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KI im Tourismus – Hamburgs Wettbewerbsfähigkeit sichern

Dienstag, 06.01.2026

Durch die Entwicklung künstlicher Intelligenz (KI) sind tiefgreifende Veränderungen über alle Wirtschaftssektoren hinweg zu erwarten: auch im Tourismussektor. Schon heute nutzen viele Tourist*innen zur Reiseplanung eher generative künstliche Intelligenz wie ChatGPT statt Bewertungsportale wie TripAdvisor, offizielle Webseiten von Destination Management Organisationen oder Social Media. Für Destinationen bringt diese Entwicklung völlig neue Anforderungen mit sich: So könnte es in Zukunft entscheidend sein, ob und wie Hamburg als Destination in den Antworten von KI-Chatbots erscheint. Über die herkömmliche Suchmaschinenoptimierung hinaus müssen Inhalte daher für die Interpretation durch Large Language Models (LLMs) optimiert werden, um von potenziellen Tourist*innen wahrgenommen und letztlich als Destination ausgewählt zu werden. Dabei sind sprachliche Optimierungspotenziale zur besseren Datenverarbeitung und -anzeige durch LLMs ebenso relevant wie sogenannte Application Programming Interfaces (Programmschnittstellen) und Zugänge für Crawler von LLMs. Sichtbarkeit und Informationsgehalt in KI-generierten Antworten zu Urlaubszielen, Reiserouten, Sehenswürdigkeiten etc. werden durch das veränderte Suchverhalten von Tourist*innen zu einem ausschlaggebenden Wettbewerbsfaktor. Ohne entsprechende Anpassungen im Onlineauftritt droht Hamburg, neben anderen Destinationen unsichtbar zu werden.

Darüber hinaus hat künstliche Intelligenz großes Anwendungspotenzial im städtischen Tourismusmanagement, insbesondere in den Bereichen Planung und Vermarktung. Die Nutzung künstlicher Intelligenz bietet die Möglichkeit, große Datenmengen auszuwerten und genauere Vorhersagen über zu erwartende Gästeankünfte, Übernachtungen, Aufenthaltsdauern und touristische Verkehrsströme zu treffen. Solche Prognosen können zu einer Optimierung städtischer Veranstaltungskalender, Nahverkehrspläne und Sicherheitskonzepte beitragen. Dabei müssen konsequent höchste Datenschutzstandards eingehalten werden. In der Vermarktung kann künstliche Intelligenz sowohl zur datenbasierten Analyse von Märkten und Zielgruppen als auch zur Generierung von Inhalten (Text- und Bildmaterial) für Webseiten und Social-Media-Kanäle verwendet werden. So können Destination Management Organisationen ihre Prozesse effizienter gestalten, Mittel zur Vermarktung gezielter einsetzen und langfristig Kosten reduzieren. Gleichzeitig kann das Erlebnis von Besucher*innen verbessert und auch die Akzeptanz von Tourismus in der Bevölkerung gesteigert werden, wenn ein besonders hohes Besucheraufkommen rechtzeitig erkannt werden kann.

Viele Auswirkungen der zunehmenden Verbreitung und Nutzung künstlicher Intelligenz im Tourismus sind aktuell noch nicht absehbar, aber der Anpassungsdruck an die neuen Technologien steigt bereits. Im Wettbewerb mit konkurrierenden Destinationen ist es daher unerlässlich für Hamburgs Tourismus, mit der technologischen Entwicklung Schritt zu halten.

 

Die Bürgerschaft möge beschließen:

Der Senat wird ersucht,

1. bisherige und zukünftig zu erwartende Auswirkungen der Entwicklung künstlicher Intelligenz im Tourismussektor zu prüfen,

2. Maßnahmen zu entwickeln, um Hamburgs Onlineauftritt als Destination an veränderte Anforderungen durch die Reiseplanung mit Large Language Models anzupassen,

3. die Anwendungsmöglichkeiten künstlicher Intelligenz mit wichtigen Anbietern touristischer Leistungen in Hamburg zu erörtern,

4. der Bürgerschaft bis zum 30.06.2026 über die Ergebnisse zu berichten.

 

sowie
  • Dominik Lorenzen
  • Eva Botzenhart
  • Leon Alam
  • Miriam Block
  • Rosa Domm
  • Simone Dornia
  • Melanie Nerlich
  • Lisa Maria Otte (GRÜNE) und Fraktion