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Informatikunterricht in Hamburgs Schulen stärken

Donnerstag, 31.03.2022

Informatorisches Wissen und informatorische Kompetenzen sind heute ein wichtiger Bestandteil der Allgemeinbildung und bereitet die Schüler:innen auf ihr zukünftiges Leben in einer zunehmend digitalisierten Welt vor. Ihre Bedeutung für die Allgemeinbildung und den schulischen Unterricht nimmt somit immer weiter zu. Informatikunterricht beschränkt sich nicht nur auf die Vermittlung fachlicher Inhalte, sondern legt mit diesen Inhalten und erworbenen Kompetenzen auch den Grundstein für ein Verständnis der Kulturentwicklung, die mit der Digitalisierung einhergeht. Im Informatikunterricht erhalten die Schüler:innen Einblicke in die Bedeutung der Informatik für ihr eigenes Leben und das Leben ihrer Mitmenschen. Ein starker Anwendungsbezug im Informatikunterricht verdeutlicht den Schüler:innen die große Bedeutung, die die Methoden und Werkzeuge der Informatik in allen Bereichen der Gesellschaft haben. Dadurch werden sie befähigt, geeignete Informatiksysteme auszuwählen, diese zielgerichtet anzuwenden und an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Zudem sind vertiefte Kenntnisse über Informatiksysteme ein wichtiger Baustein für unterschiedliche Ausbildungs- und Studiengänge.

Die Digitalisierung von Hamburgs Schulen hat durch die Corona-Pandemie einen enormen Schub erhalten. Die vom Senat im Januar 2022 vorgestellten Zahlen zeigen eindrucksvoll, wie schnell die digitale Ausstattung der Schulen in den letzten zwei Jahren vorangeschritten ist. So verfügen mittlerweile über 99 Prozent der Schulen über WLAN, 96 Prozent der Unterrichtsräume verfügen über digitale Präsentationstechnik und 75.000 mobile Endgeräte wie Tablets und Notebooks stehen für die Nutzung durch Schüler:innen zur Verfügung. Gemeinsam mit der kontinuierlichen Fortbildung von Lehrkräften bildet die digitale Ausstattung der Schulen in Hamburg ein gutes Fundament für einen ganzheitlich digitalen Unterricht. Schon jetzt werden im Rahmen der Umsetzung der Strategie der Kultusministerkonferenz „Bildung in der digitalen Welt“, 2016, digitale Kompetenzen im Fachunterricht gefördert. Es ist allerdings Zeit für weitere Schritte.

Die Kultusministerkonferenz hebt in ihrem 2021 gefassten Beschluss „Lehren und Lernen in der digitalen Welt“ die Bedeutung der Digitalisierung der Schulen in Deutschland hervor. Laut dem Beschluss kann die „Anbahnung grundlegender informatischer Kompetenzen im Rahmen bestehender Unterrichtsfächer […] z. B. durch die Einführung eines entsprechenden verpflichtenden Unterrichtsfachs an allgemeinbildenden Schulen ergänzt werden“. Dabei seien zentrale informatische Kompetenzen und Medienkompetenzen curricular sowie in Lehr-Lern-Prozessen zu verankern, um die technologische, die anwendungsbezogene sowie gesellschaftlich-kulturelle Perspektive von digitalen Phänomenen und Veränderungsprozessen zu durchdringen und verantwortlich mitzugestalten.

Informatik wird an Hamburger Stadtteilschulen und Gymnasien als Wahlpflichtfach angeboten. In den Jahrgangsstufen 8, 9 und 10 halten jeweils über 70 Prozent der Gymnasien und etwa 60 Prozent der Stadtteilschulen Wahlpflichtangebote im Fach Informatik vor. In der Oberstufe werden 212 Informatikkurse angeboten. Dieser Informatikunterricht in der Sekundarstufe I soll perspektivisch ausgeweitet und zu einem Pflichtfach ausgebaut werden, damit alle Schüler:innen der weiterführenden Schulen in Hamburg informatorische Kenntnisse sowie Medienkunde-Kompetenzen im Rahmen des Informatikunterrichts vermittelt bekommen.

Den Informatikunterricht von einem Wahlpflichtfach zu einem Pflichtfach auszubauen ist eine große Herausforderung für die Schulen in Hamburg. Die Einführung eines neuen Pflichtfaches kann nur im Zusammenhang mit den derzeitigen Stundentafeln und der Überarbeitung der Bildungspläne, dem Angebot an Fachlehrer:innen und den Herausforderungen durch die Corona-Pandemie sowie die ankommenden Geflüchteten aus der Ukraine gesehen werden.

 

Vor diesem Hintergrund möge die Bürgerschaft beschließen:

Der Senat wird ersucht:

 

1. ein Konzept zu entwickeln, wie der Informatikunterricht im Sinne informatorischer Kenntnisse sowie Medienkunde-Kompetenzen in Hamburg perspektivisch zu einem Pflichtfach in der Mittelstufe der weiterführenden Schulen weiterentwickelt werden kann,

2. entsprechende Fortbildungsangebote für die Qualifizierung von Lehrkräften für das Unterrichtsfach Informatik vorzuhalten,

3. der Bürgerschaft bis zum 31.03.2023 zu berichten.