Sanierungsfonds Hamburg 2030: KL!CK Kindermuseum in Osdorf: Modernisierung der Ausstellungsflächen und die Neukonzeption museumspädagogischer Vermittlungsinhalte unterstützen
Mittwoch, 12.08.2026
Seit über 20 Jahren leistet das KL!CK Kindermuseum in Osdorf einen herausragenden Beitrag für die Hamburger Kinder- und Jugendkultur. Es gehört zu den Mitbegründern des Bundesverbands deutscher Kinder- und Jugendmuseen und steht als eines der größten Kindermuseen in Deutschland beispielhaft für die Möglichkeiten außerschulischer Lernorte. Für Kinder bis zu 12 Jahren bietet das Museum Ausstellungen für verschiedene Themenfelder an und hat spezielle Angebote für Schulen und Kitas. Zugleich ist das Kindermuseum ein zentraler Bestandteil der sozialen Infrastruktur am Osdorfer Born: Es erweitert das soziale, kulturelle, freizeit- und bildungsbezogene Angebot. Die Quartiersarbeit des Museums umfasst unter anderem eine Leseförderung mit Schreibwerkstatt, Theaterangebote, Ferienprogramme mit vielfältigen Aktivitäten bis hin zu Exkursionen sowie Veranstaltungen für die ganze Familie. Zudem gibt es für Kinder und Familien aus Osdorf einen dauerhaft kostenfreien Eintritt. Mit diesen Angeboten richtet sich das KL!CK Kindermuseum gezielt auch an bildungsferne Familien. Damit leistet das Museum einen unverzichtbaren Beitrag zur Verbesserung der Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen. Besonders hervorzuheben ist die enge inhaltliche, konzeptionelle und organisatorische Zusammenarbeit mit den im Quartier ansässigen Kinder- und Jugendeinrichtungen, die auf Dauer angelegt ist.
Das KL!CK Kindermuseum wurde im RISE-Fördergebiet Osdorfer Born/Lurup eröffnet, in dem über 13.500 Hamburger:innen leben. Seit 2004 ist es im Gemeindezentrum der Kirchengemeinde Maria Magdalena untergebracht. Das Gebäude, das seit 2015 unter Denkmalschutz steht, befindet sich in einem umfassenden Sanierungsprozess, der trotz Asbestfund gut voranschreitet. Die Regierungsfraktionen hatten das Vorhaben 2020 mit einem Sanierungsfonds-Antrag in der Hamburgischen Bürgerschaft unterstützt (Drs. 22/497). Die Stadtentwicklungsbehörde finanziert die Sanierung des Gebäudeteils „KL!CK Kindermuseum“ und der Räumlichkeiten durch den Einsatz von Mitteln aus dem Investitionspakt „Soziale Integration im Quartiere“ und dem Stadtentwicklungsfonds „Lebendige Quartiere“ in Höhe von rund zehn Millionen Euro. Die Neugestaltung des Außengeländes zum Ausstellungsgelände wird im Rahmen der Integrierten Stadtteilentwicklung finanziert. Im Jahr 2025 hat das Museum die Weiterentwicklung von Inhalten und Räumen im Gebäude in Angriff genommen. Dieser Prozess umfasste eine Überarbeitung, Modernisierung und Fortschreibung der bestehenden Ausstellungen und Vermittlungsangebote. Ziel ist es, das Museum unter heutigen pädagogischen, gesellschaftlichen und museologischen Rahmenbedingungen langfristig zukunftsfähig auszurichten. Im Laufe des Jahres 2025 wurde deshalb gemeinsam mit einem Gestaltungsbüro im Rahmen einer RISE-finanzierten vorlaufenden Planung ein detailliertes Gestaltungs- und Ausstellungskonzept erarbeitet. Für die Realisierung des Ausstellungskonzeptes stehen RISE-Mittel in Höhe von 1.330.000 Euro zur Verfügung.
Im Zuge der inhaltlichen Neukonzeption wurde die Gestaltung des Foyers vertieft betrachtet. Bisher war das Foyer vor allem ein Ort der Bewegung und wurde insbesondere an Wochenenden und bei Gruppenbesuchen stark zum freien Spielen genutzt. Künftig soll das Foyer stärker als Einstiegs- und Orientierungsraum dienen, der in die Ausstellungen einführt und eine ruhigere, konzentriertere Atmosphäre schafft. Geplant ist eine kreative Lese-, Spiel-, Bastel- und Bauecke, die inhaltlich an die Ausstellungen anknüpft und den Übergang vom freien Spiel zur inhaltlichen Auseinandersetzung unterstützt. Ein weiterer Schwerpunkt der inhaltlichen Weiterentwicklung ist die neu entstehende Ausstellung zum Thema „Future Literacy – Kompetenzbildung für Kinder zum Thema Zukunft“. Die Ausstellung thematisiert zukünftige gesellschaftliche und ökologische Entwicklungen und zielt darauf ab, Kinder zur Auseinandersetzung mit Fragen von Zukunftsgestaltung anzuregen. Für die Innenausstattung der künftigen Museumsräumlichkeiten gibt es unter anderem Bedarfe für den Bau einer großflächigen Sitzlandschaft, Kreativstationen im Foyer und interaktive Erlebnisstationen, Sondergrafiken und Illustrationen, sowie Honorarkosten für die entsprechenden Planungen und Gewerke.
Die Kosten für die Gesamtmaßnahme belaufen sich auf ca. 1.813.000 Euro. Neben der Förderung aus RISE-Mitteln engagiert sich die Dorit und Alexander Otto Stiftung im KL!CK-Kindermuseum und fördert drei Räume in Höhe von ca. 400.000 Euro. Die Regierungsfraktionen von SPD und GRÜNEN wollen die erforderliche Modernisierung und Neukonzeption mit bis zu 83.000 Euro aus dem Sanierungsfonds Hamburg unterstützen.
Die Bürgerschaft möge beschließen:
Der Senat wird ersucht,
1. für die Modernisierung der Ausstellungsflächen und die Neukonzeption museumspädagogischer Vermittlungsinhalte des KL!CK Kindermuseums die jeweilige Höhe des konsumtiven beziehungsweise investiven Anteils der Maßnahme zu ermitteln,
2. im Haushaltsjahr 2026 – abhängig vom Ergebnis dieser Ermittlung – eine Ermächtigung, Kosten zu verursachen beziehungsweise Auszahlungen zu leisten, in Höhe von bis zu 83.000 Euro
a. für konsumtive Maßnahmen aus dem Einzelplan 9.2 Allgemeine Finanzwirtschaft, Produktgruppe 283.02 Zentrale Ansätze II „Sanierungsfonds Hamburg 2020“, Kontenbereich „Globale Mehrkosten“ im Einzelplan 1.3 Bezirksamt Altona in der Produktgruppe 211.02 Sozialraummanagement „Kosten aus Transferleistungen“ und
b. für investive Maßnahmen im Einzelplan 1.3 Bezirksamt Altona im Aufgabenbereich 211 Soziales, Jugend und Gesundheit „Investitionsmittel bzw. Ermächtigungen für Auszahlungen“ aus dem „Zentralen Sanierungsfonds Hamburg 2030“ (Einzelplan 9.2 Allgemeine Finanzwirtschaft, Aufgabenbereich 283 „Zentrale Finanzen“) bereitzustellen,
3. für die dazugehörigen Abschreibungen – in Abhängigkeit des Aktivierungszeitpunktes der in Ziffer 2. b. beschriebenen Maßnahme – in den entsprechenden Kontenbereich „Kosten aus Abschreibungen“ der Produktgruppe 211.02 des Einzelplans 1.3 aus der Produktgruppe 283.02 des Einzelplans 9.2 die benötigten Ermächtigungen für das Haushaltsjahr 2026 zu übertragen,
4. der Bürgerschaft bis zum 31.12.2027 über den Umsetzungsstand zu berichten.
- Koorosh Armi
- Mehria Ashuftah
- Ole Thorben Buschhüter
- Regina-Elisabeth Jäck
- Dirk Kienscherf
- Martina Koeppen
- Lena Otto
- Arne Platzbecker
- Hansjörg Schmidt
- Frank Schmitt
- Philine Sturzenbecher
- Juliane Timmermann
- Isabella Vértes-Schütter (Fachsprecher:in Kultur)
sowie
- René Gögge
- Dennis Paustian-Döscher
- Miriam Block
- Rosa Domm
- Mareike Engels
- Alske Freter
- Michael Gwosdz
- Sina Imhof
- Jennifer Jasberg
- Parica Partoshoar
- Dr. Gudrun Schittek
- Dr. Selina Storm
- Kathrin Warnecke
- Lena Zagst (GRÜNE) und Fraktion