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Nutzer:innenbeirat Schwimminfrastruktur

Mittwoch, 26.11.2025

Schwimmen ist ein fester Bestandteil unserer Bewegungskultur und auch des schulischen Lehrplans. Der Schwimmsport ist in Hamburg eine der Bundestützpunktsportarten. Am Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein trainieren Athlet:innen für die Olympischen und Paralympischen Spiele. Generell gilt: In den letzten Jahrzehnten ist Bewegung im Wasser vielfältiger geworden und oftmals auch an infrastrukturelle Voraussetzungen geknüpft.

SPD und GRÜNE wollen das Schwimmangebot für alle Hamburger:innen verbessern und die ganzjährig nutzbaren Wasserflächen weiter ausbauen, insbesondere durch den Neubau von Schwimmbädern im südlichen Hamm, in Oberbillwerder und Süderelbe (Fischbeker Reethen). Dabei sollen auch die Wasserzeiten für die schwimmsporttreibenden Vereine und Verbände, für das Kinderschwimmen und den Reha-Sport ausgeweitet werden. Zudem setzen sich SPD und GRÜNE dafür ein, dass jedes Hamburger Kind im Grundschulalter ein kostenloses Schwimmlernangebot erhält. Das Ziel ist es, dass jedes Kind am Ende der Grundschulzeit sicher schwimmen kann. Zudem gilt es, die Wassersicherheit von unter sechsjährigen Kindern zu verbessern.

In Hamburg sorgt insbesondere die Bäderland Hamburg GmbH (Bäderland Hamburg) für eine verlässliche, wohnortnahe und moderne Versorgung der Bevölkerung mit Schwimmbädern. Bäderland Hamburg ist damit der flächenmäßig größte Anbieter von Freizeitaktivitäten in der Stadt. Die Bäder sind ein zentraler Ort für die lebenswichtige Schwimmausbildung aller Hamburger:innen und Bäderland Hamburg ist ein wichtiger und verlässlicher Partner des Schwimm- und Gesundheitssports in all seinen Facetten in Hamburg.

Bäderland Hamburg als öffentliches Unternehmen investiert verlässlich in eine zukunftsfähige Bäderstruktur in der Stadt. Bäderland Hamburg ist Europas zweitgrößter Schwimmbadbetreiber. Seit 1995 wurden acht Bäder neu gebaut. Allein seit 2018 flossen über 140 Millionen Euro in den Neubau und die Sanierung von Schwimmbädern. Die aktuellen Planungen bis 2028 sehen ein vorläufiges Investitionsvolumen von um die 100 Millionen Euro vor. Damit wird sichergestellt, dass Bäderland Hamburg weiterhin ein umfassendes Freizeit-, Sport- und Gesundheitsangebot für alle Hamburger:innen anbieten kann. Bäderland Hamburg agiert am Markt und reagiert bedarfsgerecht im Sinne aller Nutzer:innengruppen. Gleichwohl ist Bäderland Hamburg der einzige Marktanbieter mit einem flächendeckenden und landesweiten Angebot. Die Steuerung erfolgt dabei auch nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen, in denen ökologisches und energiebewusstes Handeln fest verankert ist.

Hamburg hat insgesamt seit 2011 über 1,1 Milliarden Euro in seine sportliche Infrastruktur investiert. Einen wichtigen und großen Anteil daran haben neben den Bädern auch die Schulsporthallen. Um an der Schnittstelle zwischen Schulbau Hamburg, Schulen und organisiertem Sport die Kooperation und Kommunikation rund um die Nutzung von schulischen Sportanlagen zu stärken, wurde 2019 der Nutzer:innenbeirat Schulsportanlagen ins Leben gerufen. Diese zusätzliche Plattform des fachbezogenen und regelmäßigen Dialogs sorgt für Transparenz und Akzeptanz. Aus dem Beirat heraus können auch frühzeitig Hinweise zu Grundlagen in Planungsprozessen für die sportliche Infrastruktur gegeben werden.

Für das Schwimmen existiert ein vergleichbares Format noch nicht. Seit 2012 gibt es in Hamburg den Runden Tisch Schwimmen. Der Runde Tisch wurde eingeführt, um die Verteilung der von der Freien und Hansestadt Hamburg finanzierten Wassernutzungszeiten (sogenannte Bahnenstunden) zu koordinieren und die Förderung der Sportentwicklung im Schwimmen voranzubringen. Das Gremium setzt sich zusammen aus Vertreter:innen der schwimmsporttreibenden Verbände (Hamburger Schwimmverband, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft Hamburg, Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Hamburg, Hamburger Tauchsportbund, Betriebssportverband Hamburg und Hamburger Triathlon Verband), Bäderland Hamburg, dem Hamburger Sportbund und dem Landessportamt.

Um zukünftig die unterschiedlichen fachlichen Belange bei der Schwimminfrastruktur zu bündeln und den transparenten fachlichen Dialog und die Kooperation im Rahmen der Nutzung von Schwimmbädern zu nutzen, bietet ein Nutzer:innenbeirat Schwimminfrastruktur eine sinnvolle Möglichkeit, die Schwimminfrastrukturentwicklung in Hamburg vor dem Hintergrund der vielfältigen Bedeutung des Schwimmens gemeinsam mit allen Beteiligten zu sichern und zu stärken.

Der Nutzer:innenbeirat Schwimminfrastruktur soll ein beratendes Gremium sein, das eine Plattform des institutionellen Austauschs der relevanten Akteure des Schwimmens zur Schwimminfrastrukturentwicklung in Hamburg bietet. Dabei können Bedarfe gemeinsam entwickelt werden. Mitglieder des neuen Nutzer:innenbeirats können neben Bäderland Hamburg und den schwimmsporttreibenden Verbänden u. a. der Hamburger Sportbund, die Behörde für Inneres und Sport, anlassbezogen der Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein sowie Vertreter:innen weiterer beteiligter Behörden (insbesondere die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft und die Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung) sein.

Der Nutzer:innenbeirat soll explizit nicht die regelhaften Wasserzeitenbedarfe erörtern, sondern im Sinne einer für alle aufgezeigten Belange an eine moderne Schwimminfrastruktur ein Beratungsgremium sein, das frühzeitig diese Infrastrukturbedarfe bei Neubauten, Erweiterungsbaumaßnahmen und baulichen Modernisierungsmaßnahmen im Bestand vollumfänglich abdeckt, um Planungsfehler zu vermeiden.

 

 

Die Bürgerschaft möge beschließen:

Der Senat wird ersucht,

1. gemeinsam mit der Bäderland Hamburg GmbH die Einführung eines Nutzer:innenbeirats u. a. zum Thema Schwimminfrastruktur bei Bäderland zu prüfen, um die Bedarfe der Sportvereine künftig noch gezielter berücksichtigen zu können. Im Rahmen der Prüfung soll neben der Zusammensetzung des Nutzer:innenbeirats auch die Zielformulierung und inhaltliche Ausgestaltung des Beirats sowie der zusätzliche Mehrwert eines solchen Beirats im Vergleich zum Runden Tisch Schwimmen genauer definiert und Weiterentwicklungsvorschläge gemacht werden.

2. bei einem positiven Ergebnis der Prüfung unter Ziffer 1 einen Nutzer:innenbeirat einzurichten.

3. der Bürgerschaft bis zum 30.06.2026 zu berichten.

 

sowie
  • Alske Freter
  • René Gögge
  • Michael Gwosdz
  • Sina Imhof
  • Jennifer Jasberg
  • Dr. Gudrun Schittek
  • Lena Zagst (GRÜNE) und Fraktion