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HPV-Impfquoten bei Kindern und Jugendlichen in Hamburg

Mittwoch, 11.02.2026

Humane Papillomviren (HPV) sind Viren, die Krebs und Genitalwarzen verursachen können. Sie sind weltweit so weit verbreitet, dass sich 85 bis 90 Prozent aller Menschen im Laufe ihres Lebens anstecken. Zehn Prozent dieser Menschen entwickeln ansteckende und unangenehme Genitalwarzen, andere entwickeln im späteren Leben Krebs oder Krebsvorstufen. In Deutschland erkranken aktuell pro Jahr etwa 10.000 Personen an HPV-bedingtem Krebs, davon etwa 7.000 Frauen und 3.000 Männer. Eine Impfung gegen HPV schützt in hohem Maße: Sie kann das Risiko für Krebs und Genitalwarzen um bis zu 90 Prozent senken. Der beste Zeitpunkt für die HPV-Impfung ist ab dem 9. Geburtstag. Bis zum 14. Geburtstag sind zwei Impfungen für eine vollständigen Impfschutz notwendig, ab dem 15. Lebensjahr werden dafür drei Impfungen empfohlen.

Vorsorge ist mehr als eine medizinische Maßnahme – sie ist eine Investition in Lebensqualität, Selbstbestimmung und ein gesundes Aufwachsen. Die HPV-Impfung schützt ganz konkret vor belastenden Erkrankungen und vor Krebs, der Jahre später Leben einschränken oder zerstören kann. Gerade deshalb ist es entscheidend, Kinder, Jugendliche und ihre Sorgeberechtigten gut zu informieren: mit verständlichen Informationen, niedrigschwelligen Angeboten und einem sensiblen Blick für unterschiedliche Lebensrealitäten. Eine erfolgreiche HPV-Prävention braucht Vertrauen, Nähe und Zugänglichkeit – nur dann kann Vorsorge ihr volles Potenzial entfalten und dazu beitragen, Gesundheit langfristig für alle zu sichern.

Die Impfung ist für Mädchen seit 2007 und für Jungen seit 2018 von der Ständigen Impfkommission empfohlen. Dennoch sind die HPV-Impfquoten in Deutschland und Hamburg im weltweiten Vergleich niedrig: lediglich 53,7 Prozent der 15-jährigen Mädchen und 35,4 Prozent der 15-jährigen Jungen sind in Hamburg vollständig geimpft (bundesweit 54,6 Prozent bzw. 34,0 Prozent, Stand 2023).

Zur Erhöhung der HPV-Impfquoten, hat der Senat am 4. März 2025 – dem internationalen HPV Awareness Tag – eine städtische HPV-Impfkampagne gestartet. In allen sieben bezirklichen Gesundheitsämtern sowie im Impfzentrum am Institut für Hygiene und Umwelt und im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) konnten sich Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 17 Jahren ohne Voranmeldung impfen lassen. Über dieses Impfangebot wurden alle Sorgeberechtigten ab Klasse 5 durch ein gemeinsames Anschreiben der Senatorinnen der Schul- und der Sozialbehörde informiert. Gleichzeitig fand im UKE eine Auftaktveranstaltung der HPV-Impfkampagne statt. Im Zuge der Kampagne fanden in den anschließenden Monaten folgende weitere Maßnahmen statt:

• Platzierung des Kampagnenmotivs „Die beste Zeit ist JETZT“ über Plakatierungen, Fahrgastfernsehen im HVV, Social Media, Gratis-Postkarten und ähnliches,

• Etablierung der Website www.hamburg.de/go/hpv,

• Schulungsveranstaltungen für Lehrkräfte in Kooperation mit dem Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung in Schulen,

• Durchführung von Impfaktionen in Schulen und Sportvereinen sowie

• Schulungen und Information von Multiplikator:innen (Migrant:innen für Migrant:innen, Verband der Frauenärzte, Hamburger Familientag und andere).

Inwieweit diese Maßnahmen perspektivisch zu einer Erhöhung der HPV-Impfquoten in Hamburg führen, wird mit der KV-Impfsurveillance des Robert Koch-Institutes erhoben. Dafür werden die Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen zu Impfleistungen und Diagnosen impfvermeidbarer Erkrankungen ausgewertet und auf dem Dashboard zum Impfgeschehen in Deutschland „VacMap“ veröffentlicht.

 

Die Bürgerschaft möge beschließen:

Der Senat wird ersucht,

1. die Bemühungen zur Erhöhung der Impfquote gegen Humane Papillomviren (HPV) fortzusetzen,

2. zu prüfen, welche weiteren Maßnahmen zur Erhöhung der Impfquoten ergriffen werden können, wie beispielsweise durch ein jährliches Schreiben an die Sorgeberechtigten,

3. zu prüfen, wie niedrigschwellige Impfangebote ausgebaut werden können, um zu erweiterten Zeiten überall in Hamburg Angebote machen zu können,

4. der Bürgerschaft bis zum 31.01.2027 zu berichten.

 

 

sowie
  • Linus Görg
  • Filiz Demirel
  • Mareike Engels
  • Lisa Kern
  • Jan Koriath
  • Parica Partoshoar
  • Dr. Gudrun Schittek
  • Dr. Selina Storm
  • Kathrin Warnecke
  • Mechthild Weber (GRÜNE) und Fraktion