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Kommunale Immobilien der Offenen Kinder- und Jugendarbeit sanieren und nachhaltig aufstellen

Mittwoch, 19.08.2026

Die Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA), zu denen unter anderem Häuser der Jugend, Spielhäuser und Bauspielplätze gehören, stehen allen jungen Menschen offen. Sie übernehmen im System der Jugendhilfe eine wichtige Rolle in der Prävention sowie in der niedrigschwelligen Begleitung von Kindern und Jugendlichen. Auch für die Integration von minderjährigen Geflüchteten in den Stadtteilen, die mit ihren Eltern in Wohnunterkünften leben, sind sie wichtige Anlaufstellen. Um den steigenden Bedarfen sowie Tarifen und Preisen Rechnung zu tragen, wurden die finanziellen Mittel für die OKJA in den letzten zehn Jahren kontinuierlich erhöht: Zuletzt wurde die konsumtive Rahmenzuweisung Kinder- und Jugendarbeit für die regionalen Einrichtungen und Angebote der OKJA von rund 31 Millionen Euro 2024 auf rund 34 Millionen Euro für 2025 erhöht, eine Steigerung von rund 10 Prozent.

Zu attraktiven Angeboten gehören auch zeitgemäße barrierearme und intakte sowie im Sinne des Klimaplans der Freien und Hansestadt Hamburg energetisch effiziente Gebäude. Die Hamburger Bezirksämter haben in den letzten fünf Jahren Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten in Höhe von rund 34,7 Millionen Euro durchgeführt und sieben (Ersatz-)Neubauten mit einem Investitionsvolumen von rund 24,2 Millionen Euro auf den Weg gebracht. Dieser Weg soll fortgesetzt und konzeptuell neu aufgestellt werden, um vor Ort für Planungssicherheit zu sorgen und notwendige Sanierungen auf den Weg zu bringen. Damit adressiert dieser Antrag ein wichtiges Ziel aus dem Koalitionsvertrag von SPD und GRÜNEN – die bauliche Infrastruktur der OKJA durch Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen sowie Neubauten zu erhalten und zu modernisieren und dabei auch Synergien zu gemeinsamer Gebäudenutzung zu heben.

Hamburg hat gute Konzepte entwickelt und etabliert, um Gebäude der sozialen und kulturellen Infrastruktur der Stadt, Sportstätten und Bildungsorte zu sanieren, instand zu halten und neu zu bauen. Dazu gehören das bezirkliche Sportstättenmanagement und das Errichten von standardisierten System-Modulbauten wie dem „Hamburger Klassenhaus“. Diese Erfahrungen können für die Sanierung der Gebäude der offenen Kinder und Jugendarbeit genutzt werden. In den Bereichen Sport, Schule und Kita konnten bereits gute Erfahrungen mit standardisierten System-Modulbauten gemacht werden. Um dieses Konzept für den Bereich der OKJA-Gebäude nutzbar zu machen, soll ein Prototyp entwickelt werden, der auf die Anforderungen der Jugendarbeit zugeschnitten ist.

In einem ersten Schritt ist eine Bestandsaufnahme erforderlich, um einen Überblick über den Zustand der Immobilien der OKJA zu erlangen. Für jeden Standort sollen daraus Handlungsempfehlungen (Sanierung, Ersatzneubau, Anmietung, gemeinsame Nutzung in vorhandenen Gebäudestrukturen, etc.) erarbeitet werden, die sowohl die bezirkliche Jugendhilfeplanung berücksichtigen, als auch die Nutzer:innen an der Erarbeitung beteiligen. Durch einen Sanierungsfahrplan, der Transparenz darüber herstellt, wann die einzelnen Standorte saniert oder neu gebaut werden, soll Planungssicherheit vor Ort hergestellt werden. Die langfristige Instandhaltung der Gebäude muss ebenfalls von Anfang an mitgedacht und eingeplant werden.

So können die Einrichtungen langfristig aufgewertet und in ihrer wertvollen Funktion unterstützt werden.

 

Die Bürgerschaft möge beschließen:

Der Senat wird ersucht,

1. eine Bedarfsanalyse der Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OK-JA) aus dem Verwaltungsvermögen der Stadt Hamburg in den sieben Hamburger Bezirken zu erstellen,

2. mit dem Ziel, die OKJA-Immobilien in allen sieben Hamburger Bezirken bedarfsgerecht zu sanieren oder neu zu bauen und instand zu halten beziehungsweise Synergien zur gemeinsamen Nutzung bestehender Gebäude zu identifizieren und in den Jahren des Doppelhaushalts 2027/2028 eine umfassende Bestandsaufnahme und Nutzerbedarfsanalyse vorzunehmen,

3. mit dem Ziel einer bestmöglichen Effizienzsteigerung für den Neubau von Gebäuden der Offenen Kinder- und Jugendarbeit mit den öffentlichen Realisierungsträgern das Angebot von Musterhäusern weiterzuentwickeln, die in System-Modulbauweise spezielle Eignungen für die Bedarfe der OKJA aufweisen und überdies Preisvorteile ermöglichen und damit Realisierungschancen für Neubauten erhöhen,

4. aus den Vorarbeiten von 2. Kriterien für einen Sanierungsfahrplan zu entwickeln, mit dem Ziel diesen ab dem Haushalt 2029/2030 abzuarbeiten,

5. aus den Vorarbeiten von 3. realisierungsreife Modellprojekte zu ermitteln, für die ein Modulbau in Frage kommt und die zum Doppelhaushalt 2029/2030 in die Umsetzung gehen können,

6. zu prüfen, wie die langfristige Instandhaltung der städtischen OKJA-Immobilien gewährleistet werden kann,

7. der Bürgerschaft über den Fortschritt der Maßnahme zum 30.06.2027 erstmals und im Folgenden jährlich zu berichten.

 

sowie
  • Lisa Kern
  • Filiz Demirel
  • Mareike Engels
  • Linus Görg
  • Jan Koriath
  • Parica Partoshoar
  • Dr. Selina Storm
  • Kathrin Warnecke
  • Mechthild Weber (GRÜNE) und Fraktion