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Geothermie als Schlüssel zur Wärmewende – Potenziale systematisch erschließen

Mittwoch, 14.01.2026

Geothermie ist eine vielversprechende Option für die klimafreundliche, zuverlässige und langfristig sichere Wärmeversorgung Hamburgs. Als grundlastfähige, nahezu emissionsfreie Energiequelle ergänzt sie ideal die bestehende Fernwärmeversorgung – besonders in einer dicht besiedelten Stadt mit hoher Wärmebedarfsdichte. Zudem benötigt sie kaum oberirdische Flächen und macht Hamburg unabhängiger von geopolitischen Risiken. Im Hinblick auf die ehrgeizigen Klimaziele Hamburgs und den Übergang zu einer nachhaltigen, klimaneutralen Stadt ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir alle Potenziale erneuerbarer Energien voll ausschöpfen.

Im Rahmen des Reallabors Integrierte WärmeWende Wilhelmsburg (IW3) haben die Hamburger Energiewerke bereits ein wegweisendes Projekt weitgehend umgesetzt: Schon in der nächsten Heizperiode werden in Wilhelmsburg mehr als 6.000 Haushalte mit verlässlicher und klimafreundlicher Erdwärme versorgt. Es liegt im Interesse Hamburgs, die Potenziale der Geothermie zukünftig noch stärker und umfassender in den Fokus der städtischen Energiepolitik zu rücken und eine klare Strategie zu entwickeln, die neben der technischen Machbarkeit auch die wirtschaftlichen und ökologischen Chancen dieser Ressource berücksichtigt. Ein solcher strategischer Ansatz kann Hamburg helfen, die Energieversorgung noch nachhaltiger und unabhängiger von fossilen Brennstoffen zu gestalten.

Untersucht werden sollte auch die Möglichkeit von intersaisonalen Wärmespeichern. Während Wärme im Winter unter Energieeinsatz aktiv erzeugt oder befördert werden muss, stellt sich im Sommer die gegenteilige Aufgabe, industrielle Abwärme und zunehmend auch zu hohe Raumwärme möglichst unschädlich abzutransportieren. Statt diese Wärme in Flüsse abzuleiten oder zu verdampfen, könnte – zum Beispiel durch sogenannte Aquiferwärmespeicher – die sommerliche Wärme unterirdisch für die winterliche Nutzung zwischengespeichert werden. Diese Technologie ist in den Niederlanden mit über 3.000 Anlagen bereits fest etabliert und sollte auch in Hamburg stärkere strategische Berücksichtigung finden.

Es ist aus unserer Sicht unerlässlich, dass der Senat die Erforschung und Nutzung des geothermischen Potenzials intensiviert und eine umfassende Geothermie-Strategie entwickelt. Mit der gezielten Auswertung und Ergänzung geowissenschaftlicher Daten können die Weichen für eine zukunftsfähige, klimafreundliche Energieversorgung gestellt werden.

Die Bürgerschaft möge beschließen:

Der Senat wird ersucht,

1. die Erkundung geothermischen Potenzials weiter zu vertiefen, insbesondere durch die gezielte Auswertung und Ergänzung geowissenschaftlicher Daten sowie der Erkenntnisse des Reallabors Integrierte WärmeWende Wilhelmsburg (IW3) und des Norddeutschen Reallabors, um darauf aufbauend eine Geothermie-Strategie für Hamburg zu erarbeiten, welche unter anderem weitere mögliche Standorte und konkrete Maßnahmen für Geothermie aufzeigt,

2. bei der Erarbeitung einer Strategie nach Punkt 1 Möglichkeiten der intersaisonalen Wärmespeicherung mit zu berücksichtigen,

3. der Bürgerschaft bis zum 31.03.2026 über den Stand der Strategieentwicklung und ihrer Umsetzung zu berichten.

 

sowie
  • Melanie Nerlich
  • Leon Alam
  • Miriam Block
  • Eva Botzenhart
  • Rosa Domm
  • Simone Dornia
  • Dominik Lorenzen
  • Lisa Maria Otte (GRÜNE) und Fraktion