Für eine starke Alster – Naturnahe Ufer und lebendige Lebensräume
Mittwoch, 17.06.2026
Die Alster gehört zu Hamburg – als Landschaftsraum, als Treffpunkt und als fester Bestandteil des städtischen Alltags vieler Menschen. Sie prägt das Stadtbild ebenso wie die angrenzenden Quartiere und ist für viele ein Ort, an dem Natur unmittelbar erlebbar wird. Gleichzeitig steht die Alster als Gewässer unter Druck: Intensive Nutzung, technisch befestigte Ufer, Nährstoffeinträge und belastete Sedimente führen dazu, dass sich Lebensräume zurückbilden und die ökologische Vielfalt eingeschränkt ist.
Die Machbarkeitsstudie „Lebendige Alster“ von NABU und BUND ist eine gute Grundlage für weitere Schritte zur ökologischen Entwicklung der Alster. Denn die Studie zeigt systematisch auf, wie eine Verbesserung der Außenalster mit den bestehenden Nutzungen vereinbar ist. Sie macht deutlich, dass insbesondere in den Uferbereichen und Flachwasserzonen großes Potenzial für Verbesserungen besteht. Zugleich ist zu berücksichtigen, dass das Projekt bereits in Umsetzung ist und erste Maßnahmen in den kommenden Jahren erprobt und weiterentwickelt werden.
Kleinräumige, kurzfristig umsetzbare Maßnahmen können dabei bereits unmittelbar einen Beitrag leisten. Dazu zählen beispielsweise zusätzliche Strukturen im Wasser oder unter Steganlagen, die Rückzugs- und Schutzräume für Tiere bieten und die Vernetzung von Lebensräumen unterstützen. Mit vergleichsweise geringem Aufwand sind sie häufig realisierbar und können schnell wirksam werden. Solche Maßnahmen sollten mit Blick auf die örtlichen Gegebenheiten geplant und mit den bestehenden Nutzungen abgestimmt werden.
Ein wesentlicher Ansatzpunkt ist der Umgang mit technisch befestigten Ufern. Diese sichern zwar die Uferlinie, lassen jedoch kaum Raum für natürliche Übergänge zwischen Wasser und Land. In geeigneten Abschnitten können zunächst kleinere Anpassungen oder Teilrückbauten erprobt werden. Wo es möglich ist, können durch den Rückbau solcher Strukturen naturnähere Ufer entstehen, die mehr Dynamik zulassen und unterschiedliche Lebensräume fördern. Damit wird nicht nur die ökologische Qualität verbessert, sondern auch das Erscheinungsbild der Alster vielfältiger und lebendiger.
Eine besondere Bedeutung kommt den flachen Ufer- und Übergangsbereichen zu. Sie sind zentrale Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und erfüllen wichtige Funktionen für das ökologische Gleichgewicht des Gewässers. Werden diese Bereiche gezielt weiterentwickelt und stabilisiert, können sich typische Ufervegetationen wieder besser etablieren. Diese tragen wiederum zur Verbesserung der Wasserqualität bei und unterstützen die Stabilität der Uferzonen.
Insgesamt zeigt die Machbarkeitsstudie in Verbindung mit den laufenden Aktivitäten des Projekts „Lebendige Alster“, dass eine schrittweise ökologische Weiterentwicklung der Alster realistisch und sinnvoll ist. Kurzfristig umsetzbare Maßnahmen sollten dabei zeitnah umgesetzt werden, um erste sichtbare Verbesserungen zu erzielen und den Einstieg in den weiteren Entwicklungsprozess zu schaffen. Entscheidend ist dabei, bestehende Ansätze zu bündeln, Maßnahmen koordiniert weiterzuentwickeln und die Umsetzung gemeinsam mit den relevanten Akteur:innen voranzubringen. Aufbauend auf diesen ersten Projekten sollten die weitergehenden Maßnahmen in den kommenden Jahren schrittweise umgesetzt werden.
Die Bürgerschaft möge beschließen:
Der Senat wird ersucht,
1. gemeinsam mit den betroffenen Bezirken die Erkenntnisse aus der Studie „Lebendige Alster“ in die Gestaltung der innerstädtischen Gewässerstrukturen einfließen zu lassen,
2. vorrangig kleinräumige Maßnahmen zur Verbesserung und Vernetzung von Lebensräumen im und am Gewässer in Abstimmung mit den beteiligten Akteurinnen und Akteuren zu prüfen und umzusetzen,
3. die ökologische Aufwertung der Alster und ihrer Nebengewässer im Rahmen des Projekts „Lebendige Alster“ weiter voranzubringen, insbesondere durch niedrigschwellige Maßnahmen sowie schrittweise Anpassungen bestehender Ufersicherungen,
4. die Ufer- und Flachwasserbereiche im Rahmen bestehender und geplanter Maßnahmen gezielt weiter aufzuwerten¸ insbesondere durch naturnahe Gestaltung und Renaturierung der Uferlinien durch geschützte Pflanzungen, weitere geeignete Maßnahmen zur Entwicklung dieser Bereiche wie etwa eine mögliche Etablierung von Röhrichtbeständen und die Stärkung vorhandener Pflanzenbestände gestärkt und dauerhaft gesichert werden,
5. der Bürgerschaft bis 31.12.2027 zu berichten.
- Cem Berk
- Dirk Kienscherf
- Martina Koeppen
- Gulfam Malik
- Alexander Mohrenberg (Fachsprecher:in Umwelt, Klima und Energie)
- Sören Platten
- Marc Schemmel
- Philine Sturzenbecher
- Annika Urbanski
sowie
- Lisa Maria Otte
- Leon Alam
- Miriam Block
- Eva Botzenhart
- Rosa Domm
- Simone Dornia
- Dominik Lorenzen
- Melanie Nerlich (GRÜNE) und Fraktion