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Hamburg als Zuhause - 3.000 neue Wohnheimplätze für Studierende bis 2030 schaffen

Mittwoch, 26.11.2025

Bezahlbares Wohnen hat in Hamburg Verfassungsrang. Insbesondere auch für Studierende setzen sich die Regierungsfraktionen von SPD und GRÜNEN dafür ein, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Laut Zensus 2022 liegt die Hamburger Durchschnittsmiete im Bestand bei 9,16 Euro/m² und 60 Prozent aller Mieten liegen unter 10 Euro/m². Von 2011 bis 2024 wurden über 30.000 neue Sozialwohnungen errichtet, der Bestand ist stabil. Die Förderung von 1,5 Milliarden Euro für den Wohnungsbau über die Investitions- und Förderbank im Haushalt 2025/2026 ist auf einem Rekordniveau. Mit dem Teilprogramm des sozialen Wohnungsbaus „Junges Wohnen“ fördert der Bund studentisches Wohnen und Wohnen für Auszubildende. SPD und GRÜNE haben bereits mit Drs. 22/12784 den Anstoß zur Nutzung dieser Mittel gegeben. Für 2025 sind Programmmittel für den sozialen Wohnungsbau durch den Bund von 3,5 Milliarden Euro vorgesehen. Darin enthalten ist auch eine Verdopplung der Mittel für das Programm „Junges Wohnen“ auf eine Milliarde Euro. Auch der Hamburger Anteil wird sich entsprechend des Königsteiner Schlüssels erhöhen.

Aktuell stehen dem Studierendenwerk Hamburg rund 4.430 Wohnheimplätze zur Verfügung – das entspricht etwa sechs Prozent der Studierenden an öffentlichen Hochschulen in der Stadt und wird dem Bedarf damit bei weitem nicht gerecht. Das Studierendenwerk bietet vielfältige Beratungsangebote in den Bereichen Soziales, Wohnen und Studienfinanzierung an, die stark nachgefragt und intensiv genutzt werden.

Hamburg hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Lebensbedingungen von Studierenden zu verbessern und den Studienstandort zu stärken.

Ein zentrales Anliegen der rot-grünen Koalition bleibt der Ausbau des studentischen Wohnraums. Um die Arbeit des Studierendenwerks insgesamt zu sichern, wurde dessen Grundfinanzierung in den vergangenen Jahren erhöht. Damit konnte insbesondere das gastronomische Angebot in den Mensen stabil gehalten und die Beratungsangebote für Studierende ausgebaut werden. Darüber hinaus hat der Senat das Studierendenwerk in den Jahren 2023 und 2024 mit einem Defizitausgleich von rund 4,2 Millionen Euro unterstützt, um die Folgen von Pandemie, Inflation und steigenden Personalkosten abzufedern.

Die hohe Attraktivität Hamburgs als Wissenschafts- und Lebensort und die damit einhergehende wachsende Zahl von Studierenden führen zu einer stetig steigenden Nachfrage nach studentischem Wohnraum. Zum Start des Wintersemesters 2025/26 sind die Wohnanlagen des Studierendenwerks vollkommen ausgelastet, mehr als 2.000 Bewerber*innen warteten Mitte September noch auf ein Zimmer. Um dieser großen Zahl gerecht zu werden, wurden in den vergangenen Jahren vielfältige Maßnahmen ergriffen, um den studentischen Wohnungsbau voranzutreiben. Bereits 2021 hat die Bürgerschaft mit der Drs. 21/18515 beschlossen, die Wohnheimkapazitäten beim Studierendenwerk Hamburg um rund 2.000 Plätze auszubauen und dieses Vorhaben mit der Drs. 22/12784 bekräftigt. Inzwischen entstehen an verschiedenen Standorten neue Wohnheime, etwa im Elbbrückenquartier, in der Burse, oder im Emil-Wolff-Haus.

Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden und auch Studierenden aus einkommensschwachen Haushalten, sowie internationalen Studierenden das Wohnen in Hamburg zu ermöglichen, hat die rot-grüne Koalition im aktuellen Koalitionsvertrag den Masterplan 2030 verankert. Damit sollen bis zum Jahr 2030 3.000 neue Wohnheimplätze für Studierende geschaffen werden. Die Abläufe in den Bezirken sollen überprüft und so gestaltet werden, dass Zuständigkeiten klar definiert und Bearbeitungszeiten reduziert werden. Ziel ist es, bürokratische Hürden abzubauen und eine verlässliche Grundlage für zügige Planungs- und Bauprozesse im Bereich des studentischen Wohnens zu schaffen.

In der Umsetzung des Masterplans 2030 sollen – neben klassischen Neubauten – auch modulare Bauformen, nachhaltige Bauweisen und die Umnutzung geeigneter Bestandsimmobilien genutzt werden, um schnell und kosteneffizient neue Plätze zu schaffen. Dabei ist sicherzustellen, dass die Mieten sozialverträglich bleiben und den Studierenden dauerhaft bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung steht. Ebenso soll bei der Standortwahl darauf geachtet werden, dass die Wohnheime in der Nähe von Universitäten und Fachhochschulen entstehen. Gleichzeitig dürfen die Randbezirke nicht außer Acht gelassen werden: So benötigt die Technische Universität Hamburg dringend zusätzlichen studentischen Wohnraum in Harburg, um die steigende Nachfrage zu decken.

Durch diese Maßnahmen tragen die Regierungsfraktionen dazu bei, dass Hamburg auch in Zukunft ein attraktiver und sozial gerechter Wissenschaftsstandort bleibt und Studierenden verlässliche Perspektiven bietet.

 

Die Bürgerschaft möge beschließen:

Der Senat wird ersucht:

1. den Masterplan 2030 konsequent voranzutreiben und die Schaffung von 3.000 zusätzlichen Wohnplätzen für Studierende in Wohnheimen und Wohngebäuden in enger Kooperation mit dem Studierendenwerk Hamburg, weiteren möglichen Träger*innen, den Hochschulen und der Wohnungswirtschaft bis zum Jahr 2030 sicherzustellen,

2. hierfür stadtweit Flächen auf ihre Eignung für den Ausbau der Wohnheimkapazitäten zu prüfen,

3. bei der Umsetzung des Masterplans 2030 für studentisches Wohnen, unter Berücksichtigung des Hamburg Standards, möglichst auf nachhaltige Konzepte bezüglich Bauweise (z. B. modulares Bauen), Auswahl der Baustoffe, Heizsysteme und Energieversorgung sowie auf die Umnutzung geeigneter Bestandsimmobilien zu setzen,

4. falls eine hohe Antragsdichte erzielt wird, die aus dem Bundesprogramm „Junges Wohnen“ zur Verfügung stehenden Mittel vollständig auszuschöpfen und die erforderliche Kofinanzierung sicherzustellen,

5. der Bürgerschaft bis zum 31.12.2028 einen Zwischenbericht und einen Abschlussbericht bis zum 31.01.2031 vorzulegen.

 

sowie
  • Dr. Selina Storm
  • Leon Alam
  • Miriam Block
  • Eva Botzenhart
  • Filiz Demirel
  • Rosa Domm
  • Simone Dornia
  • Mareike Engels
  • Linus Görg
  • Lisa Kern
  • Jan Koriath
  • Dominik Lorenzen
  • Melanie Nerlich
  • Lisa Maria Otte
  • Parica Partoshoar
  • Kathrin Warnecke
  • Mechthild Weber (GRÜNE) und Fraktion