Gedenkveranstaltung anlässlich des 25. Jahrestages des Mordes an Süleyman Ta?köprü durch den NSU im Jahr 2026 ermöglichen
Montag, 16.03.2026
Am 27. Juni 2001 wurde Süleyman Ta?köprü in Hamburg durch den rechtsterroristischen Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) ermordet. 2018 hat die Hamburgische Bürgerschaft mit einer Resolution den Angehörigen ihr Beileid ausgesprochen und um Entschuldigung dafür gebeten, dass die Ermittlungen nach dem Mord zunächst mit falschen Verdächtigungen einhergingen.
Mit der Ausschreibung einer wissenschaftlichen Studie zur Aufarbeitung des NSU-Komplexes in Hamburg und insbesondere des Mordes an Süleyman Ta?köprü hat die Hamburgische Bürgerschaft ihre Verantwortung für eine umfassende Auseinandersetzung mit dem Fall unterstrichen. Die Vergabe der wissenschaftlichen Studie an die Ruhr-Universität Bochum erfolgte 2025. Die Hamburgische Bürgerschaft begleitet diese Aufarbeitung im Rahmen eines Beirats.
Der im Jahr 2026 bevorstehende 25. Jahrestag des Mordes an Süleyman Ta?köprü erfordert ein würdiges und angemessenes Format des Gedenkens und der Erinnerung, welches den Wünschen der Familie Ta?köprü entspricht und gleichzeitig einen Beitrag zur Erinnerungskultur und zur Auseinandersetzung mit dem Rechtsterrorismus in Hamburg leistet.
Seit vielen Jahren setzt der Verein Licht ins Dunkel e.V. das bundesweite Theater- und Vermittlungsprojekt „Kein Schlussstrich!“ zum NSU-Komplex um. Im Rahmen dieses Projekts trug der Verein maßgeblich zur Vernetzung der bundesweit betroffenen Opferfamilien bei und förderte so eine breite Interessenvertretung und das zivilgesellschaftliche Engagement. In Zusammenarbeit mit fluxus² e.V., Kampnagel und dem Festival fluctoplasma setzte Licht ins Dunkel e.V. auch in Hamburg Projekte um, wie mehrtätige Veranstaltungen auf Kampnagel und Paneldiskussionen mit der Familie Ta?köprü und Betroffenen des Nagelbombenanschlags in der Keupstraße.
Für eine bundesweite Netzwerk- und Gedenkaktion liegt dem Verein Licht ins Dunkel e.V. eine Förderzusage des „Fonds Darstellende Künste“ in Höhe von 27.940 Euro vor. Innerhalb dieser Förderung sind Mittel für die Vorbereitung und Durchführung einer zentralen, in enger Abstimmung mit der Familie Ta?köprü geplanten Gedenkveranstaltung zum 25. Todestag von Süleyman Ta?köprü vorgesehen. Voraussetzung für die Inanspruchnahme der vom Verein bereits eingeworbenen Drittmittel auf Bundesebene ist die Einbringung von Eigenmitteln in Höhe von 15.000 Euro, die bis zum 15. März 2026 sichergestellt werden muss, da die Drittmittel ansonsten an den Bund zurückfallen würden. Damit würden wichtige Ressourcen verloren gehen, die den Wünschen der Familie bei der Gestaltung des Jahrestages zugutekommen.
Angesichts des Engagements der Hamburgischen Bürgerschaft zur wissenschaftlichen Aufarbeitung des NSU-Komplexes in Hamburg und insbesondere des Mordes an Süleyman Ta?köprü ergibt sich eine inhaltliche Verbindung zwischen der Forschungsarbeit und der würdigen Gestaltung des Jahrestages. Eine gemeinsame Gedenkveranstaltung der Hamburgischen Bürgerschaft und des Vereins Licht ins Dunkel e.V. sowie gegebenenfalls weiteren Akteuren kann im Zusammenhang mit den bestehenden Planungen umgesetzt werden.
Der Beirat hat sich ausdrücklich für begleitende Veranstaltungen zum Forschungsprojekt ausgesprochen. Die Unterstützung der Gedenkveranstaltung trägt dazu bei, dass der staatliche Prozess der Aufarbeitung in einen lebendigen Erinnerungsdiskurs eingebettet wird und die Perspektive der Angehörigen sichtbar bleibt.
Vor diesem Hintergrund möge die Bürgerschaft beschließen:
1.
Es soll eine zentrale Gedenkveranstaltung im Jahr 2026 anlässlich des 25. Jahrestages des Mordes an Süleyman Ta?köprü durch den NSU unter Berücksichtigung der Wünsche der Familie Ta?köprü durchgeführt werden.
2.
Dem Verein „Licht ins Dunkel“ sollen für die Planung und anteilige Durchführung einer zentralen Gedenkveranstaltung aus dem Einzelplan 1.01., Produktgruppe 200.03 „Bürgerschaftskanzlei“, Kontenbereich „Kosten aus laufender Verwaltungstätigkeit“ Mittel in Höhe von bis zu 15.000 Euro bereitgestellt werden.
- Mithat Çapar
- Simone Gündüz (Fachsprecher:in Hamburg/Schleswig-Holstein)
- Baris Önes (Fachsprecher:in Soziales)
- Carola Veit
- Isabella Vértes-Schütter (Fachsprecher:in Kultur)
sowie
- Dr. Anke Frieling
- Dennis Gladiator
- Andreas Grutzeck
- Dr. Kaja Steffens und Antje Müller-Möller (CDU) und Fraktion und der Abgeordneten Sina Imhof
- Parica Partoshoar
- Michael Gwosdz
- Alske Freter
- René Gögge
- Jennifer Jasberg
- Dr. Gudrun Schittek
- Lena Zagst (GRÜNE) und Fraktion und der Abgeordneten Deniz Celik
- Heike Sudmann
- David Stoop
- Stefan Jersch
- Xenija Melnik (Die Linke) und Fraktion