiberkonzepten zu bewerten,

4.

Ideen für eine mögliche Umsetzung der konkreten potenziellen Badestellen zu entwickeln,

5.

bereits bestehende Badestellen noch besser auszuweisen, beispielsweise durch Ausschilderung, klare Zugangswege, Stege und die Installation von Bojen für die Abgrenzung des Schwimmbereichs,

6.

der Bürgerschaft die Ergebnisse bis zum 30.07.2027 zu berichten.

sowie
  • Rosa Domm
  • Simone Dornia
  • Dominik Lorenzen
  • Leon Alam
  • Miriam Block
  • Eva Botzenhart
  • Melanie Nerlich
  • Lisa Maria Otte (GRÜNE) und Fraktion