Bezahldienst Wero auch in Hamburg einführen – mehr Wahlmöglichkeiten im digitalen Payment bei Behördengängen mit europäischer Alternative ermöglichen
Freitag, 13.03.2026
Digitales Payment ist in vielen Bereichen ein völlig normaler Vorgang, so auch bei Behördengängen. Neben elektronischer Kartenbezahlung hat Hamburg bereits PayPal als Zahlungsmittel in Behörden eingeführt, um digitale Dienste zu modernisieren. Für die Kund:innen ist das eine willkommene Erweiterung, die aber gleichzeitig die Abhängigkeit von nicht europäischen Bezahldienstleister:innen erhöht und Fragen hinsichtlich des Datenschutzes und der Datensouveränität aufwirft.
Die European Payments Initiative, ein Zusammenschluss großer europäischer Banken und Zahlungsdienstleister, bietet mit Wero ein eigenständiges europäisches Zahlungssystem an. Die Infrastruktur unterliegt europäischem Zahlungsrecht und der Datenschutzgrundverordnung, die Server sind in Europa beheimatet und die Governance auf Europa fokussiert. Für die Kund:innen liegen die Vorteile auf der Hand: Es ist keine zusätzliche Registrierung bei einem globalen Tech-Konzern nötig, sondern Wero ermöglicht die Nutzung über die eigene Bank beziehungsweise Banking-App und die Nutzer:innen benötigen auch kein Wallet bei eine:r Drittanbieter:in, sondern führen direkte SEPA-Überweisungen durch.
Wero bietet Bezahlmethoden für den Online-Handel und Geschäfte vor Ort und bietet sich somit auch für die Bezahlung zum Beispiel bei Behördengängen an. Das ist die perfekte Gelegenheit für Hamburg als Smart-City-Hauptstadt Deutschlands, eine europäische und souveräne Zahlungsmöglichkeit anzubieten.
Die Bürgerschaft möge beschließen:
Der Senat wird ersucht,
1. die Bezahlmöglichkeiten von Verwaltungs- und weiteren geeigneten Dienstleistungen um den europäischen Bezahldienst Wero zu ergänzen,
2. die Hamburger Landesbetriebe beziehungsweise geeignete öffentliche Unternehmen zu bitten, dies ebenfalls zu ermöglichen,
3. sich im Kontext der Anstrengungen am Finanzplatz Hamburg auch für weitere europäische Payment-Lösungen als Beitrag zur finanziellen Souveränität Europas einzusetzen,
4. der Bürgerschaft bis zum 31. Juli 2026 zu berichten.
- Milan Pein
- Arne Platzbecker
- Hansjörg Schmidt (Fachsprecher:in Medien)
- Sören Schumacher
- Tim Stoberock (Fachsprecher:in Digitalisierung und Datenschutz)
- Sarah Timmann
- Isabella Vértes-Schütter
sowie
- Eva Botzenhart
- Leon Alam
- Miriam Block
- Rosa Domm
- Simone Dornia
- Dominik Lorenzen
- Melanie Nerlich
- Lisa Maria Otte (GRÜNE) und Fraktion